Wien again

Wien again

Wien im Frühling! Nachdem es bei unserem letzten Besuch hier noch Schnee und eisigen Wind gab, genießen wir diesmal Sonne und laue Luft. Alles strömt ins Freie und bevölkert die Parks, Eisdielen und Schanigärten. Auch am Abend ist es noch angenehm warm, um zu flanieren oder sich die Live-Übertragung aus dem Opernhaus anzusehen. Einfach eine wunderbare Stadtatmosphäre!

Der Grund unseres Wienbesuchs war diesmal eine interessante Veranstaltung: Open house zur Eröffnung von Lillis Ballroom. In den Stadtbahnbögen am Donaukanal gibt es hier Tanz- und Begegnungsräume für blinde, sehbeeinträchtigte und sehende Menschen. Das Ziel der Initiatorin und Betreiberin Lilli Beresin ist Tango, Samba, Merengue, … zu spüren – tanzen durch und mit Awareness. Wir haben an diesem Eröffnungsnachmittag drei Workshops (Tango, Rhythmus und Vals criollo) besucht und konnten das erleben. Eine Tanzschule der besonderen Art!

Für die Übernachtung an diesem Wochenende hatten wir uns auch eine besondere Bleibe ausgesucht, nämlich den Schlafsaal im Hotel Grand Ferdinand. In dem Luxushotel am Ring, das zu den Weitzer Hotels gehört, kann man um 30 € pro Nacht ein Bett buchen. Im sogenannten Schlafsaal gibt es Platz für 8 Personen. Kronleuchter und Stockbetten aus Mahagoniholz erzeugen das mondäne Flair des Orient Express, übertragen auf dieses Ringstraßenhotel. Für alles Praktische gibt es persönliche Schließfächer, eine Schlafsaalordnung, die man beim Einchecken unterschreiben muss, einen großzügigen Waschbereich, 2 WCs und 2 Duschen. Wir haben es sehr angenehm empfunden, es war alles sauber, die MitbewohnerInnen rücksichtsvoll und die Betten äußerst bequem. Das Einzige, das nicht ganz funktioniert hat, war die Vergabe der Schließfächer, so hatten wir zu zweit nur ein Schließfach zur Verfügung. Da wir diesmal nicht viel Gepäck hatten, war es kein Problem. Ansonsten haben wir auch die Annehmlichkeiten des Hotels genossen, wie ein Mittagessen im dazugehörigen Restaurant Meisl & Schaden oder den Ausblick von der Grand Etage über die Dächer von Wien. Das Rooftop Pool darf man übrigens auch als Schlafsaalgast benutzen. Es war sicher nicht das einzige Mal, dass wir hier übernachtet haben!

Am Sonntag gab es dann noch eine andere Attraktion am Ring – die Friedensbim 2018 war in ihrer 4. Ausgabe unterwegs. Am Nachmittag drehte sie mehrere Runden auf der Wiener Ringstraße und man konnte an allen Haltestellen zu- und aussteigen und kostenlos mitfahren. Unter dem Motto „Der Frieden braucht dich“ gab es viel Freude, viele lächelnde Gesichter und viele Menschen, die beides mitbrachten. Live-Musik und Clownerie in der Bim trugen auch das Ihre dazu bei. Es war schön, als Fahrgast ein Teil dieser Idee zu sein!

So ging ein Wochenende mit unvergesslichen Eindrücken zu Ende und auf der Heimfahrt im Zug konnten wir es noch nachklingen lassen.

Andrea

 

La dolce vita in Wien

La dolce vita in Wien

Wieder einmal konnten wir das Unterwegssein für einen Workshop mit dem Reisen verbinden, auch wenn es diesmal nur zwei Tage nach Wien gewesen sind. War der Samstag noch ein intensiver Arbeitstag mit einer Privatstunde und einem Workshop für 12 Frauen in einem Frauenwohnprojekt in der Donaustadt, so haben wir es genossen, uns am Sonntag Vormittag durch die Wiener Innenstadt treiben zu lassen. Leider zeigte sich bald, dass dies wörtlich zu nehmen war – der Winter war ja zurückgekehrt und in Wien bedeutet das, dass ein kalter Wind durch die Gassen fegt. So landeten wir schon bald in einem Kaffeehaus und beschlossen, den Rest des Vormittags dort zu verbringen. Das Diglas in der Wollzeile ist eines der alten Wiener Kaffehäuser mit roten Samtbezügen, Spiegelwänden und Kristallleuchtern – sehr einladend, um mit einem Einspänner, einem Kipferl und einer Zeitung die Zeit verfliegen zu lassen!

