Die süße Welt von Volosko

Die süße Welt von Volosko

Wir verbringen wieder einmal eine Woche an der Opatija-Riviera im November. Wenn wir vom Hotel Miramar, in dem unser Workshop stattfindet, vor die Türe treten, befinden wir uns direkt am Lungomare und die Wellen der Adria schwappen fast bis vor unsere Füße. Ich möchte euch diesmal mitnehmen Richtung Norden, in den kleinen Fischerort Volosko.

Entlang des Weges begleiten uns die Möwen, der Blick schweift bis Rijeka und Krk, alte und moderne Villen säumen die Uferpromenade. Wir haben Glück,  die Sonne strahlt vom Himmel und wir baden in der milden Meeresluft. Dass das Wetter hier auch anders sein kann, zeigt sich bald am Weg. Der letzte Sturm, der ja auch in Italien gewütet hat, hinterließ deutliche Spuren. Stücke des Weges sind auf- und abgebrochen, die Sockel der Laternen hat es aus ihren Verankerungen gerissen und so wird der Spaziergang streckenweise zu einem Hindernislauf. Trotzdem erreichen wir bald Volosko.

Der malerische Hafen mit seinen zwei Molen empfängt uns gleich als erstes. Genau so stellt man sich ein kroatisches Städtchen am Meer vor. Die Boote schaukeln am Wasser und dahinter schmiegt sich der Ort an den Hügel. Einige Lokale, von Feinschmeckerrestaurants bis zu einfachen Bars, umgeben das Hafenbecken.  Enge Gassen und Steintreppen führen durch die Altstadt hügelaufwärts. Unterwegs begegnet man jetzt im November nicht vielen Menschen, die verwinkelten Treppengassen scheinen den Katzen zu gehören.

Oben an einem kleinen Platz angekommen lassen wir unsere Blicke über die Dächer und Schornsteine bis hinunter zum Hafen schweifen. Hier scheint die Zeit still zu stehen. Wir entdecken den Handwagen des Straßenkehrers von Volosko, der Besen besteht aus irgendeinem Macchiagestrüpp, abgestellt mitten am Platz. Er macht wohl gerade Pause.

Von hier aus folgen wir der einzigen Straße, die durch Volosko führt, zu einem kleinen Cafè, von dem wir schon gehört haben – das Kaokakao. Ein Magnet für alle, die Süßes lieben. Beim Eintritt fällt der Blick sofort auf die Theke angefüllt mit Törtchen und  süßen Naschereien. Zuerst einmal eine Augenweide, und die Entscheidung, was wir auch verkosten möchten, fällt nicht leicht. Es schmeckt so köstlich wie es aussieht und begleitet von einem Espresso ist das Glück vollkommen.

Dermaßen gestärkt machen wir uns auf den Rückweg, steigen die Treppen wieder hinunter bis direkt ans Wasser. Die Kvarner Bucht liegt vor uns und der Lungomare führt uns zurück in die mondäne Welt des Miramar.

Andrea

 

Spätherbst an der Kvarner Bucht

Spätherbst an der Kvarner Bucht

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich am Balkon unseres Zimmers im Hotel Miramar und blicke immer wieder hinaus auf die Kvarner Bucht. Vor mir liegt das glitzernde Meer, die tiefstehende Sonne zaubert um diese Jahreszeit eine ganz neue, ungewöhnliche Atmosphäre aufs Wasser. Eine leichte Brise lässt die Wellen tanzen und sorgt so gemeinsam mit der Sonne für eine stetig wechselnde Choreographie. Dahinter heben sich die Inseln Cres und Krk ab, liegen scheinbar verlassen im Meer, denn durch die tiefstehende Gegensonne sind keine Einzelheiten, sondern nur ihre Umrisse auszumachen. Noch weiter am Horizont sind die schneebedeckten Berge zu sehen und der Blick reicht bis hinunter zum Velebit Gebirge. Am Morgen war der Wind, der von diesen Schneebergen her kam, noch frisch. Jetzt, zur Mittagszeit, ist er angenehm und kühlend, denn mit einer der Jahreszeit angepassten, wärmeren Hose und einem Pullover ist es hier an diesem Sonnenplätzchen richtig  warm.

