Wasser, Wald und Wackelsteine

Wasser, Wald und Wackelsteine

Ja, vor zwei Monaten haben wir es kaum gekannt, das Waldviertel, und nun sind wir – wie es ausschaut auf längere Zeit – alle drei Monate dort. Wir hatten von 3. – 5. Juli wieder einen Workshop in der GEA-Akademie, und die Zusammenarbeit ist für sie und für uns so fruchtbringend, dass wir nicht nur im Oktober das nächste Mal in Schrems sein werden, sondern für 2018 schon 4 Workshops geplant haben. Wir freuen uns riesig!

Diesmal hatten wir also Waldviertel im Sommer: ziemlich heiß tagsüber, Gewitter, angenehm kühle Abende, blühende Kartoffelfelder, abblühende Mohnfelder, Getreide, das noch Zeit braucht, und natürlich Wald, Wald, Wald, und eingebettet in diese Landschaft unzählige kleine Seen und Teiche, die um diese Zeit zu einem Sprung ins kühle Nass einladen.

Im Anschluss an unseren Workshop führte uns unsere Entdeckungstour diesmal in die berühmte Blockheide, einen 120 Hektar großen Naturpark. Zwischen Schrems und der Grenzstadt Gmünd gelegen, gibt es mehrere “Eingänge“ in diese prototypische Waldviertler Landschaft. Wir starteten vom Gmünder Stadtteil Grillenstein aus und bald lagen sie vor uns, die ersten Granitblöcke. Groß, mächtig und schön laden sie sofort dazu ein, sie von allen Seiten zu betrachten, sich durchzuzwängen oder hinauf zu klettern. In einer mit Rotföhren, Birken und Heidekraut bedeckten Heidelandschaft liegen Dutzende riesige Granitblöcke verstreut, gerade so, als wären sie in einer gewaltigen Kanonade hierhergeworfen worden, heißt es im Waldviertler Reiseführer des Falter Verlages. Viele Sagen sind ob dieser mystischen Landschaft entstanden, in denen von Teufels-, Riesen- oder Hexeninterventionen berichtet wird. Aber wie sind sie wirklich dorthin gekommen, die Riesengranittürme, Wackelsteine, unförmigen Quader oder Riesenbrotlaibe? Der Granit ist ein sehr altes Tiefengestein, und laut oben genanntem Reiseführer bildete er einst das Fundament eines hier aufragenden Gebirges. Im Laufe von Jahrmillionen wurden die über dem Granit liegenden Gesteine abgetragen und die heute sichtbaren Granitskulpturen freigelegt. Auch die Wackelsteine sind auf diese Art und Weise entstanden: Hier trennte der Zahn der Verwitterung den oben liegenden Block vom Untergrund eben fast vollständig ab; der Teufel war dabei garantiert nicht im Spiel.

Wir streiften also durch diese Landschaft, ein großes Wegenetz wurde angelegt, und ließen uns immer wieder verzaubern von den plötzlich aufragenden Gesteinsriesen. Manchen hat man auch Namen gegeben, aber lustiger finde ich es, der eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen. Mit Moos bewachsen, umgeben von Birken oder Föhren, eine Lichtung nebenan – eine Zeitreise zurück in die Zeit der KeltInnen fällt nicht schwer. Vor allem wenn man sich von Schutzhaus und Aussichtsturm weiter entfernt hat, und plötzlich feststellt, dass frau nun alleine (zu zweit) unterwegs ist. Und wenn dann noch die Mondteiche auftauchen, voll mit in Knospen stehenden oder bereits aufgeblühten Seerosen, möchten wir wirklich bleiben, bis der Mond aufgeht. Die Göttin ehren wir auf jeden Fall für das Geschenk dieser Landschaft, auch wenn uns Hunger und ein herannahendes Gewitter weitertreiben.

Für Stärkung unterwegs ist um diese Jahreszeit gesorgt – die Heidelbeeren sind reif. Wir kommen an einer Stelle vorbei, wo es so viele gibt, dass man im Nu eine Hand voll davon hat. Wir lassen eine Hand nach der anderen in unseren Mund wandern bis dieser blau gefärbt ist wie in Kindertagen. Langsam nähern wir uns wieder dem Schutzhaus, somit auch anderen Menschen und schließlich der Zivilisation, und tauchen auf, aus einer, wie es uns vorkommt, anderen Welt. Das Gute an der Zivilisation ist, dass es Gasthäuser gibt, und so genießen wir zum Ausklang dieses schönen Tages am Hauptplatz von Gmünd im Gasthaus Hopferl eine deftige Waldviertler Jause und beobachten gelassen das heraufziehende Gewitter. Morgen geht’s heimwärts, aber wir freuen uns aufs Wiederkommen!