Aber so ganz zeitlos waren wir doch nicht an diesem freien Tag in Wien, denn wir hatten eine ganz besondere Einladung zum Mittagessen. Seit vielen Jahren verbindet uns eine Freundschaft mit Cynthia und John, beide aus Australien und schon seit Jahrzehnten in Wien lebend. Cynthia ist Geigerin und spielt Barockmusik mit großer Leidenschaft. John war als Jurist für Völkerrecht bis zu seiner Pension an der UNO-City tätig. Die beiden sind Kosmopoliten wie sie im Buche stehen: weltoffen, humorvoll, interessiert und ständig unterwegs. Sie leben in Wien der Kunst wegen, besuchen viele Konzerte, haben hier einen internationalen Kreis aus Freundinnen und Freunden. Und sie haben seit 20 Jahren ein Haus in der Toskana, ein offenes Haus, indem auch wir schon zu Gast sein durften. Unsere Liebe zur Toskana verbindet uns seit Jahren und als wir von unserem Haus in Italien geträumt hatten, waren die beiden für uns sehr wichtige WegbegleiterInnen.

Nun, ihre Liebe zu Italien zeigt sich natürlich bei Tisch! Wir waren, wie Cynthia es ausdrückte, zu einem „kleinen Mittagessen“ geladen und fanden uns in La dolce vita wieder. Da wir uns lange Zeit nicht gesehen hatten und es in der Zwischenzeit einen feierlichen Anlass gab, öffnete John als Auftakt eine Flasche Champagner. Dazu gab es kleine Häppchen und wir begannen zu plaudern. Wie immer ist dies mit den beiden sehr anregend, sie erzählten von ihren Reisen, ihren FreundInnen aus ganz Europa, ihren BesucherInnen aus der ganzen Welt. Dann gingen wir zu Tisch, es gab zuerst eine köstliche Karotten-Orangensuppe, dann ein Hühnerrisotto, dazu einen vorzüglichen österreichischen Weißwein, Salat, Käse und zum Schluss Süßes – Sacherwürfel und Linzertorte aus der K.u.K Hofzuckerbäckerei Heiner, ebenfalls in der Wollzeile – willkommen in Wien!!! Die Zeit flog dahin, ganz in italienischer Tradition, in der ein sonntägliches Mittagessen bis weit in den Nachmittag hinein dauert. Natürlich folgte noch ein schöner Espresso und als  Abschluss, wie könnte es anders sein, ein Vin Santo aus der Toskana: eine schlichte Flasche mit einem handgeschriebenen Aufkleber enthielt diesen köstlichen Dessertwein – hausgemacht von Fausto, dem Maurer, der ihr Haus in Italien renoviert hatte und natürlich auch längst ihr Freund geworden war. Welch ein Genuss! Und seit vielen Jahren erlebten wir gemeinsam wieder einmal diese wunderbare Kombination aus einer alten Freundschaft, an die man sofort anknüpfen kann, angenehmen Gesprächen, köstlichem Essen und diesem Gefühl, dass die Zeit stillsteht, um den Augenblick zu genießen, kurz: La dolce vita!

Leider mussten wir dann doch einen Blick auf die Uhr werfen, denn auch wenn der Sonntag bis dahin für uns ein freier Tag war, wartete abends im Südburgenland noch ein Übungsabend auf uns. So wurde das kleine Mittagessen schon nach vier Stunden beendet …

Wir fuhren nach Hause, reich beschenkt und beglückt von diesem Wochenende in Wien. Wie so oft sind Arbeit und Freizeit ineinander geflossen und das Schöne ist, dass wir beides so sehr genießen können! Den Tango weiterzugeben in einem Workshop und einer Privatstunde, wunderbare Begegnungen zu haben, an schöne Orte zu kommen, köstliches Essen zu genießen – was sollten wir uns sonst noch wünschen?

Sigrid

 

Das liebe Geld …

Das liebe Geld …

Über Geld spricht man nicht. Geld hat man! So lautete einer der unantastbaren Stehsätze meiner Kindheit. Ich finde, es ist höchste Zeit dieses Tabu zu brechen und über Geld zu reden! Auf unserem Weg in die Selbständigkeit war dieses Thema von Anfang an zentral und durchaus emotional, also auch mit Sorgen und Ungewissheiten verbunden. Aber schön langsam, beginnen wir der Reihe nach …

Seit meinem 23. Lebensjahr war ich in der glücklichen Lage, monatlich ein Gehalt auf meinem Konto vorzufinden. Erst als klar war, dass ich als Lehrerin kündigen werde, wurde mir diese scheinbare Selbstverständlichkeit immer bewusster und die Frage, wie es sein wird, wenn diese Sicherheit wegfällt, drängte sich auf. Ich nahm das zum Anlass über mein Verhältnis zu Geld nachzudenken und bin auf das Buch SteinReich von Luisa Francia gestoßen. Gleich am Anfang des Buches stellt sie fest, dass wir Menschen es sind, die dem Geld, diesem Stück Papier oder diesem runden Metall, seine Wertigkeit und damit seinen Wert und seine große Bedeutung geben. Als Kinder haben wir schöne Steine gesammelt und sie als großen Schatz angesehen. Die Augen konnten sich nicht daran sattsehen. Warum sollten die Augen eines Erwachsenen nicht mehr beim Anblick von Steinen, sondern von Münzen leuchten? Eine wunderbare, fast magische Begegnung in Buenos Aires verdeutlichte mir dieses Thema eindrucksvoll:

Wir saßen in der U-Bahn, die gerade erstaunlich leer war. Da stieg eine alte Frau ein, klein, mit dunkler Hautfarbe, barfuß und ärmlich gekleidet – aber mit einer aufrechten Körperhaltung und der Ausstrahlung einer Königin! Ohne Worte ging sie an uns vorbei und reichte uns im Vorbeigehen ein kleines Stückchen Papier, herausgerissen aus einer Zeitung. Wir waren irritiert und überlegten, was dies zu bedeuten habe. Ein Mann nebenan machte mit einer Geste klar, dass er sie für verrückt hielt. Aber uns wurde bald klar, worum es ging – es war ein Tausch! Und tatsächlich, kurz drauf kam die Frau zurück, blieb wieder nicht stehen, sondern verlangsamte nur ihren würdevollen Schritt und nahm aus meiner Hand das Stück Papier entgegen, das ich ihr reichte – einen Geldschein. Ohne sich umzudrehen verließ sie die U-Bahn an der nächsten Station. Ich war tief berührt, hatte das Gefühl von dieser Frau, die wie aus dem Nichts auftauchte und wieder verschwand, eine Lektion für mein Leben geschenkt bekommen zu haben: Wir selbst geben den Dingen ihren Wert und wir selbst haben den größten Wert, den es auf dieser Welt gibt!

Ein weiteres Thema rund ums Geld, von dem Luisa Franca in ihrem Buch spricht, war in dieser Begegnung enthalten – nämlich dass das Geld fließen muss. Gerade in Zeiten der Knappheit rät unsere Gesellschaft zum Sparen, zum Festhalten dessen, was man/frau hat. Aber nur wenn ich loslassen kann, das Geld fließen lasse, wird es auch wieder zu mir zurückfließen. So war es uns in jenen ersten Monaten nach der Kündigung wichtig, zwar bewusster mit Geld umzugehen, aber es weder zu horten noch anzufangen, damit zu knausern. Nicht das Festhalten, sondern das Loslassen hält alles im Fluss! Und schon  nach kurzer Zeit merkten wir, dass wir mit viel weniger Geld auskamen als zu jener Zeit, da wir beide „gut verdient“ hatten und uns „etwas leisten konnten“. Wir haben uns materiell sehr reduziert, aber wir haben das nie als Einschränkung oder Verzicht erlebt, sondern überrascht festgestellt, dass uns nichts abgeht, wenn wir weniger konsumieren! Das Geld konnte nach wie vor fließen, etwa für gute Lebensmittel oder einen schönen Espresso, für Momente des Genießens. Aber viele andere materielle Dinge, so haben wir festgestellt, brauchen wir einfach nicht (mehr). Und so hatten wir auch immer genug Geld, obwohl wir viel weniger zur Verfügung hatten als in jenen Jahren, als das Konto monatlich mit einem Gehalt gefüttert wurde.

Im letzten Teil des Buches formuliert Luisa Franca 64 Orakelsprüche rund ums Geld und einer davon hat uns sofort angesprochen und in der Folge begleitet:

Du machst neue Lernprozesse und gehst an viele Orte, um viele verschiedene neue Dinge zu erfahren und zu lernen. Es ist nicht gerade eine besitzintensive Zeit, dafür sammelst du Erfahrungen und Wissen, die du später in Materie umsetzen kannst. Deine Lehr- und Wanderjahre stehen an, egal wie alt du bist. Denk daran, dass viele Frauen mit vierzig, sogar mit fünfzig ein völlig neues Leben anfangen. Frauen sind unbegrenzt lernfähig! Werde eine Nomadin in der Welt der starren Gesetze und Unveränderlichkeiten. Denn wenn du beweglich bist, bewegst du auch die Welt. (Orakel 56).

Treffender könnten die Jahre, in denen wir unsere Selbständigkeit aufgebaut haben, kaum beschrieben werden! Anfangs scherzten wir noch, ob die Lehrzeit drei oder vier Jahre lang sein werde. Sie dauerte exakt drei Jahre! Und heute sind wir soweit, unsere Erfahrungen in Materie, sprich in Geld, umsetzen zu können und finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Wir verdienen viel weniger als früher, aber wir kommen auch mit viel weniger Geld aus und haben dennoch das Gefühl – im wahrsten Sinne des Wortes – im Wohlstand zu leben. Für mich hat sich außerdem der Bezug von Arbeit und Lohn stark verändert. Als Lehrerin war das Gehalt etwas, das automatisch auf mein Konto kam. Ich habe nie darüber nachgedacht, aber meine Arbeit hatte keinen direkten Bezug zu meinem Gehalt. Wenn wir jetzt zum Beispiel eine Tango-Privatsunde geben, dann haben wir am nächsten Tag Geld in der Tasche, um einkaufen oder essen gehen zu können. Das ist viel unmittelbarer und konkreter. Und das Schöne ist, es geht sich einfach immer aus! Wir haben das, was wir brauchen. Wir machen uns nicht wirklich Sorgen ums Geld, die Ängste vor der Selbständigkeit haben sich schrittweise in Luft aufgelöst, sobald wir uns auf den Weg gemacht haben und unsere Lehr- und Wanderjahre begonnen hatten. Als wir in dieser Zeit einmal die Grundzüge für unsere Selbständigkeit zusammengetragen haben, haben wir folgende Sätze aufgeschrieben: Mehr und mehr sind wir uns des Wertes unserer Arbeit bewusst. Geld und unser Verhältnis zu Geld fühlen sich gut an. Wir sind begeistert davon, in Wohlstand zu leben!