Soeben sind wir von einem Spaziergang durch Opatija zurückgekehrt. Das kleine Städtchen im Nordwesten der Kvarner Bucht mit seinen 13.000 Einwohnern ist zur Ruhe gekommen. Nach einer langen Sommersaison, in der vor allem im Juli und August die Straßen, Strände und Bars ziemlich überfüllt sind, scheint es nun wieder zu sich selbst zu finden. Am Lungomare, dem Spazierweg direkt am Meer, begegnen uns fast nur Einheimische, alle im Wintermantel oder mit einer Daunenjacke, manche beim gemütlichen Flanieren, manche auf der täglichen Runde mit ihrem Hund, andere beim Joggen oder gemütlich auf einer Bank sitzend. Alles geht hier langsam von statten, und auch die wenigen TouristInnen, die jetzt hierher kommen, scheinen sich diesem Tempo anzupassen. Ein Kaffee oder ein Aperitif auf der Sonnenterrasse des Cafe Wagner, ein kleiner Tratsch, für alles scheint Zeit zu sein. Mir fällt dabei ein Liedtext von Reinhard Mey ein, in dem er zwar eine Seebad an der Ostsee besingt, der aber auch hier an der Kvarner Bucht im Spätherbst voll und ganz zutrifft:

Ich liebe das Ende der Saison!

Die Tage werden kürzer und die Schatten werden länger..
Im Kurhaussaal rücken sie die Tische enger
Und heizen manchmal schon den vord‘ren Raum.
Der heißumkämpfte Tisch, den nur die Halbgötter bekamen,
Ist nicht mehr heißumkämpft und plötzlich frei.
Und dein Gesicht hat endlich für den Kellner einen Namen,
Du bist auf einmal wichtig und nicht nur Tisch Nummer drei!

An den verwaisten Fahnenmasten klopfen lose Leinen
Und irgendwo dort drüben schlägt ein Gartentor im Wind.
Wie all diese Geräusche deutlicher und lauter scheinen,
Wenn erst die lauten Stimmen der Saison verklungen sind!

Der Kiosk und das Eiscafé machen nach und nach dicht.
Zittern glitzernde Tautropfen im späten Sonnenlicht.
Wenn jetzt die Sonne scheint, dann ist das nicht mehr selbstverständlich,
Und du nimmst jeden Strahl einzeln und dankbar hin.
Nichts ist mehr so wie‘s war, und du kannst spür‘n: Alles ist endlich.

Ich liebe das Ende der Saison!

(Reinhard Mey, Text gekürzt)

Für das heutige Opatija ist Ende November wirklich die Sommersaison zu Ende, denn die Zeit, als Adelige und BürgerInnen aus Mitteleuropa hier den Winter verbrachten, ist längst vorbei. Gerade noch für Weihnachten oder Silvester öffnen einige wenige Hotels, darunter auch das Hotel Miramar, dann ist endgültig alles für die Winterpause geschlossen. Für die Menschen, die hier leben, ist das wohl gut so, denn nun haben sie ihre Stadt am Meer wieder für sich. Im Café um die Ecke treffen sich wieder alte Bekannte, die Einkaufsstraße erstickt nicht mehr im Verkehrsstau und in der alten Markthalle bieten die Frauen die herbstliche Ernte an – Spinat, winzig kleiner Radicchio, Kohl und Kraut, Nüsse, Kaki und getrocknete, kleine Feigen, die an den Sommer erinnern.

Wir haben Opatija nun schon zu den verschiedensten Jahreszeiten bereist – im April und Mai, im Juli und nun zum zweiten Mal Ende November. Es ist spannend einen Ort immer wieder anders zu erleben und jedes Mal haben wir dieses Plätzchen an der Kvarner Bucht genossen. Aber, eines ist mir heute klar geworden: Ich liebe Opatija am Ende der Saison!