Andrea

 

Verwendete Literatur:

Das Waldviertel, Reiseführer, Falter Verlag

 

 

Oben im Waldviertel …

Oben im Waldviertel …

… im Norden Österreichs, waren wir rund um unseren Workshop in der GEA-Akademie wieder einmal auf Entdeckungstour. Die kleine Stadt Schrems an der tschechischen Grenze war unser Ziel. Mittlerweile hat dieser Ort durch die Firma GEA und seinen Inhaber Heini Staudinger ja ziemlichen Bekanntheitsgrad. Erst kürzlich lief im ORF der Film Das Leben ist keine Generalprobe, und gab Einblicke in sein Leben, seine Philosophie und seine Firma. Eine eindrucksvolle Dokumentation über Menschen, denn viele stehen ihm zur Seite, die mit Engagement, Mut, Zivilcourage und Hingabe Positives für unsere Gesellschaft bewegen und bewirken. Dieser Geist ist dort jedenfalls spürbar.

Wir suchten bei unserer Ankunft zuerst einmal das GEA Hotel Post am Schremser Hauptplatz, und fanden es gleich beim Springbrunnen, bevor man zur Kirche kommt. Das alteingesessene Hotel, möglichst im ursprünglichen Zustand belassen, einfach, aber originell und stilvoll gestaltet, mit einem großen, wunderschönen Saal war unser Workshop-Stützpunkt. Denn die Schuhwerkstatt samt Verkaufsräumen und GEA-Akademie befand sich ein paar Straßen und Gehminuten vom Hauptplatz entfernt. Ein Gebäude-Ensemble mit Innenhof bildet das Herzstück dieser besonderen Firma, an deren Leben wir ein Wochenende lang teilhaben durften.

Nach einem herzlichen Empfang gab es gleich einmal die erste Überraschung. Wir wurden zu einem Theaterabend ins Wald4tler Hoftheater mit der Aufführung von Faust eingeladen. Ein kleines, privat geführtes Theater in einem alten Bauernhof bietet das ganze Jahr über ein vielfältiges Programm. Wir waren jedenfalls bezaubert als wir zuerst den romantischen Innenhof, dann das Theatercafé und schließlich den Bühnenraum betraten. Als dann die Lichter ausgingen, war ich gleich gefangen in der modernen Inszenierung dieses Theaterklassikers. Ein besonderes Erlebnis gleich zu Beginn unseres Aufenthaltes.

Am nächsten Morgen weckte uns die Sonne, und das war gut, denn wir wollten das Schremser Hochmoor erkunden, einen Naturpark am Stadtrand auf dem Gebiet des größten niederösterreichischen Torfmoores. Wir begannen unsere Wanderung an der Uferpromenade des Moorbades und gelangten bald in eine einzigartige Landschaft – eine Landschaft, die sich seit der letzten Eiszeit kaum verändert hat. Still und schön liegt sie da. Kraft und Mystik dieser Moorlandschaft nehmen uns sofort in ihren Bann. Von der Himmelsleiter aus in 20 Metern Höhe scheint man über dieser geheimnisvoll anmutenden Landschaft zu schweben. Wieder am Boden kann man den seltenen Moorfrosch oder den Waldwasserläufer beobachten. Auch die Pflanzenwelt ist eine ganz besondere und das frische Grün um diese Jahreszeit eine Wohltat für die Augen. So verließen wir erholt und gestärkt nach einigen Stunden dieses Naturparadies. Jetzt fehlte nur noch ein kräftiges Waldviertler Essen, z.B. gebackener Karpfen in Mohnpanier mit Erdäpfelsalat, das wir im Hotel Post zu uns nahmen, und ein Schremser Bier, um rundum glücklich zu sein.

