Ballade für zwei Verrückte

Ballade für zwei Verrückte

In wenigen Tagen ist es wieder so weit – wir eröffnen unsere Straßenkunstsaison, diesmal in Piran und Umgebung. Unser neues Stück ist „reif“ und jetzt zieht es uns förmlich hinaus auf die Straßen. Es hat sich heuer wieder, wie auch die letzten Jahre schon, so ergeben, dass die Premiere im Ausland stattfindet. Und wir stellen fest, dass uns das sehr recht ist. In der Fremde, wo uns niemand kennt, ist es am Anfang leichter. Aber wir haben heuer auch vor, öfter in Graz aufzutreten.

Balada para dos locos – Ballade für zwei Verrückte, nennt sich unser neues Stück. In Anlehnung an einen berühmten Tango namens Balada para un loco haben wir es entwickelt. Die Musik dieses Tangos stammt von Astor Piazzolla, der Text von Horacio Ferrer. Es ist ein Tango, der uns immer schon fasziniert hat, in dem wir uns irgendwie wieder gefunden haben. Das ist auch nachzulesen im Blogartikel Loco, loco, loco, …, den ich vor einem knappen Jahr geschrieben habe. Als wir über das neue Stück nachzudenken begannen, war jedenfalls bald klar, dass dieser „verrückte Tango“ der Ausgangspunkt wird.

Am Anfang war also diese Idee. Der Prozess der Entstehung – eben von einer Idee bis zum fertigen Stück – ist für mich das Spannendste und Schönste an unserer momentanen Arbeit: fantasieren, Bilder im Kopf entstehen lassen, sich austauschen (was wollen wir ausdrücken?), im Text versinken, die Musik auswählen, tanzen, Kostüme entwerfen, Requisiten beschaffen, eine Choreografie festlegen, proben, verändern, proben, proben, uns filmen, proben, verändern, … und dann das Gefühl „Jetzt haben wir es!“

Entstanden ist diesmal ein surreales Stück: bunt und frech, voller Spaß und Überraschungen entführen wir in die Straßen von Buenos Aires und auf eine Reise zur Venus. Es ist ein Stück über die verrückte Magie des Lebens und der Liebe!

Die Proben der letzten Tage haben unsere Vorfreude auf die heurige Straßenkunstsaison so richtig angefacht. Und das, obwohl es einige Pannen gab. So ist z.B. Sigrid’s Hose gleich bei der ersten Kostümprobe aufgeplatzt. Ihr Anzug besteht nämlich aus einem ganz besonderen Stoff, der sich aber leider nicht dehnt. Unserer wunderbaren Kostümbildnerin ist zum Glück schnell eine Lösung eingefallen, aber Sigrid musste wieder eine Zeit lang ohne Kostüm proben. Ein paar Proben später ging beim Regenbogenschirm, eine unserer Requisiten, eine der Streben kaputt. Einfach entzwei gebrochen, ob durch einen Materialfehler oder durch die Beanspruchung bei unserem Tanz, wissen wir nicht. Jedenfalls haben wir gleich einen neuen bestellt und hoffen, dass er rechtzeitig da ist. Und irgendwie passen diese Pannen ja zu unserem Stück. Obwohl wir schon hoffen, wenn sie jetzt passieren, dass es bei den Aufführungen keine mehr gibt.

So fiebern wir ihnen entgegen, den Auftritten. Wird alles so klappen, wie wir es uns vorstellen? Wie wird es beim Publikum ankommen? Gerade am Anfang haben wir natürlich auch Lampenfieber. Aber auch das gehört dazu. Denn das wunderbare Gefühl nach einem gelungenen Auftritt macht es wieder wett.

Andrea

 

Tango auf Rumänisch …

Tango auf Rumänisch …

Auf ihrer musikalischen Weltreise hat Andrea uns im letzten Blogartikel auch nach Bukarest entführt und mit ihren Erzählungen sind wir eingetaucht in das „Paris des Ostens“ als Tangometropole der 1920er und 1930er Jahre. Die Tangos auf der CD Bucharest Tango werden von Oana Catalina Chitu in rumänischer Sprache gesungen und wir tanzen nicht nur seit vielen Jahren gerne zu diesen Stücken, sie haben uns schon bei unseren ersten Auftritten als Straßenkünstlerinnen im Jahr 2014 begleitet. Und gerade im öffentlichen Raum haben diese Tangos in rumänischer Sprache zu überraschenden und berührenden Begegnungen geführt, die uns erfreut und zugleich nachdenklich gemacht haben.

20140721_108_web-3Am Ufer des Donaukanals im Juli 2014 zum Beispiel haben sich zwei junge Frauen an der Kaimauer niedergelassen und uns lange Zeit zugeschaut. In einer Pause haben sie uns angesprochen und wollten gleich mehr über den Tango Zaraza, zu dem wir gerade getanzt hatten, wissen. Eine der beiden war nämlich aus Rumänien und studierte damals in Wien. Sie war überrascht und hocherfreut einen Tango in ihrer Muttersprache zu hören. Etwas schüchtern erzählte sie dann, dass sie selbst begonnen habe, Tango zu tanzen und fragte, ob ich mit ihr tanzen würde. So tanzte ich mit ihr zu Zaraza und es war deutlich zu spüren, wie viel ihr dieses Erlebnis bedeutete. Auch für uns war es eine der ersten intensiven Begegnungen mit unserem Publikum – ausgelöst durch diesen Tango in rumänischer Sprache.

Im Sommer 2015 gab ein anderer Tango jener CD den Impuls, unsere Auftritte zu verändern und neben dem Tanz auch mit Gesten und Mimik und mit Requisiten zu spielen. Es war das Stück Aprinde o tigara, der wie so viele Tangos von einer unglücklichen Liebe erzählt und in dem das Rauchen einer Zigarette Trost spenden soll. Nun, wir ließen uns nicht vom ganzen Text, sondern nur vom Titel inspirieren und machten daraus die erste Version unserer „Zigarrennummer“. Das Echo darauf war bei jedem Auftritt groß und somit war der Anfang für unsere wo/men tango acts gemacht: Wir entwickelten eine Geschichte, bestehend aus mehreren Tangos inklusive Aprinde o tigara. Andrea schlüpft darin in die Rolle des reichen Gutsbesitzers Andres, der am Bahnhof wartend Zigarre raucht …

