Übernachten in Berlin

Übernachten in Berlin

Wir sind zwar jetzt leider nicht in Berlin, geben also in diesem Fall keine persönlichen Tipps weiter, sondern möchten in diesem Blogartikel ein E-Book zum Thema Übernachten in Berlin vorstellen. Die Plattform, über die wir das letzte Mal unser Quartier fanden, gibt es mittlerweile nicht mehr. So haben wir uns gefreut, als Julia Grunwald uns kontaktierte, um auf dieses E-Book aufmerksam zu machen. Für diejenigen, die eine Berlinreise planen, gibt es neben interessanten Informationen über Berlin einen Überblick über das breite Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten vom Bed & Breakfast, über private Gästezimmer, Hostels, Wellnesshotels bis hin zum Hotelschiff mit Komfort und den Luxushotels der Stadt.

Hier ein kurzer Auszug zum Reinlesen:

Hotels in Berlin-Mitte: Urlaub im Herzen der Stadt

Der Stadtbezirk Mitte liegt im Herzen der deutschen Hauptstadt. Er ist der älteste Teil Berlins und beherbergt somit auch die meisten historischen Sehenswürdigkeiten. Wer das pulsierende Berliner Lebensgefühl und vor allem das aufregende Nachtleben der Stadt hautnah kennenlernen möchte, sollte sich nach einer Urlaubsunterkunft in Mitte umsehen.

Urlaubsdomizil inmitten von Sehenswürdigkeiten

Eine Herberge in Berlin-Mitte ist der perfekte Ausgangspunkt für eine Sightseeing-Tour. Der Bezirk im Stadtkern ist flächenmäßig überschaubar, so dass Sie zu vielen Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß gelangen. Hier lockt eine spannende Mischung aus historischen Bauwerken und moderner Architektur. In Mitte können TouristInnen berühmte Bauten wie das Brandenburger Tor, den Deutschen und Französischen Dom, das Rote Rathaus oder das Kronprinzenpalais bewundern. Auch eines der Wahrzeichen von Berlin liegt im Stadtbezirk: der 368 Meter hohe Fernsehturm. Von seiner Turmkugel aus können TouristInnen einen atemberaubenden Panoramablick über ganz Berlin genießen. Auch für Kulturinteressierte ist eine Urlaubsunterkunft in Mitte interessant, denn auf der Museumsinsel befinden sich die bedeutendsten Berliner Museen auf engstem Raum. Mit etwas Glück finden Sie auch ein Hotelzimmer mit Blick auf eines der berühmten Berliner Bauwerke.

Urlaubsunterkünfte für jeden Geschmack in Mitte

Der lebendige Stadtbezirk Mitte beherbergt zahlreiche Hotels, die ihren Gästen nach aufregenden Sightseeing-Touren eine Oase der Ruhe bieten wollen. Interessierte finden hier z. B. viele Hotels mit Wellnessbereich, die neben Entspannung im Whirlpool oder in der Sauna auch verschiedene Schönheitsanwendungen offerieren. Neben diesen Häusern im gehobeneren Preissegment gibt es auch viele gemütliche und preiswerte Gästehäuser im Stadtbezirk. Unter http://www.berlin-hotelverzeichnis.de/ können Sie nach Hotelangeboten in Berlin-Mitte suchen.

Dieses E-Book im PDF-Format kann man kostenlos und ohne Verpflichtungen herunterladen und so eine Entscheidungshilfe für die Quartiersuche in Berlin zur Verfügung haben.

Berlin ist immer eine Reise wert – viel Spaß beim Schmökern wünscht euch

Andrea

 

Arrivato in Italia

Arrivato in Italia

Ciao!

Ich sitze gerade vor unserem Häuschen in einem Tal der Apuanischen Alpen, nicht weit von der Costa Versilia. Über mir azurblauer Himmel, hinter mir ein rauschender Bergbach, neben mir die Nachbarin, die ihr junges Kätzchen ruft, vor mir das kleine Sträßchen, das hinaufführt in die Berge. Jedes Mal wenn ein Auto vorbeifährt, was zum Glück nicht ganz oft ist, wird gehupt, da die Straße so schmal ist und gleich nach unserem Haus eine Kurve kommt. Wir sind nun den dritten Tag hier, haben unsere ersten Erkundigungsfahrten gemacht und fühlen uns in Italien gleich wieder zuhause.

