Facciamo un giro

Facciamo un giro

Wir drehen eine Runde! Diese Idee hatten wir schon vor Monaten beim Blick in den Terminkalender, als wir feststellten, dass die Woche nach unserem Workshop in Tirol noch nicht verplant ist. „Wenn wir ausnahmsweise mit dem Auto statt mit dem Zug reisen, könnten wir am Rückweg über Italien fahren und endlich wieder einmal Bella Italia genießen!“ Auf den zweiten Blick stellten wir fest, dass wir am Wochenende davor im Waldviertel SOLO TANGO tanzen und schon tauchte die Frage auf: „Vom Waldviertel 300 Kilometer zurück ins Südburgenland und dann gleich nach Innsbruck?“  Wir sind zwar gerne mit unserem kleinen Fiat unterwegs, aber lange Autofahrten lieben wir gar nicht. Also, dann machen wir gleich eine große, zweiwöchige Tour!

So sind wir an einem strahlend schönen Freitag Richtung Norden aufgebrochen – ausgerüstet mit Arbeits- und Freizeitutensilien und voller Vorfreude auf diese Reise. Von Anfang an war klar, dass wir ab nun Arbeit mit Genießen verbinden und es uns richtig fein machen. So legten wir, im Waldviertel angekommen, eine Mittagsrast am Ottensteiner Stausee ein, bevor wir das letzte Stückchen nach Schrems fuhren. In der GEA Akademie fühlten wir uns schon fast wie zu Hause, so vertraut sind uns die Menschen und die Atmosphäre dort schon. Und wie bei allen vorhergehenden Workshops hatten wir wieder eine total nette Gruppe und ein großartiges SOLO TANGO Wochenende.

Sonntag zu Mittag, nach dem herzlichen Abschied von unseren TeilnehmerInnen, tauschten wir die Tanzschuhe gegen Wanderschuhe und machten uns auf ins Schremser Hochmoor und in die Gegend um Heidenreichstein. Das sanfte Herbstlicht, die bunten Blätter, das saftige Grün und das tiefblaue Wasser der Seen und Teiche zauberten eine Stimmung, die beinahe unwirklich schön war! Wir konnten uns kaum sattsehen und sind immer wieder stehen geblieben, um Neues zu bestaunen.

Am Montag machten wir uns auf den Weg nach Salzburg und ließen uns dabei so richtig treiben. Spontan legten wir in Freistadt einen ersten Stopp ein und bummelten durch die kleine, nette Altstadt. Obwohl das Wetter nicht perfekt war, lockte uns das Salzkammergut. So kam ich erstmals nach Gmunden und war sofort begeistert! Der See, die prachtvollen alten Häuser an der Uferpromenade, der Blick auf die Berge! Noch heute hat Gmunden das Flair früherer Tage, als es ein Tummelplatz für SommerfrischlerInnen war. Zum Beispiel in der Conditorei Grellinger am Franz-Josef-Platz, die schon seit 1888 besteht. Beim Blick in das Gästebuch zeigt sich, dass hier nicht nur zu „Kaisers Zeiten“ alles, was Rang und Namen hatte, ein- und ausging und so wurde  K&K im Salzkammergut kurzerhand uminterpretiert in Künstler&Kaiser. Ob die Törtchen damals auch schon so köstlich waren, weiß ich nicht, aber unsere Kaffeepause war der reinste Genuss! Als wir die Conditorei verließen, blitze die Sonne hervor und wir beschlossen, nicht zurück auf die Autobahn zu fahren, sondern auf kleinen Straßen weiter durch das Salzkammergut zu reisen. Unser Cinquecento kletterte die Bergstraße hinauf und schien wie wir von dem Panorama, das sich plötzlich auftat, angetan! Über den Attersee und den Mondsee – mit dem Mond über dem See! – ging es dann am Abend nach Salzburg.

In Salzburg machten wir uns zu Fuß auf den Weg (unser Fiat hat sich eine Pause verdient!), um die Stadt zu erkunden. Wir schlenderten einfach durch die Gassen der Altstadt, ohne Plan und ohne Ziel, machten hier und dort Entdeckungen, zum Beispiel eine Hackbrett spielende Straßenkünstlerin nahe dem Dom, fanden uns plötzlich im Park des Schlosses Mirabell wieder, bestiegen anschließend den Festungsberg und spazierten zum Mönchsberg … inmitten von Tausenden TouristInnen und dennoch allein!

Dann war wieder die Arbeit an der Reihe! Auf der Suche nach einer Kooperation in Süddeutschland sind wir auf ein Seminarhotel nahe dem Chiemsee aufmerksam geworden und haben mit der Geschäftsführerin einen Termin vereinbart. Wir besichtigten das Haus und besprachen eine mögliche Zusammenarbeit. Dann fuhren wir zum See und nach einem köstlichen Mittagessen im Haus am See in Chieming tauschten wir unseren roten Fiat gegen ein blitzblaues Elektroboot und machten eine Spazierfahrt. Ehrlich, so schön kitschig ist es selten!