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Als dieser wo/men tango act im Mai 2016 am Hackeschen Markt in Berlin Premiere hatte, dauerte es nicht lange, bis der Tango in rumänischer Sprache erneut zu überraschenden Begegnungen führte. Einmal war da ein Mann im Publikum, dem äußeren Anschein nach ein Obdachloser, einfach gekleidet und sehr verschüchtert in seiner Art. Dennoch kam er in der Pause auf uns zu und sagte mehrmals „Rumänien“. Wir bestätigen, dass da wirklich ein Tango in rumänischer Sprache dabei war und er strahlte. Dann bat er um ein wenig Geld und wir gaben ihm ein paar Münzen aus unserem Koffer. Ein andermal wartete eine Musikgruppe bis wir mit unserem Auftritt fertig waren, damit sie den Platz bespielen konnten. Auch sie waren aus Rumänien und haben den rumänischen Tango gleich erkannt. Leider konnten sie selbst keinen Tango spielen, sonst hätten wir zu ihrer Livemusik tanzen können. Wir begannen zu überlegen, warum diese Männer so berührt waren und meinen, dass es daran liegt, im öffentlichen Raum ihre Muttersprache zu hören. Sprache hat ja sehr viel mit Identität zu tun. Und diese Menschen leben mitten unter uns, sprechen mehr oder weniger gut unsere Sprache, aber hören ihre Sprache nur im privaten Umfeld. Ähnliche Erlebnisse hatten wir auch im Augartenpark in Graz, wo wir im Juni zweimal aufgetreten sind. Der Park war an jenen lauen Sommerabenden voller Leben, Kinder spielten, ganze Familien waren mit den Fahrrädern unterwegs, viele machten es sich auf den Parkbänken gemütlich. Es hatte den Anschein, als wäre der Park für einige von ihnen das Wohnzimmer, denn als wir zum zweiten Auftritt kamen, saßen die gleichen Männer auf den gleichen Bänken wie einige Tage zuvor. Einmal kam ein kleiner Junge zu uns und fragte, ob wir aus Rumänien seien. Er war ganz erstaunt, als wir verneinten und meinte: „Aber das war ja rumänisch!“ Dann eilte er zu dem Mann zurück, der auf der Bank saß. Dieser blieb bis zum Ende unserer Aufführung sitzen und als wir unsere Requisiten zusammenpackten kam er zu uns, bedankte sich und gab uns eine 2-Euro-Münze. Wir waren höchst überrascht, nicht nur darüber, dass er direkt auf uns zugekommen ist, sondern auch, dass er so großzügig war. Scheinbar haben wir uns gegenseitig beschenkt …

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Die berührendste Begegnung ausgelöst durch den Tango in rumänischer Sprache hatten wir aber im Herbst an der toskanischen Küste. In Italien leben ja viele Menschen aus Rumänien, weil ihre Sprache dem Italienischen sehr ähnlich ist und es für sie deshalb leichter ist, in diesem Land Fuß zu fassen. Wie überall in Europa leben sie, obgleich EU-BürgerInnen, aber auch dort am Rande der Gesellschaft und verrichten jene Arbeiten, die nicht viel wert und daher schlecht bezahlt sind. Bei unserem ersten Auftritt in Forte dei Marmi sind wir zu früh dran und daher sind noch sehr wenige Menschen unterwegs. Auf dem Platz, den wir als Auftrittsort gewählt haben, steht ein Brunnen, bei dem immer wieder Menschen Wasser holen. So auch eine ältere Frau, die gleich mehrere Kanister anfüllt und uns währenddessen zuschaut. Nach dem Stück kommt sie auf uns zu und wir sehen, dass sie Tränen in den Augen hat. Sie bedankt sich in einer Mischung aus Italienisch und Rumänisch und gibt uns einen 5-Euro-Schein. Wahrscheinlich arbeitet sie in einem der Hotels, sicher hat sie nicht viel Geld, und dennoch will sie uns diesen Schein unbedingt geben. Sie war berührt, so unerwartet ihre Sprache an jenem Platz zu hören, an dem sie wohl immer wieder Wasser holt. Auch wir sind tiefberührt und reich beschenkt. Das sind die Momente, in denen wir voll Dankbarkeit sind für die Erlebnisse als Straßenkünstlerinnen!

Nun, ein Tango in rumänischer Sprache hat den letzten Sommer begleitet. Seine Sprache hat Menschen berührt, die fern ihrer Heimat in einem anderen Land leben und dort ihr Glück suchen. So schließt sich der Kreis und die Weltreise des Tangos führt uns zurück nach Buenos Aires, wo er entstanden ist unter Menschen, die ihre Heimat verlassen hatten auf der Suche nach einem besseren Leben. Vor mehr als hundert Jahren in Buenos Aires, heute mitten unter uns. Die Melodien des Tangos sprechen von Sehnsucht und Hoffnung, egal ob auf Italienisch, Spanisch oder eben in rumänischer Sprache. Und rühren die Menschen an, berühren ihre Herzen. Und wir als Straßenkünstlerinnen sind Gebende und Nehmende zugleich!

Sigrid

 

Tango ist Entschleunigung!

Tango ist Entschleunigung!

Es ist soweit – das Thema Tango und die Zeit ist reif für einen Blogartikel! Ein Monat ist verflogen, seit ich darüber schreiben wollte und ich könnte, ganz im Trend der Zeit, über das rasante Tempo klagen, mit dem sich unsere Gesellschaft von einem Jahr ins nächste katapultiert. Oder ich könnte das – leider oft schon abgegriffene – Wort Entschleunigung benutzen, um mich selbst und die Leserinnen und Leser dieses Artikels mit einem imaginären erhobenen Zeigefinger zu ermahnen, doch endlich … Aber genau darum geht es im Folgenden nicht! Es geht um meine Erfahrungen mit dem Tango und um einige sehr persönliche Lektionen, die er mir im Bezug auf das Tempo meines Lebens beschert hat. Und falls sich darin die eine oder der andere wiederfinden kann und ebenfalls zu buchstabieren beginnt, wie es um die Zeit steht, so freut mich das – ohne jeglichen moralischen Anspruch!

20160626_210305-1-2Nun, meine Gedanken gehen zurück zu einem Auftritt im Juni in Graz, bei dem eine gute Freundin im Publikum war, die uns danach ihre Eindrücke rückgemeldet hat. Sie hat dabei diese Formulierung „Tango ist Entschleunigung!“ verwendet und gemeint, unser Tanz ist in seiner Langsamkeit ein absoluter Kontrast zu dem, was sich sonst im öffentlichen Raum, in der Fußgängerzone und den Plätzen der Stadt, abspielt. Während um uns herum alles eher schnell, ja hektisch ist, scheinen wir von all dem entrückt zu sein. Mir war dies bis zu jenem Auftritt gar nicht bewusst und, überrascht über diese Wahrnehmung, habe ich diesem Aspekt seither Aufmerksamkeit geschenkt. Und zwar nicht nur bei unseren Auftritten, sondern generell beim Tanzen.