Die Anreise sind wir sehr gemütlich angegangen, diesmal zwar mit dem Auto, aber trotzdem nach dem Motto „Slow travel“. Die erste Etappe führte uns in die Colli Euganee in der Nähe von Padua. Ebenso wie das Haus hier, haben wir das Bed and Breakfast für die eine Nacht dort, über Airbnb gefunden. Wir kamen am frühen Nachmittag an und wurden von unsrer freundlichen Gastgeberin Giulia schon erwartet. Ein altes, sehr schön renoviertes Haus, ein gepflegter Garten und eine absolut ruhige Lage sorgten gleich für Erholung. Nach einer Siesta unternahmen wir als Ausgleich zum langen Sitzen im Auto eine kleine Wanderung. Direkt vom Haus weg führte der Weg „Cammino di Sant‘ Antonio“ durch einen Wald und vorbei an Olivengärten hinunter ins Dorf Pianzio. Eine Ansammlung von ein paar Häusern, eine Villa, eine Azienda Agricola, alte Frauen, die vor ihren Häusern ein Nachmittagsschwätzchen hielten, ein paar streunende Katzen und das wars. Nein, noch ein Feigenbaum mit köstlichen Früchten, damit wir gestärkt den Weg zurück hinauf antreten konnten. Wieder oben angekommen, waren wir hungrig genug für ein ausgiebiges Abendessen. Ein Ristorante noch weiter oben am Monte Rua lud uns mit seiner tollen Aussicht ein. So saßen wir dann bei gutem Wein und Essen mit herrlichem Blick über die Colli Euganee, über denen gerade die Sonne unterging, und ließen den Tag zufrieden ausklingen. Nach einem guten Frühstück und interessanten Gesprächen mit der Gastgeberin Giulia, verabschiedeten wir uns, um unseren Weg weiter fortzusetzen.

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Wir entschlossen uns, bis Bologna auf der Autobahn zu fahren und ab da dann den Weg über die Berge zu nehmen. Für ein langsames Ankommen war es die richtige Wahl, denn es war eine wunderschöne Strecke und so gut wie kein Verkehr. Ein paar kleine, beschauliche Orte unterwegs und ansonsten nur Natur. Wir haben nur viel länger gebraucht als wir dachten, da die Straße eigentlich nur aus Kurven bestand. Ich glaube, ich bin noch nie so viele Kurven gefahren, wie auf diesen doch immerhin ca. 100 Kilometern. Nach einem Anruf bei Susanna, unserer nächsten Gastgeberin, konnten wir uns weiter Zeit lassen. Es sei kein Problem, wenn wir später kämen. So konnten wir an besonders schönen Orten immer wieder anhalten, den Ausblick genießen und Bella Italia begrüßen.

DSCF5392Hier angekommen, haben uns dann Susanna und ihre Mutter begrüßt, die ganz in der Nähe wohnen. Wir haben unser Häuschen bezogen und uns danach gleich nochmal auf den Weg gemacht, um das nächstgelegene Städtchen zu erkunden. Seravezza hat seinen Namen von den beiden Flüssen Sera und Vezza, die hier zusammenfließen. Eine kleine toskanische Stadt, die den Einheimischen gehört – es gibt kaum TouristInnen – mit italienischem Flair, wie wir ihn lieben. Eine Bar, ein kleines Alimentari mit toskanischen Spezialitäten und Weinfässern, wo man sich den Wein in Flaschen abfüllen kann, ein Ristorante, in dem wir außergewöhnlich gut gespeist haben, ein Supermercato, eine Apotheke, … alles da, was wir brauchen. In der Hauptstraße gibt es einmal in der Woche Markt, die Piazza ist belebt und vor den Kirchstufen kann man abends in einer kleinen Kantine bei einem Glas Wein sitzen und bekommt dazu Wurst und Käse serviert. Als wir das zweite Mal dort waren, wurden wir schon angesprochen, wo wir denn her seien und was wir machen. So kamen wir gleich auf unsere Straßenkunst zu sprechen und Facebook hat sich schon bewährt, denn da konnten sie gleich nachschauen. Sie waren sehr interessiert, denn sie organisieren einmal im Jahr ein Kunstevent, bei dem einheimische KünstlerInnen auf den Straßen und Plätzen der Stadt performen. Mit herzlichem Händedruck und namentlichem Vorstellen verabschiedeten wir uns dann für diesen Abend, aber wir werden mit den Leuten dort sicher noch öfter ins Gespräch kommen.