Und wir haben gelernt, übers Geld zu reden, unsere Finanzen zu planen, das Geld fließen zu lassen. Immer wieder denke ich dabei an jene Frau in Buenos Aires, die sich ihres Wertes so sicher war und werde durch sie ermutigt, für unsere Arbeit einen angemessenen Preis zu verlangen. Auch sie war eine Nomadin in der Welt der starren Gesetze. Und sie hat uns gezeigt, dass diese auch in Sachen Geld nicht unveränderlich sind, sondern dass es auf den Blickwinkel ankommt.

Sigrid

Verwendete Literatur:
SteinReich, Luisa Francia, Verlag Frauenoffensive

 

Reisegeschichten

Reisegeschichten

Für unsere Tango-Silvesterreise traten wir sie an, die langen Reise nach Norden durch den ehemaligen Ostblock. Dabei  begleitete uns ein Film, den wir vorab als Einstimmung auf den Ort, an den wir uns begeben würden, gesehen hatten. Jahrestage von Margarethe von Trotta, erzählt die Geschichte der Gesine Cressphal und ihrer Familie aus einem kleinen Dorf in Mecklenburg.

Auf Grund der Tatsache, dass der Nachtzug Wien – Berlin eingestellt worden war (unglaublich!), waren wir mit dem Bus unterwegs und passierten so Schauplatz um Schauplatz dieses Films. Wir bestiegen also in Wien den Bus, ziemlich voll und sehr eng bestuhlt, müssen wir uns gleich einmal auf wenig Bewegungsraum einstellen, aber zumindest haben die Chauffeure eine ruhige und angenehme Fahrweise. Quer durch die Tschechei geht es zunächst – trostlos wirkende Ortschaften, Regen und Nebel, weites Land und sonst nichts. Wir fallen in einen Dämmerschlaf. Erst in Prag kommt Leben auf und weckt ein wenig die Lebensgeister und vor allem die Erinnerung an den Film. Denn hier endet der Film mit der Niederschlagung des Prager Frühlings.

Gesine Cressphal ist im Auftrag einer amerikanischen Bank auf dem Weg nach Prag, um Dollar-Kredite zu vermitteln und so die Tschechoslowakei in ihren Unabhängigkeitsbetrebungen zu unterstützen. Aber dazu soll es nicht mehr kommen, die sowjetischen Panzer rollen schon …

Genau 50 Jahre ist das jetzt her und wir reisen jetzt ohne Grenzkontrollen durch ein Tschechien, das zur EU gehört. Auf unserer Fahrt mitten durch die Stadt präsentiert sie sich stolz mit Karlsbrücke und Prager Burg und diese altehrwürdigen Gebäude, die über der Moldau thronen, erzählen auch ihre Geschichten.  Zuerst noch der Moldau und dann der Elbe folgend geht es weiter Richtung Norden, diesmal durch ausgedehnte Wälder. Bald nachdem wir die Grenze zu Deutschland passiert haben, erreichen wir Dresden. Der neue Hauptbahnhof, ein sehenswertes Gebäude, versetzt mich wieder in den Film.

Hier absolviert Jakob, Gesines Geliebter, die Ausbildung zum Lokomotivführer in den Anfängen der DDR. Im aufstrebenden Sozialismus nimmt man sich vor allem der jungen Menschen an, Ausbildung und Arbeitsplätze sind gesichert, aber gehen einher mit ideologischer Erziehung, bei der keine Abweichungen geduldet werden. Bei einem Zugunglück verliert Jakob sein Leben, bevor die gemeinsame Tochter Marie geboren wird. Als Marie elf Jahre alt ist, rollen die Fragen nach dem Vater Gesines Vergangenheit auf …

Wir haben hier unseren zweiten und letzten Stopp vor Berlin. Auch Dresden, schon im Abendlicht, zeigt am Ufer der Elbe seine Schätze: Frauenkirche, Residenzschloss und Kathedrale. Ab jetzt begleitet uns Dunkelheit, die Zeit vergeht seeehr langsam. Als endlich die Lichter von Berlin auftauchen, sind wir erleichtert, bald der Enge dieses Busses entkommen zu können. Wieder in Berlin! Wenn im Moment auch nur für eine Nacht im Hotelzimmer, im Motel One am Hauptbahnhof. Ansprechendes Design, das Zimmer nicht groß, aber mit stilvollem Bad und sehr bequemem Bett, einer tollen Aussicht über das nächtliche Berlin, eine einladende Bar und ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit vielen Bio-Produkten, ideal für einen Zwischenstopp. Auch in Gesines Geschichte war Berlin Zwischenstopp – auf der Flucht in den Westen.