Am nächsten Tag ging es bei Kaiserwetter nach Tirol zu einer anderen K&K Audienz – der Anblick der beiden Bergmassive des Zahmen und Wilden Kaisers war tatsächlich majestätisch. Auf einer Mautstraße fuhren wir auf die 1000 Meter hoch gelegene Griesneralm direkt an der Nordwand des Wilden Kaisers. Unser Cinquecento blieb dort zurück und wir machten uns auf zu einer Bergtour. Und dieser Tag war so wunderschön, dass ich gar keine Worte finde und einfach die Bilder sprechen lasse:

Ab Freitag war wieder Tanzen angesagt – bei unserem ersten Workshop in Tirol, der ganz unter dem Motto klein und fein stand. Das Seminarhaus Zeit&Raum, mitten im Dorf Mieders, wurde behutsam und stimmig in ein 400 Jahre altes Bauernhaus integriert, hell und freundlich, mit viel Holz, einer angenehmen Atmosphäre und umgeben von einer prachtvollen Bergkulisse.
Klein und ganz besonders war aber auch die Gruppe der Teilnehmerinnen, die sich durch gemeinsame Botanikkurse  bei Anima Miedler gut kannten.  Sie hat nicht nur dieses Wochenende für uns organisiert, sondern die Gruppe mit feinem Gespür begleitet und einen harmonischen Rahmen bereitet. Ein ganz spezielles Tangowochenende!

Nach getaner Arbeit war es dann soweit – auf nach Bella Italia! In Bozen machten wir den ersten Stopp, fuhren weiter nach Trento und durch das Val Sugana nach Valdobbiadene, wo der Prosecco gedeiht. Und vom ersten Moment an waren wir mittendrin in all dem, was wir an Italien so lieben: In Valdobbiadene war Markttag, ein buntes Treiben auf der Piazza und in der kleinen Osteria, in der die Menschen nach dem Einkaufsbummel ein Glas Prosecco tranken und wir eine Mittagsjause einnahmen. Laut und fröhlich war die Stimmung und das Essen köstlich! Dann kurvten wir auf kleinen Straßen umher, um ein Agriturismo zu finden, parkten unseren Cinquecento vor dem Weingut, in dem wir uns einquartierten und machten uns auf zu einer ersten Erkundungsrunde. Am nächsten Morgen marschierten wir wieder los, ohne Landkarte und ohne Markierungen, suchten den Weg durch die Rebzeilen, Hügel auf und Hügel ab, kamen genau zur Mittagszeit an einer Osteria vorbei, in der wir uns stärkten, lagerten uns zur Siesta in einem der Weingärten und beschlossen die Runde mit einem Glas Prosecco bei der Ankunft in „unserem“ Weingut. Da fehlte nur noch eines: ein köstliches Abendessen in einem netten Ristorante! Perfetto!

Langsam nahte das Ende unsere Rundreise und auf einmal war sie da, die freche Idee, als krönenden Schlusspunkt nach Venedig zu reisen. Unser Cinquecento blieb am Dach des Parkhauses zurück und hatte so zumindest eine schöne Aussicht. Wir machten uns zu Fuß auf den Weg und fanden schnell ein nettes, kleines Hotel, bevor wir mit unserem Streifzug durch das Labyrinth der Gässchen und Brücken begannen. Bald machten wir in einer Bar die erste Pause für ein Häppchen – eine Riesenauswahl an Köstlichkeiten machte die Entscheidung nicht einfach! – und ein erstes Glas Wein. Dann gingen wir weiter Richtung Rialtobrücke, entdeckten im Luxuseinkaufstempel eines alten Palazzos den Zugang zu einer Dachterrasse, standen über den Dächern von Venedig und staunten! Während dieser ersten Stunden in der Stadt wussten wir zeitweise gar nicht, ob das denn nun die Wirklichkeit oder ein Traum ist, wir waren wie verzaubert! Je näher wir dem Markusplatz kamen, umso dichter wurde das Gedränge – waren wir in Salzburg noch inmitten von Tausenden TouristInnen unterwegs, so waren es hier wohl Zehntausende. Aber auch das hatte seinen Reiz: sich einfach in die Menge fallen zu lassen, die Menschen zu beobachten, irgendwie doch mit ihnen verbunden, aber eigentlich ganz für uns zu sein. Auf dem ganzen Weg durch die Stadt begleitete uns auch der Tango – immer wieder tauchte ein Werbeplakat für Tango auf, und zur Livemusik vor dem berühmten Cafe Florian am Markusplatz tanzten wir sogar ein paar Schritte. Am Abend dann war es ruhig in der Stadt, Venedig gehörte wieder den VenezianerInnen – ja, die gibt es! – und den wenigen Gästen, die wie wir hier übernachteten und diese besondere Atmosphäre der ruhigen Kanäle, des Lichts in den Gässchen und auf den kleinen Plätzen, und natürlich das köstliche Essen in einer kleinen Osteria schätzen.