Sigrid

 

Begegnungen am Meer

Begegnungen am Meer

Bei unserem letzten Aufenthalt im Miramar ist der Fotograf, der für das Hotel immer wieder Fotos und Videos aufnimmt, gerade eingetroffen. Die Direktorin hat gleich vorgeschlagen, dass er auch Aufnahmen von uns machen könnte und so lernten wir Ernst von Chaulin kennen. Er stammt aus Bayern und war uns mit seinem weichakzentuierten Dialekt gleich sympathisch. Und er überraschte uns, indem er uns für das Fotoshooting auf das Dach des 4. Stockes einlud, und uns so eine völlig neue Perspektive auf das Miramar und die Kvarner Bucht eröffnete. Das Shooting selbst war dann die nächste angenehme Erfahrung: eine sehr achtsame Herangehensweise des Fotografen ließ uns schon ahnen, dass dies ganz besondere Aufnahmen werden könnten.

Nun, seither sind viele Wochen vergangen. Im Miramar ist Sommer-Hochsaison und wir haben nachgefragt, wie es um die Fotos steht. Und nach wenigen Tagen haben wir eine große Auswahl an Bildern zugesandt bekommen – und waren bzw. sind begeistert! Unser Eindruck, dass es sich hier um eine feine Arbeit mit Tiefgang handelt, wurde bestätigt! Die Fotos sind ausdrucksstark und vermitteln viel von dem, was wir mit dem Tango verbinden. Danke, lieber Ernst!

Aber nicht nur diese Begegnung im Miramar hat mich spontan dazu veranlasst, diesen Artikel zu schreiben, sondern auch zwei Links zu Videos, die Ernst von Chaulin in den vergangenen Wochen in und rund um das Hotel Miramar gedreht hat. Auch sie spiegeln intensive Begegnungen und dieses Sich-Einlassen auf das Gegenüber wider. Im ersten Video ist es die Begegnung mit der Kunst und dem Künstler Ante Bakter. Er lebt im Landesinneren Kroatiens und wird vom Miramar immer wieder eingeladen, sich vom Meer inspirieren zu lassen und im Hotel Bilder zu gestalten. Während unseres Aufenthaltes im Mai hat er an einem Nachmittag im Garten des Hotels ein Bild gemalt und den Gästen so die Möglichkeit gegeben, dabei zu sein und zu erleben, wie die Blütenpracht auf die Leinwand gezaubert wird. Nun hat er ein Wandgemälde im Bereich des großen, neuen SPAs angefertigt und die Arbeit des Malers wurde vom Fotographen festgehalten. Entstanden ist ein Video, das den Respekt vor der Kunst und dem Künstler ebenso darstellt, wie den Entstehungsprozess eines Kunstwerkes.
Mit diesem Link kommt ihr zum Video:

Ein Wandgemälde entsteht
im Hotel MIRAMAR

Auch wenn es verlockend ist, im Sommer faul am Strand zu liegen und die Erholung in der Entspannung zu suchen – mit einem zweiten Video zeigt Ernst von Chaulin, dass die Region Kvarner viel mehr zu bieten hat. Und dass eine Begegnung mit Land und Leuten, mit ihrer Musik und ihrer Kultur und der Natur ringsum äußerst lohnend ist! Es ist ein Video der langsamen Art, ohne schnelle Schnitte und ohne Action. Aber gerade durch diese Langsamkeit, die von der ruhigen Musik der Gruppe Pesekani unterstrichen wird, geschieht allein schon beim Zuschauen ein Stück Erholung, ein wenig Entschleunigung, einfach, das, was wir mit Urlaub verbinden. Hier wieder der Link zum Video:

Pesekani – eine kroatische Musikgruppe
entführt in die Kvarner Bucht

Begegnungen, Entschleunigung, Achtsamkeit – drei Begriffe, die für mich in den letzten Jahren wesentlich geworden sind und die ich in unserer Arbeit als Tangotänzerinnen so sehr schätze. So erfreut und überrascht es mich ganz besonders, diese in Fotos und Videos in und rund um das Hotel Miramar anzutreffen. Und umso mehr freue ich mich auf unseren nächsten Aufenthalt dort – Ende November – für Tango am Meer mit AdanzaS!