Gesine und ihrer Freundin Anita wird es, nachdem sie das Abitur in der Tasche haben, zu eng in der sozialistischen DDR und sie fliehen in den Westen. Noch gibt es keine Mauer, die Flucht ist relativ einfach, auch wenn die Spitzel der Stasi auch schnell mal nachkommen in den Westen. Aufhalten können sie die beiden aber nicht. Als die Mauer gebaut wird, lebt Gesine bereits in New York …

Ausgeruht und gestärkt konnten wir also am nächsten Morgen die Weiterreise antreten – mit dem Zug noch zwei Stunden nordwärts in die Mecklenburgische Seenplatte. Bei der Fahrt durch die Landschaft, als die ersten Seen auftauchen, werden sie wieder lebendig, die Bilder aus dem Film, denn hier nimmt er seinen Anfang.

Im Jahr 1933 wird Gesine Cressphal in einem kleinen Dorf in Mecklenburg geboren. Ihre Kindheit ist geprägt von Hitlers Machtergreifung, dem Krieg und der sowjetischen Besatzung …

Vier Jahrzehnte deutscher Geschichte werden also in diesem Film ziemlich spannend erzählt und haben so für mich diese Reise auch zu einer Reise durch die Geschichte gemacht. Bald erreichen wir Waren, das Tor zum Seenparadies der Müritz, von wo uns ein Taxi zum Gutshof Neu Schönau bringt. Wir haben das Ziel unserer langen Reise erreicht. Das liebevoll renovierte Gutshaus umgeben von einigen kleinen Seen, hätte wohl auch viele Geschichten zu erzählen. Jetzt aber bildet es einen wunderschönen Rahmen für unsere Tangowoche im hohen Norden.

Andrea

Buch- und Filmtipp:

Jahrestage,
ein Film von Margarethe von Trotta,
nach dem gleichnamigen Roman von Uwe Johnson

 

Women only?!

Women only?!

Kürzlich ist unsere erste Tangowoche für Frauen, veranstaltet vom Berliner Reiseunternehmen WomenFairTravel, zu Ende gegangen. WomenFairTravel hat pro Jahr ca. 200 Reisetermine weltweit im Programm und beschreibt sich selbst wie folgt: Wir veranstalten sinnliche, ökologische und faire Gruppenreisen für Frauen, von denen einige einzigartig auf dem touristischen Markt sind. … Sie sollen vor allem intensive Reiseeindrücke und authentische Begegnungen mit anderen Frauen ermöglichen und viel Spaß machen! … Die Frauen im Blick zu haben liegt uns im Sinn. Überall auf der Welt. WomenFairTravel – Reisen für Frauen mit Weitblick!

In den letzten Wochen hat die Ankündigung dieser Frauenreise unter anderem auf unserer Facebookseite für Diskussionen gesorgt. Ist es am Beginn des 21. Jahrhunderts überhaupt noch notwendig eigene Frauenreisen anzubieten? Oder ist es nicht sogar diskriminierend, wenn sich das Angebot ausschließlich an Frauen richtet? Ich denke, diese kritischen Fragen spiegeln wider, dass das Verhältnis von Männern  und Frauen im Moment recht angespannt und vielleicht erneut im Umbruch ist. Vor dieser Reise haben wir geantwortet, dass es schon erstaunlich ist, dass diese eine Tangowoche nur für Frauen neben unseren vielen anderen Reise- und Workshopangeboten, die für alle offen sind, ein Problem darstellt. Gerade über Silvester fühlen sich zum Beispiel allein reisende Frauen in Hotels nicht immer ganz wohl. Jetzt, nach der Reise, weiß ich einmal mehr, wie schön und wertvoll es ist, immer wieder einmal reine Frauengruppen zu erleben! Da geht es aber wie so oft im Leben nicht um „besser“ oder „schlechter“, nicht darum, sich von Männern abkapseln zu wollen, sondern einfach darum, für eine bestimmte Zeit diese Form der Begegnung unter Frauen erleben zu können.