Unglaublich, was wir in diesen zwei Wochen gesehen und erlebt haben! So ist dieser Beitrag viel länger geworden als alle anderen, aber was hätte ich auslassen, wovon hätte ich nicht erzählen sollen?  Und ehrlich, ich habe nicht übertrieben, es war wirklich so traumhaft! Immer wieder haben wir festgestellt, wie wunderschön es gerade ist, wie fein wir es haben, wie dankbar und glücklich wir sind!
Era un giro grandissimo e bellissimo!

Sigrid

 

Ein Dorf an der Grenze und die Kunst

Ein Dorf an der Grenze und die Kunst

Wenn wir für unsere Workshops oder Auftritte unterwegs sind, werden wir immer wieder gefragt, wo wir leben. Und wir sind immer wieder erstaunt, wie vielen Menschen unsere Gemeinde, oder genauer gesagt das Künstlerdorf Neumarkt, ein Begriff ist. Es ist also schon lustig, wenn wir erzählen, dass wir im „letzten Eck“ Österreichs leben und dann zu hören bekommen, dass man dieses eh kennt. Nun, ein Eck ist es ja wirklich, nämlich das Dreiländereck Österreich-Ungarn-Slowenien. Aber gerade dieses abgeschiedene Grenzgebiet war ideal, um ein Anziehungspunkt für KünstlerInnen zu werden. Wie kam es dazu?

Am Anfang, und das waren die 60er Jahre, gab es in Neumarkt ein altes Bauernhaus, das abgerissen werden sollte. Und es gab ein paar Leute, die dieses alte Bauwerk erhalten wollten. Sie konnten den damaligen Landeskonservator, Alfred Schmeller, sofort für ihr Anliegen gewinnen. Dieser hatte die Idee, daraus ein Atelierhaus als Künstlerresidenz zu machen. So wurde zunächst ein Verschönerungsverein zur Rettung des alten Gebäudes gegründet, aus dem später der Kulturverein wurde. Nach dreijähriger Renovierung wurde 1968 das Künstlerrefugium eröffnet, ein Fest, bei dem das ganze Dorf mit gefeiert hat.

Die ersten KünstlerInnen, die diesen Rückzugsort nutzten, ließen nicht lange auf sich warten. Einer der ersten war Johannes Wanke, der Meister des Holzschnittes. Er beschrieb die Gegend hier so: „Im Sommer Sahara, im Winter Sibirien.“ Extreme also, die aber anscheinend anzogen. „Die Abgeschiedenheit und das Klima bedingen die Anziehungskraft dieser Reizgegend“, heißt es im Buch Das Künstlerdorf Neumarkt an der Raab, das von Petra Werkovits und Peter Vukics herausgegeben wurde. Hier konnte man ungestört arbeiten, es lenkte nichts ab, alles konzentrierte sich auf die Arbeit, schöpferische Einsamkeit war möglich.

So kamen im Laufe der Jahre ein weiteres Atelierhaus und andere Gebäude dazu und das Künstlerdorf wurde ein Ort, an dem sich die Créme de la Créme der österreichischen Kunstszene die Türklinke in die Hand gab: Christian Ludwig Attersee, Walter Pichler, Martha Jungwirth, Elfie Semotan, Peter Handke, um nur einige zu nennen. Letzterer hatte sich in Neumarkt eingemietet, um das Konzept für seinen Roman Die Angst des Tormanns beim Elfmeter zu erarbeiten. Auch ihn hatte diese Gegend sehr inspiriert, denn „dieses Buch ist ja eine der schönsten geografischen Beschreibungen von Neumarkt und Jennersdorf“ (Zitat von Peter Sattler).

Einer, dessen Name ganz eng mit dem Künstlerdorf verbunden ist, ist Edi Sauerzopf. Seine Zeichnungen bilden sozusagen eine bildliche Chronik dieses Ortes. Und er war es auch, der die Idee für die Sommerkurse hatte. Im Jahr 1971 gab es zum ersten Mal einen „Sommerkurs für werkgerechtes Gestalten“ mit sieben Teilnehmern. Im zweiten Jahr waren es schon zwanzig und so wurde die Angebotspalette erweitert.

Seither finden jährlich Sommerkurse statt. Die heurige Sommerakademie bietet bzw. bot sechs Wochen lang Kurse zu Malerei und Zeichnung, Drucktechniken, Bildhauerei und Plastisches Gestalten, Fotografie, Musik, Tanz und Schreiben an. Auch Kurse für Kinder waren im Programm. Und im Bereich Tanz gibt es erstmals Tango Argentino. Wir freuen uns schon sehr auf diese Woche mitten im August, Tango vom Solo ins Paar ist das Motto, und der Kurs so gut wie ausgebucht. Wir werden also die Dorfgalerie mit Tangomusik füllen und ausgiebig betanzen.

Dass das Künstlerdorf und darin die Kunst immer noch leben und gedeihen, ist der jetzigen Obfrau des Kulturvereins, Petra Werkovits, zu verdanken. Sie organisiert mit ihrem Team nicht nur die Sommerakademie, sondern auch Ausstellungen, Lesungen und Konzerte das ganze Jahr hindurch. Wir besuchen diese Veranstaltungen, wann immer es der Zeitplan erlaubt, gerne, denn hier finden wir Kunst von hoher Qualität, noch dazu vor der Haustür, und interessante Begegnungen. Gerade auch weil es ein Ort für künstlerischen Austausch ist, ist er weit über das Burgenland hinaus bekannt.