Da der Tango ein Improvisationstanz ist, gibt es keine fixen Abfolgen und die Tanzenden können auch frei mit dem Rhythmus und dem Tempo spielen. Es gibt kein durchzählen der Takte, sondern es können jederzeit Pausen folgen, bei denen die beiden Tanzenden in der jeweiligen Position verharren, sich selbst und sich als Paar, die Musik oder den Text spüren und erst dann wieder weitertanzen. Außerdem kann die führende Person sich in der Gestaltung des Tanzes ganz von der Musik leiten lassen und dabei einmal einem schnelleren Instrument, zum Beispiel dem Bandoneon, in seinem Lauf folgen oder die Bewegungen an ein langsameres Element, vielleicht einen langen, getragenen Part der Geigen, anpassen. Und da sind wir schon bei den Lektionen für mein Leben, die der Tango mir ermöglicht hat! Jeder Mensch hat ja sein eigenes Lebenstempo – es gibt Menschen, die alle ihre Tätigkeiten eher flott und zügig machen und solche, die alles langsam und bedächtig angehen. Letztere werden vom Lebenstempo unserer Gesellschaft häufig angetrieben und können kaum ihr persönliches Lebenstempo realisieren. Ich gehöre zu den schnellen Menschen, nicht selten zu den zu schnellen. Beim Tangotanzen habe ich als Führende deshalb lange Zeit eher auf die schnelleren Impulse in der Musik geachtet und häufig schnellere Schritte eingebaut. Aurora Lubiz, unsere Tangolehrerin in Buenos Aires, hatte das gleich gemerkt und mich immer wieder mit dem Wort pausa aufgefordert, den Tanz langsamer zu gestalten. Im Lauf der Jahre habe ich gelernt, dieses langsamere Tempo im Tanz zu lieben und so wurde das Tanzen für mich zu einem Ruhepol, der sich von meinem schnellen Lebenstempo abhob. Seit drei Jahren tanzen und trainieren wir nun ja regelmäßig und sehr intensiv und siehe da – der Tango hat tatsächlich mein Leben entschleunigt! Ich genieße es, den ruhigen Instrumenten zu folgen, Pausen einzulegen, Zeit zu haben, um mich und uns als Tanzpaar wahrzunehmen und den Tanz gemeinsam entstehen zu lassen – und zwar ruhig und langsam. So ist es uns wohl gelungen, unserem Tanz diesen individuellen Ausdruck der Langsamkeit zu verleihen und diese Entschleunigung auch bei unseren Auftritten spürbar zu machen.

20160908_205020-3Denn eine weitere Rückmeldung zu unserem wo/men tango act Encuentro, die wir ebenfalls diesen Sommer erhalten haben, bezieht sich auch auf das Thema Zeit: Unser Tanz sei „wie aus der Zeit herausgefallen“ wurde uns gesagt. Nun, die Figur des Andrés blickt tatsächlich nicht auf sein Smartphone, um zu sehen wie spät es ist, sondern auf eine Taschenuhr und der Koffer, den er bei sich hat, ist Vintage. Aber die Requisiten sollen dabei nur das unterstreichen, was sich in der Geschichte abspielt – und da lassen wir unsere beiden Figuren tatsächlich aus der Realität herausfallen, so dass sie sich für einen kurzen Moment wie in Zeitlupe bewegen. Aber auch hier zeigen wir bei unserem Auftritt etwas, was zu den wesentlichen Erfahrungen zählt, die wir beim Tangotanzen immer wieder machen: Ganz im Tanz aufzugehen, Raum und Zeit zu vergessen und nur mehr im Hier und Jetzt, in der Musik und im Tanz zu sein. Tango ist Entschleunigung! Denn gerade in diesen Momenten spüre ich diese Magie des Augenblickes, die im schnellen Lebenstempo so leicht verloren geht. Und vielleicht ist diese Magie eben nicht nur für mich spürbar, sondern auch für die Menschen, die uns beim Tanz zusehen. Ja, und vielleicht springt ein klein wenig von dieser Entschleunigung auf sie über – mitten im öffentlichen Raum und im rasanten Tempo des heutigen Lebens.

Sigrid

 

Ende der Saison …

Ende der Saison …

Ein letztes Mal in dieser Saison haben wir unsere Requisiten und Kostüme vorbereitet, um heute Nachmittag auf der Straße aufzutreten. Beim Ankleiden und Schminken werden wir wieder in unsere Rollen schlüpfen und uns in Andrés und Segundo verwandeln, die sich im Stück „Encuentro“ begegnen. Dann werden wir uns ins Auto setzen, nach Graz fahren und tanzen – auf dem „Pflaster, das für uns die Welt bedeutet“!

Ich weiß, das klingt theatralisch, aber am Ende unserer dritten Saison als Straßenkünstlerinnen trifft nach wie vor das zu, was wir bei unserem allerersten Auftritt, im Mai 2014 ebenfalls in Graz, schon gespürt haben: die Straßenkunst ist einfach unseres! Wir haben seither viele Erfahrungen gemacht, vieles ausprobiert und viel gelernt. Nun sind wir am Ende unseres dritten Lehrjahres und können dankbar auf ein äußerst erfolgreiches Jahr als Straßenkünstlerinnen zurückschauen. Wir sind viel öfter aufgetreten als in den Jahren zuvor und es war spannend an völlig verschiedenen Orten zu tanzen: die Atmosphäre in der Großstadt Berlin, die vertraute Innenstadt von Graz und die Urlaubsorte am Meer in Italien bildeten jeweils einen gänzlich anderen Rahmen. Immer noch ist es nicht ganz leicht den passenden Auftrittsort und die beste Tageszeit herauszufinden. Wir hatten wunderschöne Plätze mit unglaublich tollem Ambiente und viel Publikum, aber manchmal ist es schwierig, die Gegebenheiten richtig einzuschätzen und so waren wir leider auch mal zur falschen Zeit am falschen Ort.

20160908_205020-2Nach wie vor sind wir fasziniert von den Begegnungen mit dem Publikum! Von den vielen spontanen Gesprächen, die sich nach einem Auftritt ergeben, haben wir ja schon des Öfteren berichtet. Bei einem unserer Auftritte in Italien etwa hat uns ein Paar sehr lange zugeschaut und uns dann in der Pause angesprochen. Sie waren aus Amerika und gerade auf ihrer Hochzeitsreise. Wir plauderten einige Zeit über den Tango und beim Verabschieden sagte die Frau, unser Auftritt sei für sie das Schönste auf der ganzen Reise gewesen – und das bei einer Toskanareise! Weil wir im Auftreten und im Tanzen einfach schon routinierter sind, war es in dieser Saison auch möglich, während wir tanzten Reaktionen aus dem Publikum wahrzunehmen, manchmal aufzugreifen oder zumindest einen kurzen Blickkontakt herzustellen. Vor allem in Italien war dies sehr intensiv, weil die ItalienerInnen sehr offen und emotional sind und wir viele Zurufe mit „bravo“ und „complimenti“ erhielten. Das übertrug sich natürlich auf uns und wir tanzten vielleicht noch eine Spur besser …

Das wirklich Besondere an dieser Saison war aber, dass wir mit unserem ersten wo/men tango act „Encuentro“ erstmals eine Geschichte getanzt haben und so neben dem Tango tanzen auch das Theater spielen Teil unserer Auftritte geworden ist. Uns machte es einfach Spaß, mehr und mehr in die Rollen hinein zu wachsen und im Spiel ebenso kreativ zu werden wie im Tanz. Natürlich ist es bei der spontanen Straßenkunst nicht immer so, dass Menschen das ganze Stück lang stehen bleiben und zuschauen. Oftmals haben wir aber erlebt, dass ZuschauerInnen nicht nur bis zum Schluss geblieben sind, sondern richtig mit den beiden Personen und der Handlung mitgelebt haben, gelacht und sich mit uns über den positiven Ausgang dieser Begegnung gefreut haben. Und natürlich war auch das Spiel mit den Geschlechterrollen spannend, das wir als Herrendarstellerinnen in diesen act mit hinein verpacken. Wiederum im Italien haben wir – aufgrund der Sprache – mehrmals erlebt, dass ZuschauerInnen gerätselt und sogar miteinander diskutiert haben, ob wir nun Männer oder Frauen seien. Und an den Zurufen konnten wir dann erkennen, für wen sie uns halten, denn bei zwei Männern heißt das „Bravo“ auf Italienisch „bravi“ und bei zwei Frauen „brave“. Manchmal waren beide Formen gleichzeitig zu hören und wir freuten uns darüber, dass es uns gelingt zu irritieren, zu genauem Hinsehen und zum Nachdenken anzuregen.