Sigrid

 

Der Duft des Südens

Der Duft des Südens

Istrien – die meisten von uns denken da zuerst einmal an die Küsten dieser Halbinsel, an das Meer und seine Düfte. Aber auch das Landesinnere ist eine Reise wert und es gibt vieles zu entdecken.

Man wird von einem satten Grün überrascht. Blau ist hier nur der Himmel, anstatt des Meeres reihen sich endlose Hügelketten aneinander, die, je weiter man kommt, umso niedriger und sanfter anmuten. Siedlungen sind hier rar, da und dort ein Kirchturm, ein paar steinerne Häuser, Wälder, Lichtungen, Straßen, Felder … Es scheint als führte die Straße durch eine völlig unbewohnte Landschaft. Und doch sind hier, auf den Hügelrücken, die sich wie Finger von der Erhöhung abspreizen, einige der bezauberndsten Orte Istriens versteckt. Ihr Reiz resultiert aus ihrer Lage und dem unglaublichen Feingefühl ihrer Erbauer für die Harmonie der Proportionen und Materialien…

So beschreibt Lidija KLasic in ihrem Buch Noch 172 Tage bis zum Sommer – eine istrische Reise dieses Land abseits der Küsten. So hat es sich auch uns dargeboten, als wir uns von Piran aus aufmachten nach Opatija. Vom Meer aus schlängeln sich die Straßen hügelaufwärts, führen durch Oliven- und Weingärten, das Meer sieht man von oben nur mehr aus der Ferne und bald schon taucht der erste dieser bezaubernden Orte auf – Buje. Hoch oben an einen steilen Abhang schmiegen sich die Häuser eng aneinander und bilden fast so etwas wie eine Festung aus der nur der Kirchturm herausragt. Beim Weiterfahren entdecken wir dann, dass sich der größere Teil des Ortes auf der anderen, sanft abfallenden Seite des Hügels befindet und sich in die Kulturlandschaft rundum schmiegt.

Wir fahren weiter, immer tiefer ins Landesinnere und gelangen schließlich ins Mirnatal. Ein dicht bewaldetes Flusstal, vor allem Eichen wachsen hier und bilden den Nährboden für eine heiß begehrte Knolle, die Trüffel. Ein verführerischer Duft, wenn ein paar Scheiben dieses Pilzes frisch über Nudeln oder ein Risotto gehobelt werden. Wenn man beim Gedanken daran Hunger bekommt, bietet sich ein Stopp in Motovun an. Auch dieser Ort bildet die Krone eines Hügels, der sich aus dem Mirnatal erhebt. Als wir aus dem Auto aussteigen, empfängt uns zuerst einmal der Duft der Akazien, die gerade in voller Blüte stehen. Eine schmale Gasse, vorbei an schönen, alten Steinhäusern, führt uns hinauf zu einer Loggia mit prächtiger Aussicht und der Stadtmauer. Man kann den Ort auf dieser Mauer umrunden – auf der einen Seite den Blick schweifen lassen in die unberührte Hügellandschaft, auf der anderen Seite Einblicke erhaschen in kleine Gärten und Hinterhöfe der BewohnerInnen dieses Ortes. Im Ort reiht sich ein Lokal an das andere, denn im Sommer kommen hier TouristInnen busweise an, jetzt im Mai ist es zum Glück noch relativ ruhig. Nach einer Stärkung und mit dem Duft von Jasmin in der Nase setzen wir unsere Reise fort.