So möchte ich diesen Beitrag mit einem Satz aus dem Programmheft der Sommerakademie beenden:
Der Genuss der Einfachheit hat sie (die KünstlerInnen) das Wesentliche spüren und Großartiges erschaffen lassen.

Andrea

Verwendete Literatur:
Das Künstlerdorf Neumarkt an der Raab, herausgegeben von Petra Werkovits und Peter Vukics, Residenz Verlag

 

Ulm feiert den Tanz!

Ulm feiert den Tanz!

Das wunderbare Frühlings- und Vollmondwochenende war gerade richtig, um auf den Straßen und Plätzen dieser schönen Stadt zu tanzen. Ulm hat ein ganz besonderes Flair durch die Kombination von sehr alten, geschichtsträchtigen Bauten mit moderner Architektur, durch seine Lage an der Donau mit dem schönen Donauufer und durch die vielen netten kleinen Plätze, die zum Verweilen einladen. Wir genossen eine private Stadtführung mit Anita Schlesak, einer Journalistin aus Ulm, die uns zu diesem Workshopwochenende eingeladen hatte.

Anita hatten wir vor mehr als einem Jahr beim Reiseleiterinnentreffen von WomenFairTravel kennengelernt, denn sie bietet Reisen in die Sahara an – mehr dazu auf http://www.wüstenliebe.de . Nachdem in Ulm der WeltTanzTag am 29. April jedes Jahr ziemlich groß begangen wird, hatte sie die Idee, an diesem Termin einen SOLO TANGO Workshop zu organisieren. So tanzten wir mit den TeilnehmerInnen an diesem besonderen Wochenende nicht nur im Tanzstudio sondern auch am Münsterplatz. Aber auch zwischen den Tanzeinheiten lockte uns das schöne Wetter ins Freie, z. B. zu einem Picknick im Park. Die Begegnungen und Gespräche, das gemeinsame Genießen und Tanzen führten zu einem sehr schönen und intensiven Gruppenerlebnis.

Als Abschluss dann noch Teil des WeltTanzTages zu sein war einfach großartig,  zu erleben wie die Altstadt von Ulm zur Bühne wurde für TänzerInnen aller Sparten und aller Altersgruppen. Aber die Bilder vermitteln die Stimmung dieses Tanzfestes wohl besser als alle Worte.

So bleibt uns nur noch, ein großes DANKE nach Ulm zu schicken, an Anita für die Einladung und die herzliche Begegnung, an Guido Gerlach für einige der wunderschönen Fotos vom Münsterplatz und an die TeilnehmerInnen dieses Workshops!
Irgendwie sagt unser Gefühl, dass wir nicht das letzte Mal in Ulm waren!!!

Andrea und Sigrid

 

Argentinischer Tango im Südburgenland?!

Argentinischer Tango im Südburgenland?!

Im Sommer 2013 war ein Kamerateam mit der ORF-Redakteurin Sabine Lentsch bei uns, um einen Beitrag für die Serie Mein Traumhaus zu gestalten. Wir sollten uns für einen Lieblingsplatz auf unserem Hof entscheiden und sofort war klar, dass dies unser Tanzsaal ist! Das Interview begann dann ebendort mit der Frage: „Argentinischer Tango im Südburgenland?“ Nun, was damals überraschend und unglaublich geklungen hat, ist Realität geworden.

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Tango ausgehend von Buenos Aires auf der ganzen Welt verbreitet. In beinah jeder größeren Stadt gibt es die Möglichkeit, Tango zu tanzen.

Wir leben seit einigen Jahren im Südburgenland und haben hier bei einem Wochenendworkshop im Jahre 2007 unsere ersten Tangoschritte gemacht, denn überraschenderweise war diese ländliche Region kein weißer Fleck auf der Tango-Weltkarte. Als wir den Tango zu unserem Beruf machten, wollten wir dazu beitragen, den Tango hier noch stärker zu verwurzeln und gerade in dieser Woche erleben wir voller Freude, dass uns dies gelungen ist!

Mit dem Workshop SOLO TANGO reisen wir seit mehr als einem Jahr durch Österreich, nach Kroatien und demnächst auch nach Deutschland. Am vergangenen Wochenende gab es den ersten Workshop hier im Südburgenland. Gemeinsam mit der Grazer Yogalehrerin Christine Swoboda gestalteten wir im Hotel Das Eisenberg YOGA &/oder TANGO. Die Kombination von Yoga und Tango ist für uns nicht neu, praktizieren wir doch täglich Yoga und erleben es als wunderbaren Ausgleich und als Ergänzung zum Tanz. Christine haben wir als Musikerin kennengelernt, sie spielt das Bandoneon und macht gemeinsam mit einer Grazer Sängerin Tangomusik. Da war sofort klar, dass wir ein gemeinsames Wochenende anbieten wollen, an dem sich unsere Leidenschaften verbinden, Grenzen verschwimmen und Körper, Geist und Seele in Einklang gelangen. Am Ende der Yogaeinheiten führte uns Tango-Livemusik, gespielt am Bandoneon, in die Entspannung. Am freien Tanzabend tanzten Tanzpaare und SolotänzerInnen auf der gleichen Tanzfläche – eine Vision für zukünftige Milongas?