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Nun bleibt nur noch jene Frage, die uns schon vor Monaten gestellt wurde, als wir erwähnten, wir seien gerade im „dritten Lehrjahr als Straßenkünstlerinnen“: dauert die Lehrzeit für diesen Beruf drei oder vier Jahre? Auch jetzt, am Ende dieser Saison kann ich sie noch nicht beantworten! Straßenkunst bietet immer Überraschungen und ist immer wieder neu. Womöglich ist die Lehrzeit nie vorbei. Jetzt aber geht es in die Winterpause. Und da wollen wir einen neuen wo/men tango act entwickeln und uns für Straßenkunst-Festivals im kommenden Jahr bewerben. Es wir uns also nicht langweilig werden und auch wenn die Pause gut tun wird, freue ich mich schon jetzt, wenn wir im nächsten Jahr wieder auf dem Straßenpflaster auftreten werden.

Sigrid

 

Spontane Straßenkunst versus Festivals

Spontane Straßenkunst versus Festivals

DSCF5187La Strada ist vorbei, und wir sind wieder einmal von der Stadt zurückgekehrt aufs Land. Hier sinniere ich noch nach über die Eindrücke der vergangenen Woche. So ein Straßenkunst-Festival versetzt eine Stadt schon in eine ganz besondere Stimmung. Gebündelte Kreativität und viele Menschen, die dem offen und mit Neugier begegnen. Wir sahen, wie ich ja schon im letzten Beitrag beschrieben habe, einige großartige Aufführungen und hatten auch selbst einige ganz tolle Auftritte – beides auf Straßen und Plätzen der Stadt, mit engem Kontakt zum Publikum und einfachen Mitteln umgesetzt. Im Gegensatz dazu gab es im Programm von La Strada aber auch Vorführungen im Opernhaus mit 40 € Eintritt. Sicherlich eine aufwendige und auch faszinierende Produktion, aber es stellt sich die Frage, was das mit Straßenkunst zu tun hat bzw. ob dadurch nicht eine 2-Klassen-Straßenkunst geschaffen wird. Wir hörten im Laufe der Woche diesbezüglich jedenfalls viele kritische Stimmen.

DSCF5188Es hat sich mittlerweile ja ein Festivalmarkt entwickelt, bei dem anscheinend auch die Devise immer mehr, immer aufwendiger, immer spektakulärer, … vorherrscht bzw. einen großen Teil einnimmt. Es gibt unzählige Straßenkunst-Festivals in vielen Ländern Europas. Allein innerhalb Frankreichs z.B. kann eine Gruppe mit einer Produktion drei Jahre lang auf Tournee gehen, so viele Festivals gibt es da. Mit dieser Entwicklung ging aber auch eine andere Entwicklung einher, nämlich die, dass spontane Straßenkunst, also Straßenkunst außerhalb von Festivals, fast verschwunden ist. Auf Grund der Bestimmungen und rigorosen Einschränkungen, die es mittlerweile in fast allen Städten gibt, aber auch kein Wunder. In Graz z.B. muss man sich für den Innenstadtbereich Platzkarten besorgen, die man persönlich mit Lichtbildausweis bis 14.00 Uhr an Werktagen im Rathaus abholen muss. Während der Auftritte werden diese Platzkarten von den Ordnungswachen kontrolliert und auch da muss man einen Lichtbildausweis vorweisen. Wenn das der Fall ist, ist in der Zwischenzeit das Publikum dahin. In der La Strada-Woche war allerdings sehr auffällig, dass erstens kaum Ordnungswachen unterwegs waren und zweitens, wenn sie vorbeikamen, dass sie nicht kontrolliert haben. Anscheinend hatten sie Instruktionen, sich in dieser Woche zurückzuhalten. Außerdem muss man nach jeder halben Stunde den Platz wechseln, gewisse Uhrzeiten und Abstände zu Eingängen, Lokalen, … einhalten. Es gibt aber auch Städte, in denen die Bestimmungen noch strenger sind oder man für Platzkarten zahlen muss, manchmal so viel, dass sich ein Auftritt im wahrsten Sinne des Wortes nicht auszahlt. Aber da in vielen Städten Straßenkunst als Störung oder Bettelei gesehen wird, und nicht als Belebung einer Stadt, erreicht man so, dass spontane Straßenkunst verschwindet.

Nun, das Schöne an der spontanen Straßenkunst, finde ich, ist der Überraschungseffekt – für die KünstlerInnen ebenso wie für das Publikum. Wir sind jedes Mal vorher sehr gespannt, wie ein Auftritt wird, weil das von so vielen Faktoren abhängt und immer anders ist. Wie wirkt der Platz, wie ist das Wetter, welche Menschen kommen vorbei? Es können sich spontane Begegnungen ergeben, die noch lange nachwirken. Menschen, die in der Stadt unterwegs sind, werden überrascht, indem da etwas stattfindet, mit dem sie nicht gerechnet haben, das sie für kurze Zeit innehalten lässt. Es ist jedes Mal ein besonderes Glücksgefühl, wenn es uns gelingt, Menschen für einen Moment aus ihrem Alltag heraus in eine andere Welt eintauchen zu lassen. Und das ist etwas, das die spontane Straßenkunst auszeichnet.

Auf Festivals läuft Straßenkunst in organisierter Form in einem begrenzten Zeitraum ab. Man hat alles unter Kontrolle. Ich möchte dadurch die Darbietungen und großartigen Leistungen der KünstlerInnen nicht schmälern. Auch die Atmosphäre, die durch so ein Festival in einer Stadt entsteht, ist wunderbar – aber eben nur für eine Woche oder gar nur für ein Wochenende. Und das finde ich schade.

DSCF4926 (2)Auch wir werden uns diesen Winter erstmals für Festivals bewerben, weil wir sie brauchen, um von unserer Kunst leben zu können. Aber die spontane Straßenkunst wird immer ein wesentlicher Teil unserer Auftritte bleiben, denn die Erfahrungen und Erlebnisse, die wir bisher damit gemacht haben, sind unvergesslich und besonders wertvoll.

Andrea

 

 

Liebes Publikum!

Liebes Publikum!

Bei unseren Auftritten auf der Straße gibt es als Einleitung für den wo/men tango act immer eine kurze Ansage. Diese beginnt mit den Worten: Geschätzte Damen und Herren! Liebes Publikum! … Jedes Mal, wenn ich diese Worte ausspreche, spüre ich, wie wichtig sie mir sind und wie sehr sie den Kern dessen ausdrücken, worum es für uns in der Straßenkunst geht: Das Publikum ist unser größter Schatz!