Wir verlassen das Mirnatal, fahren an Buzet, sicher auch ein sehenswertes, kleines Städtchen, vorbei und gelangen an die Ausläufer des Ucka-Gebirges. Hier lockt uns noch Roc an – eine Perle auf diesem Teil der Halbinsel, den die Geografen wegen der Farbe der Felsen „graues Istrien“ nennen, wiewohl es eigentlich grün ist … Auch Roc ist von einer Stadtmauer umgeben, hat noch gut erhaltene Türme, ein altes Stadttor, geschwungene Gassen mit Häusern, in deren steinerne Fassaden viele ältere Elemente mit Verzierungen und Reliefs eingearbeitet sind. Fragmente früherer Bauten aus der Renaissance oder sogar aus der Römerzeit, wie man sie in Istrien immer wieder antrifft. Ein verschlafener Ort an diesem Sonntagmittag im Mai. Die EinwohnerInnen stehen nach der Messe am Kirchplatz zusammen. Im einzigen Lokal des Ortes wartet die Kellnerin auf Besuch. Ein Steinmetz verlässt gerade seine Werkstatt. Eine kleine Katze auf einer Fensterbank lugt hinter einem Blumentopf hervor. Wir kommen uns hier ein bisschen wie Eindringlinge in die Sonntagsruhe vor. So verlassen wir den Ort, nehmen eine Nase voll Irisduft mit und fahren bergwärts, hinauf auf den Ucka.

Die Vegetation ändert sich rasch, hat nichts Mediterranes mehr. Wir entdecken Frostschäden an den Buchen und Kastanien und erfahren nachher, dass es auch hier noch Ende April Frost gegeben hat. Je höher hinauf wir kommen, umso dichter wird der Nebel. Denn hier oben stauen sich gerne die Wolken und man glaubt nicht, dass das Meer nur mehr wenige Kilometer entfernt ist. Aber als wir den Poklon-Pass erreichen ist es soweit, die Kvarner Bucht liegt uns zu Füßen. Das Meer hat uns wieder!

Andrea

Verwendete Literatur: Lidija Klasic, Noch 172 Tage bis zum Sommer, eine istrische Reise, Folio Verlag

 

Miramar, ein paradiesischer Ort

Miramar, ein paradiesischer Ort

Ankommen im Miramar – die große, prächtige Empfangshalle betreten, durch die Glasfronten einen Blick auf Garten und Meer erhaschen, von der Hoteldirektorin Martina Riedl persönlich begrüßt werden, mit freundlicher und aufmerksamer Begleitung das Zimmer beziehen, sich sofort wohlfühlen in dem gemütlichen Ambiente, beim Begrüßungscocktail Wissenswertes über das Hotel und seine Angebote erfahren, …

„Nicht zu Hause und doch daheim“ – so beschreiben BesucherInnen zur Kaiserzeit ihr Lebensgefühl in Abbazia. Im heutigen Opatija im Hotel Miramar stellt sich für seine Gäste dieses Gefühl auch ein, und viele kommen immer wieder.

Das Hotel mit seiner wunderbaren Lage an der Kvarner Bucht mit Blick einerseits auf die Inseln Cres und Krk und anderseits auf die Stadt Rijeka gleicht einem kleinen Paradies. „Ich habe sooft und jedes Mal mit solcher Bezauberung von diesem irdischen Paradies gelesen“, schrieb Anton Tschechow als er 34jährig in Opatija weilte. Auch er war davon angetan, „dass von hier aus sowohl Fiume als auch die fernen, von lila Nebeln gefärbten Inseln sichtbar sind.“ Genau dieser Blick bietet sich den Gästen des Miramar von den Balkonen der Zimmer, von den Terrassen am Meer, vom Garten, vom Tanzsaal, …

Jetzt im Mai ist vor allem der Garten so ein „irdisches Paradies“ wie es Tschechow beschreibt. Das frische Grün, eine Blütenpracht an allen Ecken und Enden, das Plätschern des Springbrunnens und lauschige Plätzchen laden zum Verweilen ein. Dazu noch Vogelgezwitscher und eine Meeresbrise, was braucht man mehr, um sich zu erholen?