Am Abend begann unser Workshop, der ja schon monatelang vorher ausgebucht war. Für uns und GEA war es eine Premiere, der wir alle gespannt, aber mit Vorfreude entgegen sahen. Und auch als die ersten TeilnehmerInnen eintrafen, hörten wir immer wieder: „Ich bin schon so gespannt!“ Wunderbare Begegnungen mit interessanten, neugierigen, achtsamen, … Menschen, der mit Tangomusik erfüllte Hotelsaal, intensives, stundenlanges Tangotanzen und eine herzliche Betreuung sowohl durch das Hotel-Team als auch das GEA-Team machten dieses Workshop-Wochenende zu einem ganz besonderen. Die Atmosphäre des Ortes, geprägt durch die Menschen dort, die offen sind und Raum für Neues bieten, aber gleichzeitig ihren Zielen und ihren Visionen folgen, hat sich auch auf uns und unseren Workshop übertragen. Wir passen einfach gut zusammen und freuen uns über diese Kooperation, die sicher noch länger andauern wird. Im Juli sind wir ja schon wieder dort!!!

Andrea

 

Miramar, ein paradiesischer Ort

Miramar, ein paradiesischer Ort

Ankommen im Miramar – die große, prächtige Empfangshalle betreten, durch die Glasfronten einen Blick auf Garten und Meer erhaschen, von der Hoteldirektorin Martina Riedl persönlich begrüßt werden, mit freundlicher und aufmerksamer Begleitung das Zimmer beziehen, sich sofort wohlfühlen in dem gemütlichen Ambiente, beim Begrüßungscocktail Wissenswertes über das Hotel und seine Angebote erfahren, …

„Nicht zu Hause und doch daheim“ – so beschreiben BesucherInnen zur Kaiserzeit ihr Lebensgefühl in Abbazia. Im heutigen Opatija im Hotel Miramar stellt sich für seine Gäste dieses Gefühl auch ein, und viele kommen immer wieder.

Das Hotel mit seiner wunderbaren Lage an der Kvarner Bucht mit Blick einerseits auf die Inseln Cres und Krk und anderseits auf die Stadt Rijeka gleicht einem kleinen Paradies. „Ich habe sooft und jedes Mal mit solcher Bezauberung von diesem irdischen Paradies gelesen“, schrieb Anton Tschechow als er 34jährig in Opatija weilte. Auch er war davon angetan, „dass von hier aus sowohl Fiume als auch die fernen, von lila Nebeln gefärbten Inseln sichtbar sind.“ Genau dieser Blick bietet sich den Gästen des Miramar von den Balkonen der Zimmer, von den Terrassen am Meer, vom Garten, vom Tanzsaal, …

Jetzt im Mai ist vor allem der Garten so ein „irdisches Paradies“ wie es Tschechow beschreibt. Das frische Grün, eine Blütenpracht an allen Ecken und Enden, das Plätschern des Springbrunnens und lauschige Plätzchen laden zum Verweilen ein. Dazu noch Vogelgezwitscher und eine Meeresbrise, was braucht man mehr, um sich zu erholen?

Der alte „Curort“ Abbazia hat ja auch schon eine mehr als hundertjährige Tradition, wenn es um Erholung oder Regeneration geht. Manche suchten hier auch Zuflucht. So hat ein Landsmann von Anton Tschechow, Vladimir Nabokov, ebenfalls Schriftsteller, einige Monate seiner Kindheit hier verbracht. Die reiche Familie Nabokov weilte zur Zeit des russisch-japanischen Krieges und der Unruhen in Petersburg und Moskau, am Anfang des 20. Jahrhunderts, im Ausland. So mieteten die Eltern mit zwei Söhnen, einem Hauslehrer, einem Zimmermädchen, einem Butler, einem russischen Kindermädchen und einer englischen Gouvernante 1904 für ein paar Monate eine geräumige Villa an der damals modernen Riviera von Opatija, erzählt Lidija Klasic im istrischen Reisebuch Noch 172 Tage bis zum Sommer. Nabokov selbst schrieb später in seiner Autobiografie über diese Villa: Ihr Name war Neptun – ich kann immer noch ihr gelbes, spitzes Türmchen auf alten Bildern von Abbazia erkennen. Wahrscheinlich würde er sie auch heute noch erkennen, denn komplett renoviert bildet sie nun das Herzstück des Hotel Miramar mit dem Speisesaal samt Wintergarten, der Habsburgbar, den Meerterrassen und den Zimmern mit der schönsten Aussicht.