Über die Begegnungen und Gespräche, die sich nach einem Auftritt immer wieder ergeben, haben wir ja schon erzählt. Aber auch während wir auftreten ist die Verbindung zum Publikum wesentlich für uns. Obwohl der Tango es verlangt, dass wir im Tanz ganz aufeinander konzentriert sind, kommt auf der Straße diese dritte Kommunikationsebene hinzu. Oft sind es nur kurze Momente, ein Wahrnehmen einer Person oder deren Geste im Augenwinkel, bevor sich der Blickwinkel durch eine Drehung ändert. Dann wieder, vor allem wenn jemand lange zusieht, spüre ich, ob unsere Geschichte, unser Tanz bei dieser Person „ankommt“. Es kommt dann auch vor, dass Impulse aus dem Publikum in den Tanz einfließen, sich aus einem Blick oder einer Geste ein besonderer Akzent im Tanz ergibt.

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Da ergeht es uns wie dem Tangosänger Carlos Roulet, der sagt: „Was mich am meisten mobilisiert sind die Empfindungen, die aus der Verbindung mit dem Publikum entstehen, die Blicke, Emotionen, die Atmosphäre, die jedes Mal entsteht.“ Und weil Straßenkunst, um mit den Worten des Straßenkünstlers Tom Zabel zu sprechen, „Kunst auf Augenhöhe“ ist, ist diese Verbindung zum Publikum besonders intensiv. Als wir einmal wegen eines Gewitters auf einer Bühne auftreten mussten und das Publikum sich unter Schirme und Zelte flüchtete und somit noch weiter von uns entfernt war, haben wir diesen Unterschied extrem zu spüren bekommen! Es ist uns absolut nicht gelungen, diese Verbindung aufzubauen und wir haben erlebt, dass damit ein ganz wesentlicher Teil unserer Auftritte verloren geht. Aber neben dieser einen negativen Erfahrung stehen die unzähligen Momente, in denen wir ganz unmittelbar in Beziehung zu unserem Publikum treten können. Wiederum möchte ich eine Künstlerin, die Tänzerin Guggi Zuzáková, zitieren, die sagt, wenn sie auftritt, „dann lässt sie die Zuschauenden an der Erschaffung einer liebevollen Beziehung teilhaben, lässt sie in eine Art Liebesblase hineinschauen, die in drei, vier Minuten entsteht.“

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Wer aber ist „unser Publikum“? Welche Menschen sprechen wir mit unserem Tanz an? Das Erstaunliche ist, dass es keine bestimmte Gruppe von Menschen ist, die uns zuschauen. Sowohl Frauen als auch Männer, Menschen die alleine unterwegs sind ebenso wie Paare oder kleinere Gruppen, DSCF5061Obdachlose oder Menschen im Anzug und im Businesskostüm, bleiben stehen um uns für kurze oder längere Zeit zuzuschauen. Manche werfen uns im Vorbeigehen einen kurzen, erfreuten Blick zu, andere machen es sich bei einer nahen Sitzgelegenheit oder sogar am Asphalt gemütlich und bleiben länger. RadfahrerInnen kehren manchmal um, nachdem sie an uns vorbeigefahren sind und bleiben stehen oder winken uns mit einem Lächeln zu, obwohl sie gar nicht stoppen. Ältere Menschen und immer wieder auch Menschen im Rollstuhl bleiben lange und beobachten uns sehr genau. Am meisten überrascht hat uns schon bei unseren ersten Auftritten, dass wir Kinder ansprechen! Auch sie schauen oft lange Zeit ganz gespannt zu und wollen manchmal, wenn die Eltern zum Weitergehen drängen, gar nicht weggehen. Der Allroundkünstler Eddie Luis aus Graz, der uns im Winter bei der Regiearbeit für das Stück Encuentro begleitet hat, gab uns den Rat: „Achtet auf die Kinder, wenn die länger als zwei Minuten ruhig stehen bleiben, dann seid ihr auf dem richtigen Weg.“ Das haben wir bei den bisherigen Aufführungen von Encuento schon erlebt und wir nehmen es mit Freude und Dankbarkeit zur Kenntnis.

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Nun sind wir schon gespannt auf eine neue Art der Begegnung mit unserem Publikum. Morgen werden wir nicht auf der Straße auftreten, sondern wir wurden gebucht, um bei einem Sommerfest mit einen wo/men tango act aufzutreten. Das Publikum sammelt sich also nicht spontan im öffentlichen Raum, sondern es sind die Gäste, die zu diesem Fest geladen sind. Ich denke, dass dies eine ganz neue Erfahrung für uns sein wird. Ganz sicher aber wird unsere „Schatzkiste“ weiter gefüllt werden und meine Worte „geschätzte Damen und Herren“ treffen einmal mehr zu.

Sigrid

Zitate aus: Tangodanza, Nr. 1/2015, Bielefeld

AdanzaS am CSD Parkfest in Graz

AdanzaS am CSD Parkfest in Graz

Hallo!

Am Samstag fand im Grazer Volksgarten das CSD Parkfest statt und wir freuten uns sehr, dort mit einem wo/men tango act aufzutreten. Pünktlich zur Eröffnung des Events ist ein Gewitter über Graz gezogen und hat unseren Auftritt leider „verregnet“. Wir sind zwar kurzerhand auf der Bühne statt auf der Straße aufgetreten, aber das Publikum flüchtete natürlich unter Schirme und Zelte ins Trockene und so konnte keine wirkliche Stimmung aufkommen. Schade, aber dass unsere Straßenkunst stark vom Wetter abhängt ist, ist ja keine neue Erfahrung für uns.

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Aber, so fragt ihr vielleicht, was ist eigentlich das CSD Parkfest? Das Fest fand in Graz zum 3. Mal anlässlich des internationalen Aktions- und Gedenktages, an dem in zahlreichen Städten weltweit ein Zeichen für die Gleichberechtigung für Lesben und Schwulen gesetzt wird, statt. Der „Christopher Street Day“ – kurz CSD – geht auf ein geschichtliches Ereignis zurück, geschehen am 28. Juni 1969 in der „Christoper Street“ in New York. Damals kam es häufig zu gewalttätigen Razzien der New Yorker Polizei gegen Schwule, insbesondere jene afroamerikanischer und lateinamerikanischer Herkunft. An diesem Tag wehrten sie sich erstmals gegen diese Polizeiwillkür und das war der Ausgangspunkt für mehrtätige Straßenschlachten mit der Polizei. Bereits am ersten Jahrestag wurde ein Straßenumzug organisiert, um dieses Ereignisses zu gedenken. Daraus ist eine internationale Tradition geworden, rund um dieses Datum eine Demonstration gegen Diskriminierung und für das Recht auf Gleichbehandlung von Lesben und Schwulen abzuhalten. Die größten CSD Paraden in Europa finden jährlich in Köln und Berlin statt. In Österreich ist die Regenbogenparade, die seit 1996 über die Wiener Ringstraße führt, eine große politische Demonstration und zugleich ein farbenfroher Umzug. Und nun wurde diese Parade und das anschließende Fest auch in Graz zur Tradition, im nächsten Jahr hoffentlich wieder bei schönem Wetter.