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Das Eisenberg hat den perfekten Rahmen für dieses Wochenende geboten. Bestens umsorgt, kulinarisch-herbstlich verwöhnt, mit Zeit für Wellness oder einem Spaziergang zum Dreiländereck haben die TeilnehmerInnen die Zeit hier im Südburgenland sehr genossen. Und wir hatten unseren ersten Workshop SOLO TANGO quasi vor der Haustür, am nächsten Hügel, fast in Sichtweise von unserem Traumhaus.

In den nächsten Tagen geht es aber gleich mehrfach weiter mit dem Tango im Südburgenland:

Morgen Abend geben wir einer Tangobegeisterten hier in unserer Gemeinde wieder eine Privatstunde. Diese Tango Lessons sind nur ein kleiner, aber überaus schöner Teil unserer Arbeit, bei dem wir Einzelpersonen oder Paaren klassischen Unterricht im Tango als Paartanz geben. Der große Vorteil von Einzelstunden ist, dass wir ganz individuell auf die Wünsche und den jeweiligen Tanzlevel eingehen können und daher rasch Erfolge sichtbar werden, die wiederum Lust aufs Weitertanzen machen.

Neben den Privatstunden gibt es einmal im Monat in Neumarkt an der Raab einen Tango-Übungsabend und der nächste Termin ist gleich am kommenden Sonntag. Diese Abende sind offen für alle Tanzbegeisterten, egal ob sie die ersten Tangoschritte wagen oder schon leidenschaftlich Tango tanzen. Wir begleiten die Tanzenden, sind da bei Fragen, geben Tipps und Hilfestellungen oder zeigen gerne auch neue Schritte. Auch an diesen Abenden ist die Runde meistens nicht sehr groß, ein Übungsabend im Südburgenland wird nicht so rege besucht wie einer in Graz oder Wien. Aber das ist für uns nicht entscheidend. Wir freuen uns, dass es diese Abende schon seit mehreren Jahren gibt und manche dafür extra aus der Weststeiermark, dem Mittelburgenland oder sogar aus Wien anreisen, um im Südburgenland Tango zu tanzen!

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Neben SOLO TANGO und den Tango Lessons sind Auftritte, bei denen wir Tango tanzen ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Und gerade damit hat es hier in der Region am längsten gedauert! Nun, das Südburgenland bietet sich ja wirklich nicht so ganz für Straßenkunst an. Zum zweiten Mal aber wurden wir vom Tanzverein sidestep zu einem Auftritt im Rahmen einer seiner Veranstaltungen eingeladen. Am 11. November feiert St. Martin an der Raab das FESTUM MARTINI NOVUM mit einem vielfältigen Programm. Unter dem Motto „gan(s)z fantastisch“ gibt es ein buntes Abendprogramm mit unterschiedlichsten Tanzperformances. Wir werden dabei unseren wo/men tango act Encuentro tanzen, einen Cross-over-Tango zu Don’t cry form me Argentina aus Evita darbieten und gemeinsam mit anderen Frauen erstmals eine SOLO TANGO – Performance zur Aufführung bringen. So sind wir an diesem Abend gleich dreimal auf der Bühne und damit ist der Argentinische Tango wohl endgültig im Südburgenland angekommen!

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEs ist wohl zwischen den Zeilen zu lesen und lässt sich auch nicht verheimlichen, dass wir uns darüber sehr freuen und auch ein klein wenig stolz darauf sind. In dieser Woche ist der Tango hier in der Region ganz komprimiert und intensiv zu erleben. Aber das Schönste ist, dass es darüber hinaus noch weitere Kooperationen hier im Südburgenland gibt und es im nächsten Jahr unter anderem bei der Sommerakademie im Künstlerdorf Neumarkt eine ganze Tangowoche geben wird. Aber davon erzählen wir besser ein andermal. Denn, der Tango ist hier nicht nur angekommen, um kurz mal vorbei zu schauen, wir sind uns sicher, dass er sich hier ebenso wohlfühlt wie wir und dass er hier bleiben wird!

Sigrid

 

Über die Liebe, den Mut, die Wirtschaft und das Leben!

Über die Liebe, den Mut, die Wirtschaft und das Leben!