Gleich neben der Villa Neptun, integriert in die Gartenanlage, befindet sich das SPA des Hotels. Denn sollte das Wetter einmal nicht so schön sein, um sich im Garten oder auf einer der Sonnenliegen direkt am Meer zu entspannen, kann man das im SPA, besser gesagt in einem der zwei SPAs tun. Das eine ausgestattet mit finnischer Saune, Kräutersauna, Dampfbad und einem Meerwasserpool, das andere mit finnischer Sauna und Infrarotkabine, einem Süßwasserpool, und von den Ruheliegen aus liegt einer der Garten und das Meer zu Füßen. Ein Ausblick, an dem ich mich nicht sattsehen kann! Während ich das schreibe, liege ich nämlich hier und lasse meinen Blick immer wieder schweifen über Zypressen, Pinien und Palmen, über das Meer bis hinüber zum fernen Velebitgebirge. Inzwischen scheint auch wieder die Sonne, nachdem es zuvor Regen gab, und lockt hinaus, um vielleicht am Lungomare einen Spaziergang zu unternehmen. Bewegung und die Meeresluft wecken dann den Appetit fürs Abendessen, der eigentlich nicht geweckt werden muss. Denn das, was hier serviert wird, ist so außergewöhnlich gut, dass man sich ohnehin schon den ganzen Tag aufs Abendessen freut. Und wenn man sich verständlicherweise nicht zurückhalten kann, dann gibt es diese Woche die Möglichkeit durch Tanzen zu verhindern, dass sich das gute Essen gleich in Kilos niederschlägt. Wir bieten nun schon zum Mal hier unseren Workshop Solo Tango an und tanzen jeden Tag zwei Stunden mit den Gästen – Tangomusik im Ohr, das Meer vor Augen, umgeben von netten und interessanten Menschen, … es ist paradiesisch!

Andrea

Verwendete Literatur: Lidija Klasic, Noch 172 Tage bis zum Sommer, eine istrische Reise, Folio Verlag

 

Istrien – ein schöner Arbeitsplatz!

Istrien – ein schöner Arbeitsplatz!

Kennst du dieses Gefühl der Unwirklichkeit, jene Momente, in denen du das, was du gerade erlebst, kaum fassen kannst? In den letzten Tagen häufen sich diese Glücksmomente bei mir. Aber jetzt mal langsam und von Anfang an:

Am Freitag machten wir uns bei strömendem Regen auf den Weg und sind quer durch Slowenien gefahren. Ab Postojna wurde die Wolkendecke etwas heller und das frische Grün der Bäume in der Karstlandschaft weckte unsere Vorfreude. Als wir bei Crni Kal die Karstlandschaft hinter uns ließen und steil bergab Richtung Meer fuhren, tauchten die ersten Olivenbäume auf, die Blüten des Ginsters und der Akazien begrüßten uns und schon gab es diesen freudigen Moment: der erste Blick aufs Meer! Die Luft war reingewaschen vom Regen, hell und klar leuchtete die mediterrane Landschaft. Auch auf der nun folgenden Strecke im kroatischen Teil von Istrien mit seiner dunkelroten Erde, dem jungen Grün der Weinstöcke und den abertausenden von Akazienblüten war sofort wieder dieses Gefühl von Urlaub und Entspannung da. Denn bisher waren wir ja immer als Urlauberinnen in Istrien unterwegs. Diesmal aber sind wir zum Arbeiten hier! Zugegeben, ein wunderschöner Arbeitsplatz!

TANGO und YOGA in Rovinj – in einem Apartment-Resort direkt am Meer und mit einem herrlichen Blick auf die Altstadt. Nach Norden zu folgte ein naturbelassener, völlig unbebauter Küstenabschnitt, der in den Pausen zum Spazierengehen einlud. Da gab es auch unzählige Plätzchen, um es sich windgeschützt zwischen den Felsen am Meer gemütlich zu machen und einfach auf den Horizont zu schauen, dem Rauschen der Wellen zu lauschen und das Leben zu genießen. Andere TeilnehmerInnen wieder zog es zum Flanieren nach Rovinj, vielleicht zu einem Cappuccino auf der Piazza oder einem Aperol in einer Bar am Hafen … . All das war das Rahmenprogramm zu intensiven Yogaeinheiten und für Solo Tango! Wir tanzten auf einer Terrasse mit Blick aufs Meer, den Horizont vor Augen und umgeben von Tangomusik tauchten wir mit den TeilnehmerInnen immer tiefer ein in die Welt des Tango Argentino. Wunderbar!

Am Sonntag hatten wir nur eine kurze Wegstrecke, um an einen weiteren Ort, in dem wir schon mehrmals unseren Urlaub genossen hatten, zu reisen: Piran, das malerische Städtchen auf einer kleinen Landzunge im slowenischen Teil von Istrien, hatten wir als den Ort ausgewählt, an dem wir unsere vierte Straßenkunstsaison eröffneten.