Und gerade an diesem Wochenende zeigt sich, dass die Anliegen dieser Demonstrationen noch längst nicht „überholt“, weil „erfüllt und selbstverständlich“ sind. Während beim CSD Parkfest in Graz gefeiert wurde, gab es in Florida ein Massaker in einer Schwulenbar mit 50 Toten und 53 Verletzten! Heute wird diese Gewalt in Amerika und Europa nicht mehr von der Polizei verübt – wie im Jahr 1969 – sondern die Terrororganisation IS bekennt sich dazu. Das ändert nicht wirklich etwas an der Tatsache, dass homosexuelle Menschen Ziel eines Gewaltaktes sind. Auch im Jahr 2016!!!

Nun, ausgehend von einem festlichen Anlass bin ich in diesem Beitrag bei einem denkwürdigen geschichtlichem Ereignis und einer traurigen aktuellen Schlagzeile gelandet. Aber die zeitliche Nähe dieser Ereignisse zwingt mich geradezu, sie anzusprechen und hier meine Betroffenheit und Nachdenklichkeit zum Ausdruck zu bringen. Als Zeichen der Trauer und der Solidarität erstrahlt die Spitze des World Trade Centers in New York derzeit in den Farben des Regenbogens. Zumindest dies sehe ich als kleinen Trost, dass sich seit 1969 etwas geändert hat!

Es grüßt euch eine nachdenkliche Sigrid!

Berlin klingt nach …

Berlin klingt nach …

Nun sind wir zwar schon eine Woche zuhause und genießen wieder das Landleben, aber ich muss diesmal doch noch von Berlin berichten – von unserem letzten Abend da und von den Begegnungen, die diesen Abend möglich gemacht haben.

Also, wir hatten die Idee, wenn wir schon in Berlin sind, die Zeit auch fürs Kontakteknüpfen zu nützen. Ich habe ja schon in meinem ersten Berlin-Artikel erwähnt, dass das Buch „Die Straßensängerin“ eine Inspirationsquelle für unseren Weg war. Nun wussten wir, dass die Autorin dieses Buches, Traude Bührmann, in Berlin lebt und beim Verlag Krug und Schadenberg, ebenfalls mit Sitz in Berlin, als eine der Autorinnen geführt wird. So nahmen wir mit dem Verlag unter dem Motto „Wie Bücher weiterwirken …“ Kontakt auf. Ein anderes Buch, von diesem Verlag herausgegeben, war nämlich der Anlass, dass wir begannen, uns mit Herrendarstellerinnen zu beschäftigen und jetzt auch als solche auftreten: „Die Muschelöffnerin“ von Sarah Waters. Das und unsere Geschichte erzählten wir also kurz in einer Mail und baten darum, den Kontakt zu Frau Bührmann herzustellen. DSCF4961Unser Wunsch, Traude Bührmann persönlich kennenzulernen, ging in Erfüllung. Mehr als das, die beiden Verlegerinnen waren von unserer Geschichte so begeistert, dass sie diese gleich auf ihre Website stellten. Und Traude Bührmann trafen wir insgesamt gleich drei Mal. Sie kam zu einem unserer Auftritte auf dem Hackeschen Markt und interessierte sich sehr dafür, wie es im Moment um die Straßenkunst bestellt ist. Da sie auch Stadtführerin in Berlin ist, kamen wir in den Genuss, eine ganz private Führung zu erhalten. Das Ziel war das Tempelhofer Feld, ehemaliger Flughafen von Berlin. Nach der Stilllegung des Flughafens, haben die BürgerInnen von Berlin per Volksentscheid durchgesetzt, dass dieses Gelände nicht verbaut, sondern als Freizeitareal genutzt wird. Und das wird es, und wie! Radfahren, Skaten, Drachensteigen, Gärtnern, Grillen, Chillen, … – vor allem am Wochenende finden sich hier unzählige Menschen ein und beleben das weite, freie Feld. „Dieser Volksentscheid zeigt, dass wir wirklich etwas bewirken können“, erzählt Traude Bührmann stolz, denn er hat sich gegen massiven Widerstand von der Stadtregierung durchgesetzt.

DSCF4954Als wir dort sind, haben wir noch eine andere interessante Begegnung. Wir kommen an einem Stand mit jungen Menschen vorbei, von denen wir angesprochen werden. Sie seien TänzerInnen und für ein Projekt würden sie Briefe an den Tanz sammeln, ob wir bereit wären etwas zu schreiben. Wenn das kein Zufall ist – eine Autorin und zwei Tänzerinnen schreiben also jeweils einen Brief an den Tanz. Als „Danke“ erhalten wir bereits die Eintrittskarten zu der Performance, in die diese Briefe einfließen werden. Wäre ein schöner Grund, um wieder nach Berlin zu kommen. Aber dass wir wieder kommen müssen, ist nach dem letzten Abend sowieso klar.

wft-imagekarte4-page-001Der zweite Kontakt, den wir geknüpft haben, ist mit Women Fair Travel. Die Frau dahinter ist Evelyn Bader, die schon lange Reisen für Frauen veranstaltet. Auch sie hatte sofort Interesse daran, uns kennenzulernen. Schon die erste Begegnung war von gegenseitigem Wohlwollen geprägt und mittlerweile ist daraus eine Kooperation geworden. Women Fair Travel veranstaltet über Silvester eine Tangoreise nach Umbrien (wo wir ein Jahr gelebt haben!) und wir leiten die Tango-Workshops. Bei einem unserer Treffen mit Evelyn entstand dann auch die Idee, an einem Abend bei ihnen in der Straße aufzutreten. Und das war an unserem letzten Abend in Berlin. Nach einem verregneten Vormittag, begann es nachmittags aufzureißen, um einem Sommerabend, wie man ihn sich nur wünschen kann, Platz zu machen. Die Crellestraße, in der das Büro von Women Fair Travel liegt, öffnet sich ein paar Schritte von diesem entfernt, zu einem kleinen Platz. Der Platz ist von einigen Lokalen mit Tischen im Freien umgeben und hat ein bisschen französisches Flair. Dort traten wir also in der Abendsonne auf und füllten den Platz mit Tangomusik. Wir hatten begeistertes Publikum von kleinen Kindern bis zu TangotänzerInnen, vielen Frauen – Freundinnen von Evelyn, darunter auch Traude Bührmann, bis zu einem Zuseher, der uns im Nachhinein ein Video und Fotos von dem Auftritt geschickt hat. Der „l’ultimo Tango“ in Berlin hätte nicht schöner sein können. Mit Evelyn, Traude und deren Freundinnen sind wir dann noch in einem der Lokale bis spät nachts zusammen gesessen, bei gutem Essen, gutem Wein und anregenden Gesprächen.

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So fiel uns der Abschied von Berlin nicht ganz leicht. Aber dieser Abend und die Begegnungen wirken weiter. Bis hierher ins Südburgenland – ich sitze, während ich das schreibe, an einem ebenso schönen Sommerabend auf unserer Terrasse und lasse unseren Berlinaufenthalt mit großer Dankbarkeit nachklingen …

Andrea

Arbeitsalltag von Straßenkünstlerinnen

Arbeitsalltag von Straßenkünstlerinnen

Hallo!

Da schreiben wir von Nachmittagsspaziergängen und Entdeckungsreisen, von Großevents an den Pausentagen und Streifzügen durch die Stadtviertel und ihr fragt euch wohl schon, ob unsere Reise zur Urlaubsreise mutiert ist. Es ist also an der Zeit, einmal zu erzählen, wie unsere Arbeitstage hier verlaufen.