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Von Seravezza müssen wir ein paar Kilometer taleinwärts fahren bis zu unserem Häuschen, das schon in den Apuanischen Alpen liegt. Ein Wanderweg geht direkt bei unserem Haus los, und das Wandern haben wir uns hier ja auch vorgenommen. So bin ich schon gespannt auf die Entdeckungen in diesem Teil der Toskana, den wir noch nicht so gut kennen. Es ist jedenfalls eine untypische Toskana, so viel ist jetzt schon klar.

Cari saluti d’Italia,

Andrea

Zurückkehren ins Südburgenland

Zurückkehren ins Südburgenland

Nach einem Wochenende in Wien, wir hatten dort einen Workshop gehalten, sind wir wieder zurückgekehrt hierher, in den letzten Winkel Österreichs. Und auch wenn wir jedes Mal das Stadtleben sehr genießen, ist es immer schön, hierher nach Hause zu kommen. Wir leben jetzt seit vierzehn Jahren im Südburgenland und waren sehr lange auf der Suche nach unserem Haus am Land. Hier sind wir fündig geworden und hatten gleich das Gefühl, angekommen zu sein. Und so ist es immer noch, hier finden wir Ruhe und Erholung und den Raum, um Ideen zu gebären und dann mit neuer Tatkraft ans Werk zu gehen. Es gibt einen Tango von Carlos Gardel namens Volver (Zurückkehren), in dem es um das Zurückkehren zu einer alten Liebe geht. In unserem Fall ist es die Liebe zu diesem Flecken Land, das Zurückkehren hierher nach unseren Reisen.

503102946_89486e8872_oWie ist er nun also, dieser Flecken Land, der für uns zur Heimat geworden ist? Gerade noch in Österreich, im Dreiländereck Österreich, Ungarn, Slowenien gelegen, einem Grenzgebiet mit wechselvoller Geschichte. Einst getrennt durch den „Eisernen Vorhang“ ist dieses Gebiet heute ein länderübergreifender Naturpark, der für eine beeindruckende Vielfalt hinsichtlich Sprache, Kultur und Landschaft sorgt. Benannt nach der Raab, dem Fluss, der die Landschaft mit ihren sanften Hügeln durchfließt. Die Raabauen sind Erholungsgebiet für die Menschen, die hier leben, aber auch für die vielen UrlauberInnen, die es hierher zieht. In ausgedehnten Spaziergängen kann man die Landschaft erkunden oder sich auf den vielen Wegen sportlich betätigen mit Walken, Rad fahren oder Reiten. Auf dem Fluss selbst werden Kanutouren angeboten, die ein besonderes Naturerlebnis darstellen. Vor allem die Tierwelt, besondere Vogelarten, Fischotter und Biber lassen sich dabei beobachten. Es ist eine Landschaft, die eine besondere Stille ausstrahlt und eine/n zur Ruhe kommen lässt.

DSCF5103Auch die Hügel ringsum laden zu Erkundigungen ein und viele sind erstaunt darüber, welche Aus- und Weitblicke man vom Südburgenland aus hat. Wir sehen von unserem Haus aus, wenn klare Sicht ist, von der Koralm, über die Gleinalm bis zum Schöckl und dem Wechselgebiet, mit der Riegersburg im Vordergrund. Vor allem die Abendstimmungen mit dieser Kulisse sind ein besonderes Schauspiel und zu allen Jahreszeiten anders. „Den Sonnenuntergang am eigenen Hof erleben“ war der Werbeslogan für dieses Haus, das jetzt unseres ist, und er ist wirklich zutreffend – es ist ein Erlebnis.