Der alte „Curort“ Abbazia hat ja auch schon eine mehr als hundertjährige Tradition, wenn es um Erholung oder Regeneration geht. Manche suchten hier auch Zuflucht. So hat ein Landsmann von Anton Tschechow, Vladimir Nabokov, ebenfalls Schriftsteller, einige Monate seiner Kindheit hier verbracht. Die reiche Familie Nabokov weilte zur Zeit des russisch-japanischen Krieges und der Unruhen in Petersburg und Moskau, am Anfang des 20. Jahrhunderts, im Ausland. So mieteten die Eltern mit zwei Söhnen, einem Hauslehrer, einem Zimmermädchen, einem Butler, einem russischen Kindermädchen und einer englischen Gouvernante 1904 für ein paar Monate eine geräumige Villa an der damals modernen Riviera von Opatija, erzählt Lidija Klasic im istrischen Reisebuch Noch 172 Tage bis zum Sommer. Nabokov selbst schrieb später in seiner Autobiografie über diese Villa: Ihr Name war Neptun – ich kann immer noch ihr gelbes, spitzes Türmchen auf alten Bildern von Abbazia erkennen. Wahrscheinlich würde er sie auch heute noch erkennen, denn komplett renoviert bildet sie nun das Herzstück des Hotel Miramar mit dem Speisesaal samt Wintergarten, der Habsburgbar, den Meerterrassen und den Zimmern mit der schönsten Aussicht.

Gleich neben der Villa Neptun, integriert in die Gartenanlage, befindet sich das SPA des Hotels. Denn sollte das Wetter einmal nicht so schön sein, um sich im Garten oder auf einer der Sonnenliegen direkt am Meer zu entspannen, kann man das im SPA, besser gesagt in einem der zwei SPAs tun. Das eine ausgestattet mit finnischer Saune, Kräutersauna, Dampfbad und einem Meerwasserpool, das andere mit finnischer Sauna und Infrarotkabine, einem Süßwasserpool, und von den Ruheliegen aus liegt einer der Garten und das Meer zu Füßen. Ein Ausblick, an dem ich mich nicht sattsehen kann! Während ich das schreibe, liege ich nämlich hier und lasse meinen Blick immer wieder schweifen über Zypressen, Pinien und Palmen, über das Meer bis hinüber zum fernen Velebitgebirge. Inzwischen scheint auch wieder die Sonne, nachdem es zuvor Regen gab, und lockt hinaus, um vielleicht am Lungomare einen Spaziergang zu unternehmen. Bewegung und die Meeresluft wecken dann den Appetit fürs Abendessen, der eigentlich nicht geweckt werden muss. Denn das, was hier serviert wird, ist so außergewöhnlich gut, dass man sich ohnehin schon den ganzen Tag aufs Abendessen freut. Und wenn man sich verständlicherweise nicht zurückhalten kann, dann gibt es diese Woche die Möglichkeit durch Tanzen zu verhindern, dass sich das gute Essen gleich in Kilos niederschlägt. Wir bieten nun schon zum Mal hier unseren Workshop Solo Tango an und tanzen jeden Tag zwei Stunden mit den Gästen – Tangomusik im Ohr, das Meer vor Augen, umgeben von netten und interessanten Menschen, … es ist paradiesisch!

Andrea

Verwendete Literatur: Lidija Klasic, Noch 172 Tage bis zum Sommer, eine istrische Reise, Folio Verlag

 

Istrien – ein schöner Arbeitsplatz!

Istrien – ein schöner Arbeitsplatz!

Kennst du dieses Gefühl der Unwirklichkeit, jene Momente, in denen du das, was du gerade erlebst, kaum fassen kannst? In den letzten Tagen häufen sich diese Glücksmomente bei mir. Aber jetzt mal langsam und von Anfang an:

Am Freitag machten wir uns bei strömendem Regen auf den Weg und sind quer durch Slowenien gefahren. Ab Postojna wurde die Wolkendecke etwas heller und das frische Grün der Bäume in der Karstlandschaft weckte unsere Vorfreude. Als wir bei Crni Kal die Karstlandschaft hinter uns ließen und steil bergab Richtung Meer fuhren, tauchten die ersten Olivenbäume auf, die Blüten des Ginsters und der Akazien begrüßten uns und schon gab es diesen freudigen Moment: der erste Blick aufs Meer! Die Luft war reingewaschen vom Regen, hell und klar leuchtete die mediterrane Landschaft. Auch auf der nun folgenden Strecke im kroatischen Teil von Istrien mit seiner dunkelroten Erde, dem jungen Grün der Weinstöcke und den abertausenden von Akazienblüten war sofort wieder dieses Gefühl von Urlaub und Entspannung da. Denn bisher waren wir ja immer als Urlauberinnen in Istrien unterwegs. Diesmal aber sind wir zum Arbeiten hier! Zugegeben, ein wunderschöner Arbeitsplatz!

TANGO und YOGA in Rovinj – in einem Apartment-Resort direkt am Meer und mit einem herrlichen Blick auf die Altstadt. Nach Norden zu folgte ein naturbelassener, völlig unbebauter Küstenabschnitt, der in den Pausen zum Spazierengehen einlud. Da gab es auch unzählige Plätzchen, um es sich windgeschützt zwischen den Felsen am Meer gemütlich zu machen und einfach auf den Horizont zu schauen, dem Rauschen der Wellen zu lauschen und das Leben zu genießen. Andere TeilnehmerInnen wieder zog es zum Flanieren nach Rovinj, vielleicht zu einem Cappuccino auf der Piazza oder einem Aperol in einer Bar am Hafen … . All das war das Rahmenprogramm zu intensiven Yogaeinheiten und für Solo Tango! Wir tanzten auf einer Terrasse mit Blick aufs Meer, den Horizont vor Augen und umgeben von Tangomusik tauchten wir mit den TeilnehmerInnen immer tiefer ein in die Welt des Tango Argentino. Wunderbar!

Am Sonntag hatten wir nur eine kurze Wegstrecke, um an einen weiteren Ort, in dem wir schon mehrmals unseren Urlaub genossen hatten, zu reisen: Piran, das malerische Städtchen auf einer kleinen Landzunge im slowenischen Teil von Istrien, hatten wir als den Ort ausgewählt, an dem wir unsere vierte Straßenkunstsaison eröffneten.

Die große, ovale Piazza Tartini unterhalb der mächtigen Kirche wurde die Bühne für die Premiere des neuen wo/men tango acts, von dem Andrea im letzten Blogartikel erzählt hat. Und schon nach den ersten Takten, dem ersten Tango, der ersten Begrüßung unseres Publikums war sie wieder da – die Faszination der Straßenkunst! Nach den vielen Monaten der Winterpause ist es beinahe unglaublich, wie sehr sich diese Liebe zum Auftreten sofort wieder einstellt, dieses Wissen und Fühlen: Das ist es, woran unser Herz hängt! Dreimal tanzten wir unser neues Stück, immer wieder umringt von Kindern, die von unseren Seifenblasen begeistert waren und fasziniert unser Stück beobachteten. Wir hatten schon vermutet, dass dieses surreale, bunte Stück – kleine und große – Kinder besonders ansprechen wird.

Surreal wie die Geschichte, die wir in dieser Saison tanzen, ist eben auch unser Leben! Und bunt, abwechslungsreich und voller Überraschungen. Wir hätten uns niemals träumen lassen, dass diese schönen Orte unsere neuen Arbeitsplätze sein könnten! Das Hier-Sein, die Begegnungen mit den TeilnehmerInnen beim Workshop und mit unserem Publikum, unsere Tangoleidenschaft mit Solo Tango weitergeben zu können und als Straßenkünstlerinnen aufzutreten – einfach unglaublich, das größte Glück! Und so sind diese Tage hier auch verbunden mit einer großen Dankbarkeit!
Gracias a la vida heißt ein Tango von Violeta Parra – dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen!

Sigrid

Oder doch noch ein Tipp, zum Weiterlesen?
Vor zwei Jahren erzählte ich in einem Blogartikel von Bella Italia als schönem Arbeitsplatz.