Der Tagesbeginn ist eigentlich ganz gleich wie an den Arbeitstagen zu Hause: Um sieben Uhr läutet der Wecker, dann nehmen wir uns noch ein wenig Zeit, um gemütlich an diesem Tag anzukommen. Der erste Programmpunkt ist unser einstündiges Yogatraining. Bevor wir vor zweieinhalb Jahren nach Buenos Aires aufgebrochen sind, hat uns eine Yogalehrerin dieses Programm zusammengestellt und es uns gelehrt. Es hat uns nicht nur geholfen, den Körper wieder viel beweglicher zu machen, sondern es ist sowohl bezüglich Körperhaltung als auch bezüglich Atmung eine wunderbare Ergänzung zum Tangotanzen. Und nicht zuletzt hilft es mir immer wieder, den Kopf frei zu bekommen und mich zu erden. Danach ist es dann höchste Zeit fürs Frühstücken.

DSCF4872 (2)Der nächste Programmpunkt ist das Tanztraining. Zu Hause ist dieses Training fünfmal in der Woche Fixpunkt. Auf unseren beiden Reisen im Vorjahr haben wir gemerkt, wie wichtig es auch während der Zeit der Auftritte ist, so oft wie möglich zu trainieren. Als Straßenkünstlerin ist es nicht möglich, sich während des Tanzes nur auf sich und die Partnerin, auf den Tanz und die Musik zu konzentrieren, sondern es gibt immer Impulse von außen, vom Publikum, von zufälligen Ereignissen oder Geräuschen ringsum. So besteht auch die Gefahr, dass sich Ungenauigkeiten in den Bewegungen oder der Haltung einschleichen. Ohne Training würden sich diese verfestigen und die Präzision, die der Tango erfordert, die Harmonie und die Eleganz, auf die wir in unserem Tanz großen Wert legen, würden darunter leiden. Kurz, wir trainieren also auch auf Reisen regelmäßig.

Hier in Berlin besteht unser Arbeitstag aber erstmals auch aus viel „Büroarbeit“. Im letzten Jahr hatten wir uns ja noch nicht als Künstlerinnen selbständig gemacht, und es gab weder die Website noch den Workshop Solo Tango. Nun gilt es auch während wir unterwegs sind, mit KooperationspartnerInnen per Mail in Kontakt zu sein, Auftritts- und Workshoptermine für die nächsten Monate zu organisieren, Infomaterial zu erstellen und zu verschicken, PR-Aktionen zu setzen … kurz, als AdanzaS auch von hier aus zu arbeiten. Und das, was ich jetzt gerade mache, ist auch Teil unseres Arbeitsalltags geworden: das Schreiben der Blogbeiträge jede für sich, gemeinsam machen wir dann das Korrekturlesen, die Auswahl der Bilder und die Gestaltung der Beitragsseite.

Fixpunkt jedes Arbeitstages ist das Kochen und Genießen unseres Mittagessens! Diesen Luxus, dafür gemeinsam in Ruhe Zeit zu haben, gönnen wir uns einfach. Meist geht sich danach auch ein kurzer Verdauungsspaziergang oder ein kleines „Rasterchen“ aus.

Zur täglichen Arbeit gehört natürlich auch, dass unsere Kostüme auf Schuss gehalten werden. Diesbezüglich haben wir eine klare Arbeitsteilung: Andrea putzt täglich unsere Tanzschuhe und ich bin fürs Waschen und Bügeln zuständig. Vor allem die Figur, in die Andrea in unserem Stück „Encuentro“ schlüpft, verlangt, dass da alles perfekt ist. Erst wenn die Kostüme bereit sind, können wir beginnen, uns für einen Auftritt vorzubereiten.

DSCF4940Hier in Berlin beginnt unser Auftritt am Hackeschen Markt etwa um 17.30 Uhr. Daher fangen wir um 16.00 Uhr erst einmal damit an, alle nötigen Requisiten und Utensilien zusammen zu packen. Darin sind wir mittlerweile schon sehr geübt und wir haben eine gute Technik entwickelt, um alles auf einer kleinen Gepäcksrodel zu befestigen. Danach ziehen wir die Kostüme an, stylen die Haare und schminken uns und zugleich schlüpfen wir dabei in die Rollen unserer Alter Egos. Um kurz vor 17.00 Uhr sollten wir uns dann auf den Weg machen können. Zur U-Bahn haben wir es zum Glück nicht weit, leider gibt es zum Teil aber keine Rolltreppen bzw. funktioniert am Bahnhof Friedrichstraße, wo wir in die S-Bahn umsteigen, jeden zweiten Tag der Aufzug nicht. Aber wir sind auch schon recht geübt, wie wir unser Gepäck über Stufen transportieren.

Am Hackeschen Markt angekommen geht es zuerst einmal ans Aufbauen der Requisiten. Dann ziehen wir die Tanzschuhe an, versuchen uns noch kurz zu konzentrieren, und dann können wir zu tanzen beginnen. Bisher haben wir das Stück „Encuentro“ jeweils dreimal zur Aufführung gebracht. Dazwischen tanzen wir zwei frei improvisierte Tangos und nach dem Stück ergibt sich oft eine kurze Pause, weil wir von Menschen aus dem Publikum angesprochen werden. Insgesamt dauert ein Auftritt also ca. 75 Minuten. Danach geht es wieder ans Schuhewechseln und Einpacken und wir machen uns auf den Heimweg.

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Um ca. 19.30 Uhr kommen wir dann in der Wohnung an und da ist der Hunger schon recht groß. Trotzdem ist zuerst noch die Dusche fällig, auch um das Gel aus den Haaren heraus zu bekommen. So sind wir also für 75 Minuten Auftrittszeit knapp vier Stunden „beschäftigt“. Für ein Abendprogramm sind wir dann meist schon zu müde und unsere Arbeitstage klingen ruhig, ohne viele Ereignisse, aus. Immer wieder aber sind wir von einem Auftritt, von der Atmosphäre und den Begegnungen so bewegt, dass es trotz der Müdigkeit gar nicht so leicht fällt, zur Ruhe zu kommen. Aber es ist eine angenehme Erregtheit, ein Erfüllt-Sein von dem, was uns die Straßenkunst schenkt.

So freue ich mich schon auf die nächsten, bald schon die letzten Auftritte hier in Berlin!

Sigrid

Straßenkunst in Berlin

Straßenkunst in Berlin

Ja, hier in Berlin lebt sie wirklich noch, die Straßenkunst – vor allem in Form von Straßenmusik. Das neueste GEO Special über Berlin hat sogar der Straßenmusik einen ausführlichen Beitrag gewidmet, den wir schon im Vorhinein mit großem Interesse gelesen hatten. Hier gibt es wirklich junge MusikerInnen, die lieber auf der Straße musizieren, als sich mit einem Plattenvertrag zu binden und damit ihre Freiheit aufzugeben. Manche von ihnen sind trotzdem so erfolgreich, dass sie davon leben können. Und so sieht man hier auch, wenn man durch Berlin streift, an allen möglichen oder auch unmöglichen Ecken (z.B. die lauteste Straßenkreuzung Berlins) MusikerInnen aller Genres. Fast alle sind mit Verstärkeranlagen ausgestattet, worüber wir anfangs sehr gestaunt haben, denn das ist in jeder anderen Stadt verboten. Die insgesamt liberalen Bestimmungen für Straßenkunst und die offene Atmosphäre dieser Stadt machen eben diese lebendige und kreative Straßenkunstszene möglich. So waren wir natürlich sehr gespannt, wie es uns hier ergehen wird in dieser riesigen Stadt, mit viel Konkurrenz und unserem neuen Programm.