24223315060_84d5cd2a1c_oAber auch kulinarische Erlebnisse, nach Betätigungen an der frischen Luft, kommen hier nicht zu kurz. Es gibt einige einfache Landgasthäuser mit ausgezeichneter Küche, die vor allem Produkte aus der Region zu Köstlichkeiten verarbeiten. Das Gasthaus Sampl in Neuhaus am Klausenbach und der Kollerwirt in Neustift sind zwei davon, deren Küche ich besonders schätze. Sie erinnern mich an so manche Osteria in Italien – das Entscheidende ist nicht das Ambiente, sondern das, was auf den Teller kommt. Und da das Südburgenland auch Weinanbaugebiet ist, bleiben vom Aperitif, über eine Begleitung zum Essen, bis zum Degistif keine Wünsche offen.

Nun, wenn man nicht das Glück hat, hier zu leben, kann man wenigstens hier Urlaub machen und sich zum Beispiel in einer alten Mühle einquartieren. Liebevoll restauriert, mit Dorfweiher, Bauerngarten und einer alten Kastanie im Innenhof, ist es ein besonders idyllischer Ort. Das Naturidyll Hotel Landhofmühle ist ein kleines Hotel mit nur zwölf Zimmern, in dem man sich gleich geborgen fühlt und von der Hausherrin Claudia mit einem fabelhaften Frühstück verwöhnt wird. Wer Naturerlebnisse, kulinarische Genüsse und Wohlfühlambiente mit Tango Argentino verbinden möchte, kann in eben diesem Hotel ein Tango-Package buchen, in dem wir Tango Argentino Privatstunden anbieten.

Volver, Zurückkehren, ist dann vielleicht für die eine oder den anderen ebenso unumgänglich wie für uns.

Andrea

Ankommen in Berlin

Ankommen in Berlin

Hallo!

Nun sind wir wieder einmal in einer Großstadt gelandet. Nach Berlin mussten wir ja kommen, denn hier wurde unser Traum geboren, Straßentänzerinnen zu werden. Nämlich als wir das letzte Mal hier waren, vor fünf Jahren beim Queer-Tango Festival. Wir waren damals im Berliner Frauenhotel abgestiegen und in der Bibliothek des Hotels fiel uns ein Buch in die Hände: Die Straßensängerin von Traude Bührmann. Dieses Buch und die Idee, immer wieder für längere Zeit an einem anderen Ort zu leben, waren also der Ausgangspunkt für den Weg, den wir nun eingeschlagen haben.

DSCF4721 (2)Diesmal sind wir einen Monat hier und haben uns über das Netzwerk der Frauenbude eine Wohnung gemietet. Mitten in Kreuzberg, in der ruhigen Alten Jakob Straße gelegen, ist sie uns ein idealer Rückzugsort in dieser quirligen Stadt. Wir fühlen uns hier sehr wohl und schon nach wenigen Tagen heimelig. Es ist eine Altbauwohnung ganz nach unserem Geschmack gestaltet und eingerichtet. Eine Mischung aus Antiquitäten und modernen Möbeln, viele nette Dinge, die das Auge erfreuen, interessante Bilder und Bücher und eine Küche, in der wir alles vorfinden, um uns zu versorgen. So haben wir schon einige Male köstlich aufgekocht und ich habe mich bereits verliebt – in die Gusseisenpfanne, die es hier gibt. Wir haben uns ja schon darauf gefreut, wieder einmal auf Gas zu kochen. Es lässt sich zwar nicht logisch erklären, aber auf Gas gekocht, schmeckt das Essen besser. Die Steigerung ist jetzt noch: auf Gas in der Gusseisenpfanne gekocht. In ebendieser Pfanne gebratene Pilze oder Gemüse über Nudeln mit frischem Olivenöl, einem guten Parmesan, ein paar Kräutern oder frisch gemahlenem Pfeffer – und ein einfaches, aber köstliches Essen ist fertig.