Natürlich ist auch immer wieder die Frage aufgetaucht, wie es denn überhaupt möglich wäre, ohne Männer einen Tangokurs zu veranstalten. Ganz einfach, indem Frauen die führende und die folgende Rolle lernen und tanzen. Die Motivationen dafür sind sehr breit gefächert. Da gibt es zum einen jene Frauen, die auf den Milongas in ihrer Stadt fast den ganzen Abend herumsitzen und darauf warten, wenigstens einige Male zum Tanzen zu kommen. Die Tangoszene ist mancherorts recht konservativ und da wird es nicht immer gerne gesehen, dass eine Frau einen Mann zum Tanz auffordert. Wir kennen einige Frauen, für die dieses Warten so frustrierend war, dass sie aufgehört haben, Tango zu tanzen. Wenn diese Frauen nun die Rolle der Führenden lernen, dann können sie ihre Tangoleidenschaft leben. Doch es gibt auch ganz andere Gründe, warum Frauen das Führen lernen wollen. Eine Teilnehmerin in diesem Kurs meinte am Beginn der Woche, sie wolle das Führen einfach ausprobieren, weil sie spürt, dass es da eine Seite in ihr gibt, die gelebt werden will. Am Ende des Kurses war es unglaublich zu sehen, wie schnell und wie großartig sie sich in dieser Rolle zurecht gefunden hat! Es war eine Freude, ihr beim Tanz zuzusehen und frau könnte glauben, dass sie das Führen schon jahrelang macht. Sie war dann selbst auch ganz begeistert und erfreut über das, was sie bei sich entdeckt hat. Einige Teilnehmerinnen haben immer wieder die Rollen getauscht und wollten das Führen und Folgen (kennen)lernen, um so das Wesen des Tangos noch besser verstehen zu können. Unser Verständnis von Führen und Folgen auf Augenhöhe hat dies wohl erleichtert und wurde von den Frauen sehr geschätzt. Eine andere Teilnehmerin wiederum wollte in ihrer gewohnten Rolle als Folgende bleiben, weil sie im Alltag als alleinerziehende Mutter und in ihrer beruflichen Selbständigkeit stets die Führende ist und daher im Tanz den Ausgleich sucht. Eine kleine Episode während des Tanzens zeigt, was für sie dabei wichtig ist: Als ich einmal mit ihr tanzte und sie mit einem neuen Schritt noch nicht sofort klar gekommen ist, wollte sie das korrigieren. Ich sagte ihr, das sei nicht notwendig, es sei meine Aufgabe als Führende daraus eine neue Möglichkeit zu finden.  Und sie war ganz glücklich und meinte wie schön es sei, einmal die Verantwortung ganz abgeben zu können.

Ganz automatisch war dieser Kurs also auch ein Nachdenken über die Rollen im Tango und ein Experimentieren mit den Rollen als Führende und Folgende. Und als wir im Thementeil Mujeres y Tango die Geschichte der Frauen im Tango, also „Herstory“ erzählten und zur Musik von Komponistinnen, Sängerinnen und Frauentrios tanzten, war das besonders intensiv für uns alle.

Neben diesen Erfahrungen im Tanz war auch das Zusammensein als Gruppe von 32 Frauen (mit den Teilnehmerinnen des Feldenkrais-Kurses) in diesem Seminarhaus äußerst angenehm. Es gab diese vielen, authentischen Begegnungen, Gespräche mit interessanten Frauen, die von ihrem jeweiligen Lebenshintergrund her ganz unterschiedliche Sicht- und Denkweisen einbrachten, es gab eine Woche lang eindeutig eine frauengerechte Sprache und es gab viel Spaß – so, wie WomenFairTravel es beschreibt. Dass wir in dieser Woche vom Koch des Hauses, also von einem Mann, mit köstlichem Essen versorgt wurden, bringt den Rollentausch auf einer anderen Ebene nochmals ins Spiel! Ist doch schön, wenn die Rollenbilder einmal mehr aufgebrochen werden!

Nun, unsere Kooperation mit WomenFairTravel wird auch 2018 weiter bestehen bleiben und die nächste Silvester-Tangoreise für Frauen ist bereits fixiert. Nach dieser wunderbaren Woche freuen wir uns schon jetzt darauf!

Sigrid

 

Spätherbst an der Kvarner Bucht

Spätherbst an der Kvarner Bucht

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich am Balkon unseres Zimmers im Hotel Miramar und blicke immer wieder hinaus auf die Kvarner Bucht. Vor mir liegt das glitzernde Meer, die tiefstehende Sonne zaubert um diese Jahreszeit eine ganz neue, ungewöhnliche Atmosphäre aufs Wasser. Eine leichte Brise lässt die Wellen tanzen und sorgt so gemeinsam mit der Sonne für eine stetig wechselnde Choreographie. Dahinter heben sich die Inseln Cres und Krk ab, liegen scheinbar verlassen im Meer, denn durch die tiefstehende Gegensonne sind keine Einzelheiten, sondern nur ihre Umrisse auszumachen. Noch weiter am Horizont sind die schneebedeckten Berge zu sehen und der Blick reicht bis hinunter zum Velebit Gebirge. Am Morgen war der Wind, der von diesen Schneebergen her kam, noch frisch. Jetzt, zur Mittagszeit, ist er angenehm und kühlend, denn mit einer der Jahreszeit angepassten, wärmeren Hose und einem Pullover ist es hier an diesem Sonnenplätzchen richtig  warm.