DSCF4726Die Suche nach geeigneten Auftrittsorten hat sich erst einmal schwieriger herausgestellt, als wir erwartet hatten. Einerseits brauchen wir einen tanzbaren Boden, in Berlin gibt es sehr viel Kopfsteinpflaster, und andererseits fürs Tanzen auch viel mehr Platz als MusikerInnen, wir können uns nicht an jede Straßenecke stellen. Auf wiederum zu großen Plätzen wie dem Alexanderplatz verlieren wir uns und außerdem fühlen wir uns besser, wenn wir Rückendeckung haben. So waren unsere ersten Auftritte hier eher frustrierend. Als erstes versuchten wir es wie gesagt gleich einmal am Alexanderplatz. Aber auf diesem riesigen Platz mit Menschenmassen, hatten wir das Gefühl, wir gehen unter. Als dann auch noch eine christliche „Sekte“ eine Missionsveranstaltung mit einer platzbeschallenden Verstärkeranlage abhielt, wussten wir, das war´s hier für uns!

Am nächsten Tag versuchten wir es auf der Museumsinsel, da auf Grund des langen Wochenendes sehr viele TouristInnen in der Stadt waren. Am liebsten hätten wir in den Kolonnaden der Alten Nationalgalerie getanzt, ein wunderschöner Ort, aber auf Nachfrage beim Wachpersonal durften wir da nicht auftreten, ist ja auch kein öffentlicher Raum. Also haben wir den Platz davor ausgewählt, bei dem uns allerdings die Rückendeckung fehlte. Menschen kamen aus allen Richtungen und so taten wir uns mit der Ausrichtung unseres Stückes schwer. Außerdem gab es hier auch eine Begegnung, die uns sehr irritierte. Bald nachdem wir angefangen hatten, tauchte eine andere Straßenmusikerin mit Ziehharmonika auf. Sie platzierte sich direkt neben uns und obwohl wir gerade mitten in unserem Stück waren und auch Publikum hatten, begann sie laut auf ihrem Instrument zu spielen und auch zu singen, leider nicht einmal gut. Anfangs versuchten wir sie zu ignorieren, aber da fing sie dann an, uns ganz bewusst zu stören, indem sie ganz in unseren Raum eindrang. Wir suchten also das Gespräch, merkten aber bald, dass das zu nichts führen würde, dann sie begann sofort in einer fremden Sprache herumzuschreien und uns zu beschimpfen. Sigrid wollte anfangs noch unseren Platz verteidigen, aber ich hatte unter diesen Umständen keine Lust, hier länger zu bleiben. Wir fingen also auch noch an zu streiten, anstatt das Ganze mit Humor zu nehmen. Ziemlich genervt, verärgert und frustriert packten wir unsere Siebensachen und zogen ab. So eine Erfahrung hatten wir noch nie gemacht. Und auch daran merkten wir, Berlin ist eben ein anderes Pflaster. Aber zum Glück hat sich das Blatt inzwischen gewendet.

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Mittlerweile haben wir unseren Platz gefunden. Es scheint hier überhaupt so zu sein, dass jede/r Künstler/in einen Platz hat, an dem er/sie hauptsächlich auftritt. Nun, unserer ist der Hackesche Markt. Wie der Name sagt, findet hier zweimal die Woche ein Markt statt. Es ist ein sehr netter Platz mit Bäumen, vielen Lokalen, Bänken zum Verweilen, einem S-Bahnhof (gut für unser Stück, das ja auf einem Bahnhof spielt!) und stark frequentiert, da die Hackeschen Höfe daneben ein Touristenmagnet sind. Vor einem blühenden Kastanienbaum und vielen Sträuchern, nach drei Seiten offen, haben wir unseren idealen Platz gefunden. Hier haben wir unser Stück bereits sechsmal (an zwei Tagen mit je drei Durchgängen) mit Erfolg und begeistertem Publikum aufgeführt. Und es hat uns wieder gepackt, dieses Fieber, das uns förmlich auf die Straße zieht, um aufzutreten. Es macht uns einfach Riesenspaß zu tanzen und zu spielen und dem Publikum zu begegnen. Und wir hatten wieder einige wunderbare Begegnungen. Zum Beispiel mit einer jungen, spanisch sprechenden Straßenkünstlerin, die mit Seifenblasen Kunststücke vollführt. Auch hier war es so, dass sie kurz nach uns auf dem Platz eintraf, aber sofort fragte, ob es für uns okay wäre, wenn sie neben uns ihre Darbietungen mache, da wir ohnehin ein anderes Publikum ansprechen würden. Wir waren einverstanden und haben uns sogar gegenseitig befruchtet, denn Leute, die zuerst bei ihr stehen blieben, haben dann auch bei uns zugesehen und umgekehrt. Und wir haben inmitten von Seifenblasen getanzt. Das hat, glaube ich, wunderschön ausgesehen, denn es wurden sehr viele Fotos gemacht. Nach jeder Aufführung von uns wurden wir auch von Leuten aus dem Publikum angesprochen, die uns Komplimente machten oder von einer Fotografin, die fragte, ob sie Porträts von uns machen dürfe. Eine Begegnung wird uns wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Mit einem Berliner, der zuerst einmal feststellte: „Ihr habt sicher schon bemerkt, dass es in Berlin sehr viel Straßenkunst gibt, leider ist sie nicht immer gut, aber das, was ihr macht, ist etwas ganz Besonderes.“ Nach unserem Gespräch hatte er sich dann eigentlich schon verabschiedet, kam aber nochmals zurück, um uns spontan zu sich nach Hause einzuladen, er würde nicht weit von hier wohnen. Nach unserem letzten Auftritt an diesem Tag suchten wir also seine Wohnung auf und wurden herzlich empfangen. Eine wunderschöne Wohnung in Top-Lage mit Dachterrasse! Hier saßen wir dann bei Sonnenuntergang über Berlin und wurden von unserem Gastgeber mit köstlicher Jause und ausgezeichnetem Wein verwöhnt. Die Gespräche mit ihm waren so interessant, die Atmosphäre so angenehm, der Abend so lau, dass wir bis 11.00 Uhr nachts blieben, um dann reich beschenkt den Heimweg anzutreten. Diese Erlebnisse sind es unter anderem, die Straßenkunst so schön machen!

Im Moment hat uns das Wetter wieder ein paar Pausentage beschert, die auch guttun. Wir haben zwar kaum Regen, aber es hat extrem abgekühlt, gestern hatten wir nicht einmal 10 Grad und starken Wind, äußerst ungemütlich. Aber sobald es besser wird, werden wir wieder den Hackeschen Markt bespielen.

Aus dem lauten, spannenden, coolen Berlin grüßt euch

Andrea