Die große, ovale Piazza Tartini unterhalb der mächtigen Kirche wurde die Bühne für die Premiere des neuen wo/men tango acts, von dem Andrea im letzten Blogartikel erzählt hat. Und schon nach den ersten Takten, dem ersten Tango, der ersten Begrüßung unseres Publikums war sie wieder da – die Faszination der Straßenkunst! Nach den vielen Monaten der Winterpause ist es beinahe unglaublich, wie sehr sich diese Liebe zum Auftreten sofort wieder einstellt, dieses Wissen und Fühlen: Das ist es, woran unser Herz hängt! Dreimal tanzten wir unser neues Stück, immer wieder umringt von Kindern, die von unseren Seifenblasen begeistert waren und fasziniert unser Stück beobachteten. Wir hatten schon vermutet, dass dieses surreale, bunte Stück – kleine und große – Kinder besonders ansprechen wird.

Surreal wie die Geschichte, die wir in dieser Saison tanzen, ist eben auch unser Leben! Und bunt, abwechslungsreich und voller Überraschungen. Wir hätten uns niemals träumen lassen, dass diese schönen Orte unsere neuen Arbeitsplätze sein könnten! Das Hier-Sein, die Begegnungen mit den TeilnehmerInnen beim Workshop und mit unserem Publikum, unsere Tangoleidenschaft mit Solo Tango weitergeben zu können und als Straßenkünstlerinnen aufzutreten – einfach unglaublich, das größte Glück! Und so sind diese Tage hier auch verbunden mit einer großen Dankbarkeit!
Gracias a la vida heißt ein Tango von Violeta Parra – dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen!

Sigrid

Oder doch noch ein Tipp, zum Weiterlesen?
Vor zwei Jahren erzählte ich in einem Blogartikel von Bella Italia als schönem Arbeitsplatz.

 

Solo Tango – ein Traum wird wahr!

Solo Tango – ein Traum wird wahr!

Kennst du das Gefühl, das dir ganz klar sagt: wenn du das nicht machst, wirst du es irgendwann bereuen! Ich erinnere mich genau an einen Abend im September 2015, als diese Erkenntnis sich wie aus dem Nichts ganz deutlich in mein Bewusstsein drängte. Wir hatten uns einen ruhigen Abend in der Therme Bad Gleichenberg gegönnt, aber wie so oft, wenn mein Körper zur Ruhe kommt, galoppieren meine Gedanken umso schneller. So ist mir eine Idee, die wir gemeinsam schon vor Monaten geboren, aber nicht weiterverfolgt hatten, wieder in den Sinn gekommen: Einen neuen Zugang zum Tango zu entwickeln, Tango ohne PartnerIn in einer Gruppe zu tanzen. Und uns mit solch einem Workshop eine Einkommensmöglichkeit zu schaffen, die neben der Straßenkunst unsere Selbständigkeit ermöglicht. In diesem Augenblick war da eine absolute Gewissheit, dass dieses Neue, von dem ich selbst noch nicht ganz genau wusste, wie es sein wird, einfach großartig ist und realisiert werden muss. Ein seltener Moment, ganz ohne Zweifel, ein kostbares Gefühl! Und ein Auftrag, aktiv zu werden …

Ich erzählte Andrea davon, aber sie konnte mein Gefühl noch nicht nachempfinden, da sie noch kein Bild von diesem Workshop im Kopf hatte, doch sie ermutigte mich, dran zu bleiben. So schrieb ich meine Gedanken auf, machte eine Ideensammlung zu Solo Tango. Diese ersten Ideen waren eine Basis für das Konzept des Workshops. Dieses zu erstellen war dann aber die geistige und kreative Knochenarbeit, die uns lange Zeit beschäftigte. Von der Euphorie im ersten Moment der Erkenntnis war da manchmal gar nichts mehr zu spüren. Nun, das Konzept war fertig, der Workshop wurde erstmals abgehalten und ist gut angekommen. Wir haben Erfahrungen gesammelt, einiges überarbeitet, Neues hinzugefügt … der übliche Prozess eben. Wir haben KooperationspartnerInnen gesucht und sind dabei viele Umwege gegangen und vieles, was zuerst vielversprechend ausgesehen hat, führte doch zu keinem Abschluss. Aber, warum auch immer, wir sind weiter dran geblieben. Natürlich gab es oftmals Zweifel, aber es gab nie den Moment, an dem wir die Idee fallen lassen wollten.