 

Yoga und Tango

Yoga und Tango

Ganz bei sich sein, Erdung, bewusstes Atmen, Anspannung, Entspannung, bewusste Bewegung, Flow, Was beschreibe ich mit diesen Worten? Für alle, die Yoga betreiben, wird es ganz klar Yoga sein. Aber ich denke, auch viele, die Tango tanzen, werden sich darin finden. Für mich ist es nämlich beides. Tango und Yoga haben sehr viele Gemeinsamkeiten und ergänzen sich wunderbar.

Seit nunmehr drei Jahren beginnt jeder Tag für mich mit Yoga. Damit begrüße ich den neuen Tag, es ist ein sanftes Aufwecken des Körpers, ich übe den achtsamen Umgang mit dem Körper als Vorbereitung auf das Tanzen. Bevor wir uns vor mehr als drei Jahren auf den Weg nach Buenos Aires gemacht haben, war uns bewusst geworden, dass wir neben dem intensiven Tanzen noch eine andere Form der Körperarbeit brauchen. Da fiel uns Yoga in Form der Yogatrainerin Petra Stiefsohn von Lebens-Welten zu. In einigen Privatstunden stellte sie speziell für uns ein Programm zusammen, das wir im Großen und Ganzen bis heute immer gleich praktizieren. Wir wurden schon mehrmals gefragt, ob uns dabei nicht fad würde. Ich kann nur sagen: überhaupt nicht! Einerseits sind mittlerweile die Bewegungsabläufe so verinnerlicht, dass ich den Kopf ausschalten kann und die Bewegungen einfach fließen. Andererseits fühlen sich die gleichen Bewegungen von Tag zu Tag anders an. Und das Schönste für mich, ist zu beobachten, wie im Lauf von Monaten und Jahren, Beweglichkeit, die schon verloren war, wieder zurückkommt. Mittlerweile gehört Yoga für mich zum Tagesbeginn wie das Frühstücken und es fehlt etwas, wenn es aus irgendeinem Grund ausfällt.

e160323p036Für mein Tangotanzen profitiere ich ungemein durch Yoga. Ich stehe sowohl am Beginn vom Yoga als auch beim Tangotanzen gleich da. Ich achte bewusst auf meine Atmung, meine Haltung, versuche mich zu erden und ganz im Hier und Jetzt zu sein. Wenn ich dann zu tanzen beginne, geht es einfach leichter. Außerdem gelingt es mir durch regelmäßiges Yoga eine Körperspannung aufzubauen, die gerade fürs Tangotanzen notwendig ist. Aber auch die Entspannung, die es danach braucht, übe ich beim Yoga. Und ganz wichtig ist mir auch das Dehnen. Intensives Tanzen ist nichts anderes als Sport. Da weiß mittlerweile jeder, dass Muskeln nach der Anstrengung gedehnt werden müssen. Für die vielen Dehnübungen im Yoga bin ich also besonders dankbar, denn ich habe das Gefühl, dass sie wesentlich sind, um beweglich zu bleiben.

Auf Grund dieser Erfahrungen, entstand die Idee, Yoga und Tango in Kombination auch für andere anzubieten. yogarovinj2016-300x300Wieder ein schöner Zufall führte uns zu der begnadeten Yogatrainerin Eva Maria Flucher und ihrem DO YOGA. Gemeinsam bieten wir nun ein Wochenende, 28. – 30. April, in Rovinj an. Gruber Reisen Deutschlandsberg veranstaltet diese Tango & Yoga Reise, bei der es täglich sowohl zwei Stunden Yoga als auch zwei Stunden Solo Tango gibt. Untergebracht im 4* Hotel Amarin auf einer grünen Halbinsel etwas außerhalb von Rovinj bleibt auch genug Zeit, um den Frühling am Meer zu genießen. Wenn du jetzt Lust bekommen hast, diese Kombination auch einmal zu probieren, kannst du dich hier informieren und anmelden.

 

Yoga ist eine Einladung zum Glücklichsein! Mit diesen Worten von Eva Maria Flucher beschließe ich diesen Blogartikel und kann nur hinzufügen: Das Gleiche gilt für den Tango!

Andrea