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Auch fürs Einkaufen haben wir unseren Ort gefunden. Ein paar Stationen mit dem Bus und wir befinden uns bei der Marheineke Markthalle in der Bergmannstraße. In der Markthalle gibt es köstliche französische, italienische und griechische Spezialitäten, durch die wir uns alle durchkosten möchten. Im französischen Bistrot gibt es außerdem Croissants, die schmecken wie in Frankreich und sogar ausgezeichneten Espresso. Wir haben nämlich eigens unsere Espressomaschine mitgenommen, weil wir die letzten Male in Berlin nirgends guten Kaffee bekommen haben. Im Umkreis der Markthalle gibt es einen Bio-Supermarkt und auch sonst alles, was man so braucht. Wir haben uns also schon ganz gut eingelebt.

Es ist auch sehr spannend, in ein anderes Leben hier einzutauchen. Die Vermieterin der Wohnung, sie heißt auch Sigrid, hat uns bei der Ankunft empfangen und uns dann bereitwillig ihre Wohnung überlassen. Durch dieses entgegengebrachte Vertrauen und die netten Empfangsgesten, wie z.B. Blumen am Tisch, haben wir uns gleich willkommen gefühlt. Sie selbst hat einen Garten außerhalb von Berlin mit einem Häuschen, wo sie lebt, während wir in ihrer Wohnung sind. Jetzt beleben, bekochen, betanzen, … wir sie – und trotzdem ist auch die Besitzerin hier, und ich stelle mir Fragen über sie, was für ein Mensch sie ist, was ihr wichtig ist, welche Art Leben sie führt, … Durch ihre Wohnung und die Dinge, die wir hier vorfinden oder auch nicht vorfinden, es gibt z.B. keine Behältnisse aus Plastik (finde ich super), mache ich mir ein Bild von ihr, aber ob es stimmt?

Jedenfalls bin ich dankbar, hier sein zu können und wieder einmal Großstadtleben zu genießen.

Tschüss aus Berlin!

Andrea

Von hier aus …

Von hier aus …

„Von hier aus“ ist der Titel einer Ausstellung, die im Oktober hier im Südburgenland eröffnet wird. Bildende KünstlerInnen, die mit der Region „Dreiländereck“ verbunden sind, präsentieren ihre Arbeiten und die Schau geht auch gesellschaftspolitischen Fragen nach, die sich „in einer Zeit, in der alte Grenzen wieder neu errichtet werden“, aufdrängen.

Wir leben seit mehr als zehn Jahren in diesem Dreiländereck von Österreich, Ungarn und Slowenien und brechen „von hier aus“ mit unserer Straßenkunst und unseren Workshops immer wieder auf. Das Leben hier am äußersten Rand von Österreich, in einer wirtschaftlich und derzeit zumindest noch politisch unbedeutenden Gegend, läuft viel ruhiger  als anderswo. Wir genießen die Ruhe und die Entschleunigung, die der Alltag hier bietet. Hier können wir vor und nach einer Reise auftanken, die Arbeiten im Haus und im Garten helfen, den Kopf frei zu bekommen und hier ist auch ein guter Platz, um neue Konzepte oder neue acts zu entwickeln. So machen wir als darstellende Künstlerinnen wohl ähnliche Erfahrungen wie die oben genannten bildenden KünstlerInnen.  Es ist also kein Zufall, dass zahlreiche KünstlerInnen sich in dieser Gegend niedergelassen haben, viele davon – so wie auch wir – ein altes Bauernhaus revitalisiert haben und nun ständig oder zeitweise hier leben. Dieses Nebeneinander und Miteinander von „Einheimischen“ und sogenannten „Zua’groasten“ ist hier alltäglich und wir selbst haben es vom ersten Tag an sehr geschätzt, wie offen die Menschen hier waren und wie freundlich wir als neue Nachbarinnen aufgenommen wurden.

All diese Qualitäten – die Ruhe und Entschleunigung, die Offenheit und die bunte Mischung der BewohnerInnen – machen das Südburgenland aber auch zu einem beliebten Urlaubsziel. Dazu trägt natürlich auch die Landschaft mit ihren sanften Hügeln, mit Streuobstgärten, kleinen Wäldern und Wiesen, bei. Auf einem dieser Hügel befindet sich Das Eisenberg, ein Hotel mit eben dieser freundlichen Atmosphäre. Der Slogan des Hotels beschreibt das, was das Südburgenland auszeichnet, äußerst treffend: spektakulär unspektakulär! Wer hierher kommt, sucht nicht „Action“ sondern Zeit, um in der Natur, bei sich selbst und den eigenen Lieblingsbeschäftigungen oder bei anderen Menschen anzukommen. Klingt das nicht verlockend?