Und in den letzten Wochen ist plötzlich alles ins Laufen gekommen. Neue Kontakte und Kooperationen haben sich ergeben, Interessenten für eine Kooperation sind von sich aus, ohne unser Zutun, auf uns zugekommen und die bevorstehenden Workshoptermine sind total gefragt! Wir bekommen Anrufe und Mails von Menschen, die wir persönlich gar nicht kennen und die begeistert sind von der Idee Solo Tango. Besonders überrascht hat uns, dass der Workshop sogar in Zürich bekannt geworden ist und eine Tangotänzerin extra mit dem Nachtzug nach Wien reisen wird, um an dem Tagesworkshop in Breitenfurt teilzunehmen! Sie schreibt uns, dass sie selbst nicht genau weiß, wie die Informationswege gelaufen sind, aber nun werdet  Ihr auch in Zürich weitergereicht und wer weiß was daraus entsteht:-)))… Hätte uns das eine/r prophezeit, wir hätten es nicht geglaubt!

Dass unser Traum wahr geworden ist und Solo Tango ein voller Erfolg wird, haben wir aber vor allem durch die Kooperation mit der GEA Akademie im Waldviertel erfahren! Der Kontakt besteht erst seit Ende Dezember und er war von Anfang an so, wie wir uns eine perfekte Kooperation vorstellen, mit klaren Bedingungen, einem respektvollen und prompten Mailkontakt und dazu noch voll Herzlichkeit und Humor! Mitte Jänner ist das firmeneigene Magazin brennstoff verschickt worden. Der Text, den die Redaktion darin über uns und unseren Workshop schreibt, ist einfach toll. Wir hätten uns und den Workshop nicht besser beschreiben können:

Tango Argentino – das ist leidenschaftliche Musik, elegante Körperhaltung, getanzter Dialog … Entstanden auf den Straßen von Buenos Aires, erzählt der Tango vom wahren Leben – von seinen Schicksalen, Sehnsüchten und (unerfüllten) Liebesgeschichten. Obwohl längst salonfähig geworden, zieht es Andrea Tieber und Sigrid Mark alias AdanzaS mit ihren Tango-Street-Perfomances gerne zurück auf die Straße. Das Künstlerinnenpaar wird euch, die ihr gerne Tango solo und ohne Partnerzwang erlernen wollt, an diesem Wochenende in ihre große Leidenschaft, den Tango Argentino verführen. Alleine einen Tango zu tanzen, das heißt Unabhängigkeit, heißt eins sein mit Musik, Raum und sich selbst. Eine starke Selbsterfahrung. … Ihr werdet mit dem Tangotanz die (seltene) Kunst, klar und respektvoll ohne Worte zu kommunizieren, kennenlernen. Vorkenntnisse braucht ihr dafür keine, eure Freude am Tanz und an der Bewegung genügen. Es könnte allerdings sein, dass sich eure Freude nach diesem Wochenende in eine lebenslange Leidenschaft zum Tango Argentino – solo oder together – verwandelt.

Und die größte Überraschung war dann eine Mail Anfang Februar mit der Information, dass der Maitermin in der GEA Akademie mit 20 Personen (!) bereits ausgebucht sei. Nun sind wir gerade dabei, für Sommer oder Herbst weitere Termine auszumachen! Wow!!! Unglaublich, und unsere Freude ist riesengroß!

Gar nicht mehr vorstellbar, wenn wir Solo Tango nicht realisiert hätten!!!

Sigrid

 

Infotext zum Workshop Solo Tango aus: brennstoff Nr. 47, Jänner 2017, GEA Verlag Wien

Yoga und Tango

Yoga und Tango

Ganz bei sich sein, Erdung, bewusstes Atmen, Anspannung, Entspannung, bewusste Bewegung, Flow, Was beschreibe ich mit diesen Worten? Für alle, die Yoga betreiben, wird es ganz klar Yoga sein. Aber ich denke, auch viele, die Tango tanzen, werden sich darin finden. Für mich ist es nämlich beides. Tango und Yoga haben sehr viele Gemeinsamkeiten und ergänzen sich wunderbar.