Die Überschrift dieses Artikels war das Thema eines Vortrages von Heini Staudinger in Feldbach, bei dem wir gestern gewesen sind. Wie bei unseren ersten beiden Begegnungen mit ihm an unseren Workshopwochenenden im Waldviertel trug er wieder seine rote Jacke, dunkle Jeans und natürlich Waldviertler. Und wie im persönlichen Gespräch wirkte er auch am Podium im ersten Moment beinahe unsicher, vielleicht unschlüssig. Er spricht anfangs sehr langsam und bedächtig und unterbricht seine Rede immer wieder an ungewöhnlichen Stellen, mitten im Satz, nach einem Wort. Es scheint so, als wollte er seine Gedanken gerade erst ordnen oder als wollte er gerade dieses eine Wort hervorheben, indem er es so isoliert im Satzgefüge dastehen lässt. Es braucht einige Minuten, um sich auf seine ganz besondere Sprechweise einzustellen und diese Pausen als Anker zu erkennen, um sich selbst in den Worten wiederzufinden. Im Laufe des Vortrages erzählt er von seinem Leben, beginnend mit einer Reise nach Afrika, per Moped von seiner Heimatstadt in Oberösterreich aus, die er mit einem Freund als 19jähriger gemacht hat. Er erzählt von seinem beruflichen Weg, von der Entstehung seiner Firma und natürlich von der Auseinandersetzung mit der Finanzmarktaufsicht, die ihm den Titel „Finanzrebell“ eingebracht hat. In all diese Erzählungen fließen seine Gedanken über das Leben, über die Welt, über uns Menschen und unsere Werte ein und immer wieder redet er sich richtig in Schwung. Da ist dann nichts mehr von Ruhe und Bedächtigkeit zu spüren, da kann es schon passieren, dass er sehr leidenschaftlich wird und manchmal Gefahr läuft ins Moralisieren zu kommen. Aber sogleich folgt die nächste Pause, in der er sich und uns Zeit lässt, wieder zur Ruhe zu kommen und das Gesagte nachklingen zu lassen. Im Folgenden möchte ich versuchen, einige seiner Aussagen zusammenfassen:

Immer wieder geht es um die Kraft der Ideen als Ausgangsbasis für Veränderungen. Darum, die eigenen Kräfte zu mobilisieren, um seiner Sehnsucht zu folgen. Da muss ich zuerst in mich hinein hören, um diese Sehnsucht überhaupt einmal zu spüren. Natürlich ist es dann nicht ganz leicht, die Zwänge aufzubrechen und auszubrechen aus dem üblichen Muster des Lebens. Da gibt es ja auch viele Ängste, die sich zu Wort melden. Er schlägt vor, mit diesen Ängsten in einen Dialog zu treten und ihnen zu sagen: „Heute Abend hab‘ ich was vor, bei dem ich froh wäre, wenn du ein bisschen zur Seite trittst…“ In dieser Aussage zeigt sich auch einer seiner Wesenszüge, die humorvolle Selbstkritik, mit der er an das Leben herangeht. Heini Staudinger meint, dass nicht Geldmangel unsere Projekte verhindert, sondern es sind unsere Ängste. Aber so wie es ansteckende Krankheiten gibt, gibt es auch ansteckende Gesundheit – so, wie Angst ansteckend ist, ist es auch der Mut!

Ein weiteres Thema, das immer wieder in kurzen Zwischensätzen auftaucht, ist die Freude an meiner Arbeit, an meinem Alltag. „Wenn du am Stammtisch im Wirtshaus sagst, dass es heute in der Arbeit leiwand war, dann wirst du für verrückt erklärt!“ Jahrzehntelang hat man uns eingeredet, schön sei es nur, wenn man möglichst wenig tun muss, nur faul sein kann und trotzdem viel Geld hat.

Das Thema Geld zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend. Für Heini Staudinger gilt: Nicht, weil man viel Geld hat, kann man etwas machen, sondern weil man wenig braucht. Auf seiner Reise nach Afrika hat er gelernt, dass das Wichtigste im Leben das Leben selbst ist. In unserer Gesellschaft gelten so viele andere Dinge, etwa das Geld, das Auto, der Besitz … als die wichtigsten Dinge. Er erzählt auch von der Greißlerei seiner Eltern, in der er aufgewachsen ist und wo er die Grundfähigkeiten fürs Leben gelernt hat (grüßen, dienen und bedienen und kopfrechnen zählt er etwa dazu). Die wichtigste Erkenntnis habe er gewonnen, als es für kleine Greißler immer schwieriger wurde und rundum viele zugesperren mussten. Da sagten seine Eltern: „Solange wir das Auskommen haben, gibt es nichts zu jammern!“ Das sei der entscheidende Punkt für ein gelungenes Leben, den er auch noch mit einem Zitat von Seneca unterstreicht: Nie ist zu wenig, was genügt! In seiner Firma habe er sich jahrelang gefreut, wenn in der Bilanz eine „0“ herausgekommen ist, denn das hat bedeutet: wir haben das Auskommen! In diesem Zusammenhang erwähnt er auch, dass das Waldviertel häufig als „Krisenregion“ bezeichnet wird. Einmal habe ein Journalist ihn gefragt, ob dort jetzt Armut herrsche. Heini Staudinger hat geantwortet: „Wer weiß, dass er genug hat, der ist reich. In diesem Sinne haben wir viele Arme!“

Jetzt, während ich diese, seine Gedanken niederschreibe und sie in mir nachklingen, spüre ich, wie nahe mir vieles von dem, was Heini Staudinger als Basis für sein Leben bezeichnet, ist. Wir haben bisher noch nie ein längeres, persönliches Gespräch mit ihm geführt. Er kennt uns, unsere Geschichte der letzten Jahre und unseren Lebenstraum nicht. Aber ich weiß jetzt, warum uns unser Weg in die GEA Akademie geführt hat und diese Firma unser wichtigster Kooperationspartner geworden ist – wir denken sehr ähnlich über das Leben, wir setzten die gleichen Maßstäbe und wir schätzen das Glück des Lebens. Am Freitag werden wir zum dritten Mal in diesem Jahr ins Waldviertel fahren und unseren Workshop halten. Meine Freude und Dankbarkeit ist nun, nach diesem Vortrag und dem „gedanklichen Unterbau“ noch größer geworden. Danke, Heini Staudinger!