Soeben sind wir von einem Spaziergang durch Opatija zurückgekehrt. Das kleine Städtchen im Nordwesten der Kvarner Bucht mit seinen 13.000 Einwohnern ist zur Ruhe gekommen. Nach einer langen Sommersaison, in der vor allem im Juli und August die Straßen, Strände und Bars ziemlich überfüllt sind, scheint es nun wieder zu sich selbst zu finden. Am Lungomare, dem Spazierweg direkt am Meer, begegnen uns fast nur Einheimische, alle im Wintermantel oder mit einer Daunenjacke, manche beim gemütlichen Flanieren, manche auf der täglichen Runde mit ihrem Hund, andere beim Joggen oder gemütlich auf einer Bank sitzend. Alles geht hier langsam von statten, und auch die wenigen TouristInnen, die jetzt hierher kommen, scheinen sich diesem Tempo anzupassen. Ein Kaffee oder ein Aperitif auf der Sonnenterrasse des Cafe Wagner, ein kleiner Tratsch, für alles scheint Zeit zu sein. Mir fällt dabei ein Liedtext von Reinhard Mey ein, in dem er zwar eine Seebad an der Ostsee besingt, der aber auch hier an der Kvarner Bucht im Spätherbst voll und ganz zutrifft:

Ich liebe das Ende der Saison!

Die Tage werden kürzer und die Schatten werden länger..
Im Kurhaussaal rücken sie die Tische enger
Und heizen manchmal schon den vord‘ren Raum.
Der heißumkämpfte Tisch, den nur die Halbgötter bekamen,
Ist nicht mehr heißumkämpft und plötzlich frei.
Und dein Gesicht hat endlich für den Kellner einen Namen,
Du bist auf einmal wichtig und nicht nur Tisch Nummer drei!

An den verwaisten Fahnenmasten klopfen lose Leinen
Und irgendwo dort drüben schlägt ein Gartentor im Wind.
Wie all diese Geräusche deutlicher und lauter scheinen,
Wenn erst die lauten Stimmen der Saison verklungen sind!

Der Kiosk und das Eiscafé machen nach und nach dicht.
Zittern glitzernde Tautropfen im späten Sonnenlicht.
Wenn jetzt die Sonne scheint, dann ist das nicht mehr selbstverständlich,
Und du nimmst jeden Strahl einzeln und dankbar hin.
Nichts ist mehr so wie‘s war, und du kannst spür‘n: Alles ist endlich.

Ich liebe das Ende der Saison!

(Reinhard Mey, Text gekürzt)

Für das heutige Opatija ist Ende November wirklich die Sommersaison zu Ende, denn die Zeit, als Adelige und BürgerInnen aus Mitteleuropa hier den Winter verbrachten, ist längst vorbei. Gerade noch für Weihnachten oder Silvester öffnen einige wenige Hotels, darunter auch das Hotel Miramar, dann ist endgültig alles für die Winterpause geschlossen. Für die Menschen, die hier leben, ist das wohl gut so, denn nun haben sie ihre Stadt am Meer wieder für sich. Im Café um die Ecke treffen sich wieder alte Bekannte, die Einkaufsstraße erstickt nicht mehr im Verkehrsstau und in der alten Markthalle bieten die Frauen die herbstliche Ernte an – Spinat, winzig kleiner Radicchio, Kohl und Kraut, Nüsse, Kaki und getrocknete, kleine Feigen, die an den Sommer erinnern.

Wir haben Opatija nun schon zu den verschiedensten Jahreszeiten bereist – im April und Mai, im Juli und nun zum zweiten Mal Ende November. Es ist spannend einen Ort immer wieder anders zu erleben und jedes Mal haben wir dieses Plätzchen an der Kvarner Bucht genossen. Aber, eines ist mir heute klar geworden: Ich liebe Opatija am Ende der Saison!

Sigrid

 

Argentinischer Tango im Südburgenland?!

Argentinischer Tango im Südburgenland?!

Im Sommer 2013 war ein Kamerateam mit der ORF-Redakteurin Sabine Lentsch bei uns, um einen Beitrag für die Serie Mein Traumhaus zu gestalten. Wir sollten uns für einen Lieblingsplatz auf unserem Hof entscheiden und sofort war klar, dass dies unser Tanzsaal ist! Das Interview begann dann ebendort mit der Frage: „Argentinischer Tango im Südburgenland?“ Nun, was damals überraschend und unglaublich geklungen hat, ist Realität geworden.

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Tango ausgehend von Buenos Aires auf der ganzen Welt verbreitet. In beinah jeder größeren Stadt gibt es die Möglichkeit, Tango zu tanzen.

Wir leben seit einigen Jahren im Südburgenland und haben hier bei einem Wochenendworkshop im Jahre 2007 unsere ersten Tangoschritte gemacht, denn überraschenderweise war diese ländliche Region kein weißer Fleck auf der Tango-Weltkarte. Als wir den Tango zu unserem Beruf machten, wollten wir dazu beitragen, den Tango hier noch stärker zu verwurzeln und gerade in dieser Woche erleben wir voller Freude, dass uns dies gelungen ist!