Ich weiß es auf jeden Fall zu schätzen, dass wir nicht nur auf unseren Reisen als Straßenkünstlerinnen – wie letztes Jahr am Gardasee – an schöne Orte kommen, um dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen, sondern dass wir auch an einem solchen Ort leben! Nun aber ist es wieder an der Zeit „von hier aus“ aufzubrechen. Diesmal freuen wir uns darauf, das ruhige Landleben gegen die bunte, spannende und coole Stadt Berlin auszutauschen!

Bis bald – aus Berlin …

Sigrid

 

 

Wieder in Wien …

Wieder in Wien …

Servas die Madln, servas die Buam!

Seit zwei Wochen sind wir nun schon in Wien. Wir genießen das Stadtleben, lassen uns bei unseren Streifzügen einfach treiben und sind dabei schon auf viele unbekannte und äußerst nette Plätzchen gestoßen. Eigentlich meinte ich, den 1. Bezirk schon gut zu kennen, aber jetzt waren wir in versteckten Winkeln und kleinen Gässchen, die ich noch nie gesehen habe. Abends machen wir es wie viele WienerInnen und flanieren über den Donaukanal, lagern uns im wirklich schönen Innenhof des MQ oder sitzen mit einem Ottakringer in einem Schanigarten. Aber, wie ihr schon an der Begrüßung merkt, das wirklich Neue ist, dass wir diesmal sozusagen in „Ur-Wien“ gelandet sind, denn wir wohnen mitten in Favoriten. Hier leben enorm viele Menschen und es sind Menschen aus der ganzen Welt auf engem Raum beisammen.

14272709639_33bbe848a0_bIn der Fußgängerzone der Favoritenstraße sind den ganzen Tag über sehr viele Leute unterwegs, die Bänke des Reumannplatzes sind fast immer besetzt und man hört Wienerisch im Originalton genauso wie alle möglichen anderen Sprachen. Eine Werbung in der U-Bahn trifft es ganz gut: Mein Leben spricht viele Sprachen, mein Herz spricht Wienerisch. Gleich ums Eck gibt es den Viktor-Adler-Markt, der ebenfalls diese Mischung widerspiegelt, denn Händler mit anderen Muttersprachen schreien hier mit den sprichwörtlichen Wiener Marktfrauen um die Wette und alle preisen lautstark ihre Waren an. So einen lebendigen, bunten Markt habe ich zuletzt in Sizilien erlebt! Wie es hier in Favoriten so zugeht haben wir auch in der Apotheke erlebt, und für die Angestellten dort ist das Multi-Kulti-Leben sicher nicht immer ganz einfach: ein Mann schreit im besten Wienerisch in sein Handy: „Na hearst, auf da e-card, de Numma brauch i!“ und gleich daneben hebt ein anderer Mann sein Knie, zeigt darauf und sagt: „Da, weh!“ …

Wir wohnen diesmal übrigens in der netten, kleinen Altbauwohnung einer Freundin und fühlen uns total wohl hier. Auch eine typisch wienerische Sache, es ist eine „Kuchl-Zimmer-Wohnung“ mit dem WC auf dem Gang. Also nur ein kleiner Unterschied zu unserer Wohnung daheim – da ist halt die Dusche im Freien. Wir haben hier alles, was wir brauchen und die Wohnung ist total gemütlich. Aber uns ist klar, dass so eine Wohnung in dieser Gegend üblicherweise wohl von einer ganzen Familie bewohnt wird und auch deshalb so viele Menschen auf der Straße sind. Direkt im Nebenhaus ist übrigens der berühmte Eissalon Tichy und da strömen Tag und Nacht die Massen hin – leider auch mit dem Auto und mit lautstarken Motorrädern. Wir haben das Eis natürlich gleich einmal verkostet – ist ja fein direkt vor der Haustüre. Leider schmeckt es nicht besonders gut und es bestätigt sich wiedermal, dass das, was Menschenmassen anzieht, oft nicht viel mit Qualität zu tun hat. Aber für unser Geldbörserl ist es ja ganz gut so – wäre das Eis gut, dann würden wir wahrscheinlich täglich eines vernaschen.