Sigrid

 

Wasser, Wald und Wackelsteine

Wasser, Wald und Wackelsteine

Ja, vor zwei Monaten haben wir es kaum gekannt, das Waldviertel, und nun sind wir – wie es ausschaut auf längere Zeit – alle drei Monate dort. Wir hatten von 3. – 5. Juli wieder einen Workshop in der GEA-Akademie, und die Zusammenarbeit ist für sie und für uns so fruchtbringend, dass wir nicht nur im Oktober das nächste Mal in Schrems sein werden, sondern für 2018 schon 4 Workshops geplant haben. Wir freuen uns riesig!

Diesmal hatten wir also Waldviertel im Sommer: ziemlich heiß tagsüber, Gewitter, angenehm kühle Abende, blühende Kartoffelfelder, abblühende Mohnfelder, Getreide, das noch Zeit braucht, und natürlich Wald, Wald, Wald, und eingebettet in diese Landschaft unzählige kleine Seen und Teiche, die um diese Zeit zu einem Sprung ins kühle Nass einladen.

Im Anschluss an unseren Workshop führte uns unsere Entdeckungstour diesmal in die berühmte Blockheide, einen 120 Hektar großen Naturpark. Zwischen Schrems und der Grenzstadt Gmünd gelegen, gibt es mehrere “Eingänge“ in diese prototypische Waldviertler Landschaft. Wir starteten vom Gmünder Stadtteil Grillenstein aus und bald lagen sie vor uns, die ersten Granitblöcke. Groß, mächtig und schön laden sie sofort dazu ein, sie von allen Seiten zu betrachten, sich durchzuzwängen oder hinauf zu klettern. In einer mit Rotföhren, Birken und Heidekraut bedeckten Heidelandschaft liegen Dutzende riesige Granitblöcke verstreut, gerade so, als wären sie in einer gewaltigen Kanonade hierhergeworfen worden, heißt es im Waldviertler Reiseführer des Falter Verlages. Viele Sagen sind ob dieser mystischen Landschaft entstanden, in denen von Teufels-, Riesen- oder Hexeninterventionen berichtet wird. Aber wie sind sie wirklich dorthin gekommen, die Riesengranittürme, Wackelsteine, unförmigen Quader oder Riesenbrotlaibe? Der Granit ist ein sehr altes Tiefengestein, und laut oben genanntem Reiseführer bildete er einst das Fundament eines hier aufragenden Gebirges. Im Laufe von Jahrmillionen wurden die über dem Granit liegenden Gesteine abgetragen und die heute sichtbaren Granitskulpturen freigelegt. Auch die Wackelsteine sind auf diese Art und Weise entstanden: Hier trennte der Zahn der Verwitterung den oben liegenden Block vom Untergrund eben fast vollständig ab; der Teufel war dabei garantiert nicht im Spiel.

Wir streiften also durch diese Landschaft, ein großes Wegenetz wurde angelegt, und ließen uns immer wieder verzaubern von den plötzlich aufragenden Gesteinsriesen. Manchen hat man auch Namen gegeben, aber lustiger finde ich es, der eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen. Mit Moos bewachsen, umgeben von Birken oder Föhren, eine Lichtung nebenan – eine Zeitreise zurück in die Zeit der KeltInnen fällt nicht schwer. Vor allem wenn man sich von Schutzhaus und Aussichtsturm weiter entfernt hat, und plötzlich feststellt, dass frau nun alleine (zu zweit) unterwegs ist. Und wenn dann noch die Mondteiche auftauchen, voll mit in Knospen stehenden oder bereits aufgeblühten Seerosen, möchten wir wirklich bleiben, bis der Mond aufgeht. Die Göttin ehren wir auf jeden Fall für das Geschenk dieser Landschaft, auch wenn uns Hunger und ein herannahendes Gewitter weitertreiben.

Für Stärkung unterwegs ist um diese Jahreszeit gesorgt – die Heidelbeeren sind reif. Wir kommen an einer Stelle vorbei, wo es so viele gibt, dass man im Nu eine Hand voll davon hat. Wir lassen eine Hand nach der anderen in unseren Mund wandern bis dieser blau gefärbt ist wie in Kindertagen. Langsam nähern wir uns wieder dem Schutzhaus, somit auch anderen Menschen und schließlich der Zivilisation, und tauchen auf, aus einer, wie es uns vorkommt, anderen Welt. Das Gute an der Zivilisation ist, dass es Gasthäuser gibt, und so genießen wir zum Ausklang dieses schönen Tages am Hauptplatz von Gmünd im Gasthaus Hopferl eine deftige Waldviertler Jause und beobachten gelassen das heraufziehende Gewitter. Morgen geht’s heimwärts, aber wir freuen uns aufs Wiederkommen!