Seit nunmehr drei Jahren beginnt jeder Tag für mich mit Yoga. Damit begrüße ich den neuen Tag, es ist ein sanftes Aufwecken des Körpers, ich übe den achtsamen Umgang mit dem Körper als Vorbereitung auf das Tanzen. Bevor wir uns vor mehr als drei Jahren auf den Weg nach Buenos Aires gemacht haben, war uns bewusst geworden, dass wir neben dem intensiven Tanzen noch eine andere Form der Körperarbeit brauchen. Da fiel uns Yoga in Form der Yogatrainerin Petra Stiefsohn von Lebens-Welten zu. In einigen Privatstunden stellte sie speziell für uns ein Programm zusammen, das wir im Großen und Ganzen bis heute immer gleich praktizieren. Wir wurden schon mehrmals gefragt, ob uns dabei nicht fad würde. Ich kann nur sagen: überhaupt nicht! Einerseits sind mittlerweile die Bewegungsabläufe so verinnerlicht, dass ich den Kopf ausschalten kann und die Bewegungen einfach fließen. Andererseits fühlen sich die gleichen Bewegungen von Tag zu Tag anders an. Und das Schönste für mich, ist zu beobachten, wie im Lauf von Monaten und Jahren, Beweglichkeit, die schon verloren war, wieder zurückkommt. Mittlerweile gehört Yoga für mich zum Tagesbeginn wie das Frühstücken und es fehlt etwas, wenn es aus irgendeinem Grund ausfällt.

e160323p036Für mein Tangotanzen profitiere ich ungemein durch Yoga. Ich stehe sowohl am Beginn vom Yoga als auch beim Tangotanzen gleich da. Ich achte bewusst auf meine Atmung, meine Haltung, versuche mich zu erden und ganz im Hier und Jetzt zu sein. Wenn ich dann zu tanzen beginne, geht es einfach leichter. Außerdem gelingt es mir durch regelmäßiges Yoga eine Körperspannung aufzubauen, die gerade fürs Tangotanzen notwendig ist. Aber auch die Entspannung, die es danach braucht, übe ich beim Yoga. Und ganz wichtig ist mir auch das Dehnen. Intensives Tanzen ist nichts anderes als Sport. Da weiß mittlerweile jeder, dass Muskeln nach der Anstrengung gedehnt werden müssen. Für die vielen Dehnübungen im Yoga bin ich also besonders dankbar, denn ich habe das Gefühl, dass sie wesentlich sind, um beweglich zu bleiben.

Auf Grund dieser Erfahrungen, entstand die Idee, Yoga und Tango in Kombination auch für andere anzubieten. yogarovinj2016-300x300Wieder ein schöner Zufall führte uns zu der begnadeten Yogatrainerin Eva Maria Flucher und ihrem DO YOGA. Gemeinsam bieten wir nun ein Wochenende, 28. – 30. April, in Rovinj an. Gruber Reisen Deutschlandsberg veranstaltet diese Tango & Yoga Reise, bei der es täglich sowohl zwei Stunden Yoga als auch zwei Stunden Solo Tango gibt. Untergebracht im 4* Hotel Amarin auf einer grünen Halbinsel etwas außerhalb von Rovinj bleibt auch genug Zeit, um den Frühling am Meer zu genießen. Wenn du jetzt Lust bekommen hast, diese Kombination auch einmal zu probieren, kannst du dich hier informieren und anmelden.

 

Yoga ist eine Einladung zum Glücklichsein! Mit diesen Worten von Eva Maria Flucher beschließe ich diesen Blogartikel und kann nur hinzufügen: Das Gleiche gilt für den Tango!

Andrea

Hotel Miramar – ein Juwel an der Adria

Hotel Miramar – ein Juwel an der Adria

Ein wunderschönes Hotel in einem Sehnsuchtsort am Meer. So weit ist alles klar. Mit der genaueren Definition des Ortes wird es aber schon schwierig. Liegt dieses Juwel in Opatija oder in Abbazia, in Kroatien oder im Küstenland? dscf6007-2Die Wortwahl ist nicht unwesentlich, denn an diesem Ort ist man hautnah mit der Geschichte Österreichs verbunden und die Wortwahl beinhaltet wohl auch ein Statement im Umgang mit dieser Geschichte. Es geht um die Zeit der Monarchie, die Zeit vor dem ersten Weltkrieg, als dieser Landstrich im heutigen Kroatien ein Teil von Österreich war und in den Wiener Salons von der „österreichischen Riviera“ erzählt wurde. Mit der Bahnlinie von Wien über Triest nach Rijeka war die Basis gelegt, um aus einem kleinen Fischerdorf einen Nobel“curort“, ein Seebad für die bürgerliche Gesellschaft Wiens und bald auch für den europäischen Hochadel entstehen zu lassen. Namhafte Ärzte, wie Dr. Theodor Billroth, priesen die Heilwirkung des milden Klimas an der Adria und bald wurde Abbazia der Winter“curort“ der Wiener Gesellschaft, die, sofern sie es sich leisten konnte, von November bis März hier weilte. Die ersten großen Hotels, etwa das luxuriöse Quarnero im Jahr 1883, entstanden neben den zahlreichen kleinen Villen, die zu Adria-Pensionen umgebaut wurden. Diese Villen prägen bis heute das Bild des kleinen Städtchens am Meer. Und eine dieser Villen, nämlich die Villa Neptun direkt am Meer, ist Teil des heutigen Hotels Miramar.