Mit dem Workshop SOLO TANGO reisen wir seit mehr als einem Jahr durch Österreich, nach Kroatien und demnächst auch nach Deutschland. Am vergangenen Wochenende gab es den ersten Workshop hier im Südburgenland. Gemeinsam mit der Grazer Yogalehrerin Christine Swoboda gestalteten wir im Hotel Das Eisenberg YOGA &/oder TANGO. Die Kombination von Yoga und Tango ist für uns nicht neu, praktizieren wir doch täglich Yoga und erleben es als wunderbaren Ausgleich und als Ergänzung zum Tanz. Christine haben wir als Musikerin kennengelernt, sie spielt das Bandoneon und macht gemeinsam mit einer Grazer Sängerin Tangomusik. Da war sofort klar, dass wir ein gemeinsames Wochenende anbieten wollen, an dem sich unsere Leidenschaften verbinden, Grenzen verschwimmen und Körper, Geist und Seele in Einklang gelangen. Am Ende der Yogaeinheiten führte uns Tango-Livemusik, gespielt am Bandoneon, in die Entspannung. Am freien Tanzabend tanzten Tanzpaare und SolotänzerInnen auf der gleichen Tanzfläche – eine Vision für zukünftige Milongas?

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Das Eisenberg hat den perfekten Rahmen für dieses Wochenende geboten. Bestens umsorgt, kulinarisch-herbstlich verwöhnt, mit Zeit für Wellness oder einem Spaziergang zum Dreiländereck haben die TeilnehmerInnen die Zeit hier im Südburgenland sehr genossen. Und wir hatten unseren ersten Workshop SOLO TANGO quasi vor der Haustür, am nächsten Hügel, fast in Sichtweise von unserem Traumhaus.

In den nächsten Tagen geht es aber gleich mehrfach weiter mit dem Tango im Südburgenland:

Morgen Abend geben wir einer Tangobegeisterten hier in unserer Gemeinde wieder eine Privatstunde. Diese Tango Lessons sind nur ein kleiner, aber überaus schöner Teil unserer Arbeit, bei dem wir Einzelpersonen oder Paaren klassischen Unterricht im Tango als Paartanz geben. Der große Vorteil von Einzelstunden ist, dass wir ganz individuell auf die Wünsche und den jeweiligen Tanzlevel eingehen können und daher rasch Erfolge sichtbar werden, die wiederum Lust aufs Weitertanzen machen.

Neben den Privatstunden gibt es einmal im Monat in Neumarkt an der Raab einen Tango-Übungsabend und der nächste Termin ist gleich am kommenden Sonntag. Diese Abende sind offen für alle Tanzbegeisterten, egal ob sie die ersten Tangoschritte wagen oder schon leidenschaftlich Tango tanzen. Wir begleiten die Tanzenden, sind da bei Fragen, geben Tipps und Hilfestellungen oder zeigen gerne auch neue Schritte. Auch an diesen Abenden ist die Runde meistens nicht sehr groß, ein Übungsabend im Südburgenland wird nicht so rege besucht wie einer in Graz oder Wien. Aber das ist für uns nicht entscheidend. Wir freuen uns, dass es diese Abende schon seit mehreren Jahren gibt und manche dafür extra aus der Weststeiermark, dem Mittelburgenland oder sogar aus Wien anreisen, um im Südburgenland Tango zu tanzen!

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Neben SOLO TANGO und den Tango Lessons sind Auftritte, bei denen wir Tango tanzen ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Und gerade damit hat es hier in der Region am längsten gedauert! Nun, das Südburgenland bietet sich ja wirklich nicht so ganz für Straßenkunst an. Zum zweiten Mal aber wurden wir vom Tanzverein sidestep zu einem Auftritt im Rahmen einer seiner Veranstaltungen eingeladen. Am 11. November feiert St. Martin an der Raab das FESTUM MARTINI NOVUM mit einem vielfältigen Programm. Unter dem Motto „gan(s)z fantastisch“ gibt es ein buntes Abendprogramm mit unterschiedlichsten Tanzperformances. Wir werden dabei unseren wo/men tango act Encuentro tanzen, einen Cross-over-Tango zu Don’t cry form me Argentina aus Evita darbieten und gemeinsam mit anderen Frauen erstmals eine SOLO TANGO – Performance zur Aufführung bringen. So sind wir an diesem Abend gleich dreimal auf der Bühne und damit ist der Argentinische Tango wohl endgültig im Südburgenland angekommen!

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEs ist wohl zwischen den Zeilen zu lesen und lässt sich auch nicht verheimlichen, dass wir uns darüber sehr freuen und auch ein klein wenig stolz darauf sind. In dieser Woche ist der Tango hier in der Region ganz komprimiert und intensiv zu erleben. Aber das Schönste ist, dass es darüber hinaus noch weitere Kooperationen hier im Südburgenland gibt und es im nächsten Jahr unter anderem bei der Sommerakademie im Künstlerdorf Neumarkt eine ganze Tangowoche geben wird. Aber davon erzählen wir besser ein andermal. Denn, der Tango ist hier nicht nur angekommen, um kurz mal vorbei zu schauen, wir sind uns sicher, dass er sich hier ebenso wohlfühlt wie wir und dass er hier bleiben wird!

Sigrid