Andrea

 

Verwendete Literatur:

Das Waldviertel, Reiseführer, Falter Verlag

 

 

Oben im Waldviertel …

Oben im Waldviertel …

… im Norden Österreichs, waren wir rund um unseren Workshop in der GEA-Akademie wieder einmal auf Entdeckungstour. Die kleine Stadt Schrems an der tschechischen Grenze war unser Ziel. Mittlerweile hat dieser Ort durch die Firma GEA und seinen Inhaber Heini Staudinger ja ziemlichen Bekanntheitsgrad. Erst kürzlich lief im ORF der Film Das Leben ist keine Generalprobe, und gab Einblicke in sein Leben, seine Philosophie und seine Firma. Eine eindrucksvolle Dokumentation über Menschen, denn viele stehen ihm zur Seite, die mit Engagement, Mut, Zivilcourage und Hingabe Positives für unsere Gesellschaft bewegen und bewirken. Dieser Geist ist dort jedenfalls spürbar.

Wir suchten bei unserer Ankunft zuerst einmal das GEA Hotel Post am Schremser Hauptplatz, und fanden es gleich beim Springbrunnen, bevor man zur Kirche kommt. Das alteingesessene Hotel, möglichst im ursprünglichen Zustand belassen, einfach, aber originell und stilvoll gestaltet, mit einem großen, wunderschönen Saal war unser Workshop-Stützpunkt. Denn die Schuhwerkstatt samt Verkaufsräumen und GEA-Akademie befand sich ein paar Straßen und Gehminuten vom Hauptplatz entfernt. Ein Gebäude-Ensemble mit Innenhof bildet das Herzstück dieser besonderen Firma, an deren Leben wir ein Wochenende lang teilhaben durften.

Nach einem herzlichen Empfang gab es gleich einmal die erste Überraschung. Wir wurden zu einem Theaterabend ins Wald4tler Hoftheater mit der Aufführung von Faust eingeladen. Ein kleines, privat geführtes Theater in einem alten Bauernhof bietet das ganze Jahr über ein vielfältiges Programm. Wir waren jedenfalls bezaubert als wir zuerst den romantischen Innenhof, dann das Theatercafé und schließlich den Bühnenraum betraten. Als dann die Lichter ausgingen, war ich gleich gefangen in der modernen Inszenierung dieses Theaterklassikers. Ein besonderes Erlebnis gleich zu Beginn unseres Aufenthaltes.

Am nächsten Morgen weckte uns die Sonne, und das war gut, denn wir wollten das Schremser Hochmoor erkunden, einen Naturpark am Stadtrand auf dem Gebiet des größten niederösterreichischen Torfmoores. Wir begannen unsere Wanderung an der Uferpromenade des Moorbades und gelangten bald in eine einzigartige Landschaft – eine Landschaft, die sich seit der letzten Eiszeit kaum verändert hat. Still und schön liegt sie da. Kraft und Mystik dieser Moorlandschaft nehmen uns sofort in ihren Bann. Von der Himmelsleiter aus in 20 Metern Höhe scheint man über dieser geheimnisvoll anmutenden Landschaft zu schweben. Wieder am Boden kann man den seltenen Moorfrosch oder den Waldwasserläufer beobachten. Auch die Pflanzenwelt ist eine ganz besondere und das frische Grün um diese Jahreszeit eine Wohltat für die Augen. So verließen wir erholt und gestärkt nach einigen Stunden dieses Naturparadies. Jetzt fehlte nur noch ein kräftiges Waldviertler Essen, z.B. gebackener Karpfen in Mohnpanier mit Erdäpfelsalat, das wir im Hotel Post zu uns nahmen, und ein Schremser Bier, um rundum glücklich zu sein.

Am Abend begann unser Workshop, der ja schon monatelang vorher ausgebucht war. Für uns und GEA war es eine Premiere, der wir alle gespannt, aber mit Vorfreude entgegen sahen. Und auch als die ersten TeilnehmerInnen eintrafen, hörten wir immer wieder: „Ich bin schon so gespannt!“ Wunderbare Begegnungen mit interessanten, neugierigen, achtsamen, … Menschen, der mit Tangomusik erfüllte Hotelsaal, intensives, stundenlanges Tangotanzen und eine herzliche Betreuung sowohl durch das Hotel-Team als auch das GEA-Team machten dieses Workshop-Wochenende zu einem ganz besonderen. Die Atmosphäre des Ortes, geprägt durch die Menschen dort, die offen sind und Raum für Neues bieten, aber gleichzeitig ihren Zielen und ihren Visionen folgen, hat sich auch auf uns und unseren Workshop übertragen. Wir passen einfach gut zusammen und freuen uns über diese Kooperation, die sicher noch länger andauern wird. Im Juli sind wir ja schon wieder dort!!!

Andrea