Nun fragt ihr euch wahrscheinlich schon, was mit dem Tanzen ist. Tatsächlich sind wir aus mehreren Gründen bisher noch nicht oft aufgetreten, aber davon im nächsten Bericht.

Also, servas!

Sigrid

Endlich wieder in Italien!

Endlich wieder in Italien!

Ciao ragazzi/e!

Es war für uns wohl wirklich höchste Zeit wieder einmal für länger nach Italien zu kommen, denn schon nach wenigen Tagen hat sich dieses vertraute Gefühl eingestellt, hier ein wenig zuhause zu sein. Wir sind jetzt bereits eine gute Woche in dem kleinen Ort Montichiari, ca. 10 km südlich vom Gardasee gelegen. Weil der Ort nicht direkt am See ist, gehört er den Einheimischen und nicht den TouristInnen. Wir genießen es sehr, am italienischen Leben hier teilzuhaben. Auch in die Sprache finden wir wieder immer mehr hinein, denn anfangs war unser Italienisch sehr spanisch durchsetzt.

Unsere Wohnung, die wir über Airbnb gefunden haben, liegt sehr ruhig an der kleinen Piazza Agostina, nur die Glocken der Kirche am Platz unterbrechen die Ruhe und verkünden, dass die Zeit doch vergeht. Wir brauchen hier auch keinen Wecker, denn um 7 Uhr morgens schlägt die Glocke zum ersten Mal am Tag und spielt dabei sogar ein Lied. In der Bar um die Ecke bekommen wir unseren ersten Cafe und der Tag kann beginnen. Vormittags gehen wir meistens auf die Piazza (den Hauptplatz) für Einkäufe, denn dienstags und freitags sind Markttage, und dort gibt es auch eine Bäckerei. Außerdem haben wir auch nur in der Bar dort Internetzugang. Danach trainieren wir, und nach Mittagessen und Siesta rüsten wir uns für unsere abendlichen Auftritte. Es hat sich nämlich gezeigt, dass hier der Abend die beste Zeit fürs Straßentanzen ist. Aber davon später.

Hier in Montichiari gibt es ansonsten noch eine Burg, wie in fast jedem der Orte hier, einen riesengroßen Dom Santa Maria Assunta und am Hügel direkt oberhalb unserer Wohnung eine sehr alte, wunderschöne romanische Kirche, die Pieve San Pancrazio. Morgen ist deshalb hier im Ort Patrionatstag, und auch das vergangene Wochenende wurde schon ausgiebig gefeiert mit Marktständen, Blasmusik und geöffneten Türen in die Palazzi und Villen des Ortes. Atemberaubend schöne Innenhöfe bekamen wir so zu Gesicht. Ein sehr nettes Erlebnis gab es in einer der Villen, wo uns ein kleines Mädchen empfangen hat und gleich die Führung übernahm. Wir, voll des Staunens über die schöne Loggia und die Pflanzenpracht, haben daran, wie es das Mädchen weiterzieht, bemerkt, dass es das Schönste wohl erst zu sehen gibt. Voll Stolz führt sie uns in den letzten Winkel des Gartens und dort, am Dach eines Schuppens, thront – ihre Katze! Sehr nett, oder?

Auch ein Theater gibt es hier. Ihr müsst es euch als Miniaturausgabe der Grazer Oper vorstellen. Ausgestattet mit Foyer, Parterre- und Logenplätzen, der Bühne und reich verziert und mit Fresken geschmückt, aber alles molto piccolo. Auch sehr nett. Von Oktober bis März finden hier regelmäßig Aufführungen von verschiedenen Kompanien statt. Jetzt hatten wir nur wegen des Festes Zutritt und außerdem wurden dabei heimatliche Gefühle geweckt, denn es gab dort eine Tanzvorführung mit Wiener Walzer. Die ItalienerInnen stehen sehr auf Wiener Walzer, aber auch auf Tango. Wie es uns nämlich mit dem Tanzen ergeht, wird euch Sigrid in ihrem Bericht erzählen.

Ciao e cari saluti

Andrea