dscf5957Wie viele der alten Gebäude war die Villa Neptun baulich in einem sehr schlechten Zustand, als die Salzburger Hoteliersfamilie Holleis sie kaufte, um den Grundstein für ihr Hotel am Meer zu legen. Das heutige Miramar ist ein Neubau, wobei die Villa Neptun nach alten Vorlagen rekonstruiert wurde. Die Hotelanlage besteht nicht aus einem großen Gebäude, sondern aus fünf Villen, sodass die Villentradition des Ortes beibehalten wurde und dennoch ein gepflegtes Ambiente mit allen Annehmlichkeiten eines ****S Hotels verbunden wurde. Das Miramar ist zu recht bekannt für seine Küche. Wie „zu Kaisers Zeiten“ wird hier die österreichische Küche auf höchstem Niveau mit der kroatischen Küche und allem, was die Adria an Köstlichkeiten bietet, verbunden. Ein köstliches Abendmenü ist ja in solch einem Hotel beinah selbstverständlich, aber wirklich umwerfend ist für mich das Frühstücksbuffet! Die Auswahl ist unvorstellbar, da kann wirklich kein Wunsch offen bleiben! Auch das, was das Hotel sonst noch bietet, geht vielfach über das übliche Niveau hinaus: Die zwei Wellnessbereiche, der prächtige Garten und die Liegeterrassen am Meer laden ein, sich zu entspannen. In der Tradition der Kurorte gibt es ein umfangreiches Wochenprogramm, bei dem ebenfalls für jede und jeden etwas Passendes dabei sein müsste. Einmal gibt es ein klassisches Konzert, dann wieder einen kroatischen Liederabend oder Tanzmusik. Ein andermal kann man einer Lesung oder einem Vortrag, häufig zur Geschichte des Ortes passend, lauschen. Und tagsüber gibt es nicht nur Fitness am Morgen, sondern im Laufe des Jahres zahlreiche Workshopangebote wie Yoga, Tanzkurse oder – erstmals und neu in dieser Woche! – Solo Tango! Wir sind also hier, um zu arbeiten, aber in diesem Haus ist das der allerhöchste Genuss!

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Als Freizeit für uns und als wunderbare Urlaubsbeschäftigung wartet direkt vor dem Hotel die Franz-Josefs-Promenade darauf, entdeckt zu werden. Dieser Lungomare ist 12 km lang und führt von Volosko über Opatija bis Lovran. Egal ob zum gemütlichen Flanieren, zum Walken oder Joggen, dieser malerische Weg direkt am Meer ist zu jeder Jahreszeit wunderschön. In den letzten Jahren hatten wir ihn im April mit frischem Grün und zahlreichen Blüten und im Juli unter schattenspendenden Bäumen erwandert. Jetzt sind wir erstmals in einer regnerischen Woche im Spätherbst hier – und der Lungomare ist wieder faszinierend anders! Viele Bäume haben die Blätter schon verloren und so ist der Blick frei auf die felsige Küste. Dann wieder finden sich leuchtend gelbe oder rote Blätter auf den beinah schwarzen Ästen. Die Luft ist klar und herrlich frisch und bei einer Temperatur von 15° ist der Spaziergang eine Wohltat für Körper und Seele. So sind wir also wieder bei der wohltuenden Wirkung dieses „Curortes an der Adria“ angelangt und ich kann mir gut vorstellen, wie es wäre hier zu überwintern. Aber die Zeiten haben sich geändert, auch wenn in Opatija noch vieles so ist, wie im alten Abbazia. Ein Aufenthalt im Hotel Miramar jedenfalls ist zu jeder Jahreszeit purer Genuss. Und wir freuen uns, dass uns „Solo Tango“ auch im nächsten Jahr hierher führen wird! Haben Sie Lust mitzukommen?

Sigrid

Verwendete Literatur: Opatija-Riviera, Eine Genussreise mit Küchenchef Arthur Berger, 2008 Hotel Miramar/Holleis