Mit dem Öffi-Boot zur Insel Krk

Das dritte Jahr in Folge sind wir nun schon mit Tango am Meer im Hotel Kvarner Palace. Bereits beim ersten Kennenlernen waren wir angetan von diesem stilvollen Haus mit seiner hervorragenden Küche. Mittlerweile ist deutlich spürbar, dass die Aufbauarbeit durch die Direktorinnen Frau Riedl und Frau Bukovac Früchte getragen hat – der zuvorkommende Service, das vielfältige Angebot und das gesamte Ambiente machen das Kvarner Palace zu einem besonderen Urlaubsort an der Adria.

Als Draufgabe hatten wir diesmal schönstes Sommerwetter und daher konnten wir erstmals auch den Palace Beach genießen. Wir machten es uns auf den bereitgestellten Liegen im Schatten der Pinien gemütlich, waren sogar im glasklaren Wasser schwimmen, oder schauten einfach nur aufs Meer.

Dabei fiel unser Blick – gleichermaßen wie der Blick aus unserem Zimmer – hinüber zu einem kleinen Dorf auf der Insel Krk. Dieser Anblick hat unsere Neugierde geweckt und wir beschlossen, einen Ausflug auf die andere Seite des Velebit-Kanals zu machen. Diese Meerenge ist zwischen dem Städtchen Crikvenica am Festland und dem alten Fischerdorf Šilo auf Krk nur 3,5 km breit und so verwundert es nicht, dass es hier ein kleines Boot gibt, dass stündlich hin und her fährt und die beiden Orte verbindet – sei es, um hüben oder drüben zu arbeiten, sei es, um in Crikvenica alltägliche Wege und Besorgungen zu erledigen. Und natürlich wird dieses „Öffi-Boot“ auch von Tourist*innen genutzt, um auf Entdeckungsreise zu gehen.

An jenem Morgen, als wir uns auf den Weg machten, war das Meer spiegelglatt und wirkte beinahe wie ein großer See, so dass es kaum vorstellbar war, dass diese Wasserstraße zu den gefährlichsten Abschnitten im Mittelmeerraum zählt und die Bora hier im Winter Spitzengeschwindigkeiten bis zu 240 km/h erreichen kann. Den markanten Leuchtturm passierend gelangten wir in das große Hafenbecken, das von einigen alten und mehreren neueren Häusern – alle mit den typischen roten Ziegeldächern – gesäumt ist. Bei den ersten Schritten an Land beobachteten wir, wie in einem Fischerboot die Netze sortiert wurden und schon bald erreichten wir den Beginn jenes Wanderweges, auf dem wir den Küstenabschnitt in südöstlicher Richtung erkunden wollten.

Der gut markierte Weg führte erst an einigen Villen vorbei, bevor er nur noch von Steinmauern und üppiger Macchia gesäumt wurde. Ein intensiver Duft von Kräutern weckte unsere Aufmerksamkeit und schon bald entdeckten wir zwischen den hellen Kalksteinen wilden Oregano und enorm viel Currykraut. Immer wieder erhaschten wir durch das Dickicht einen Blick aufs Meer und nachdem wir auf einen kleineren Pfad abzweigten, erreichten wir die Überreste einer byzantinischen Festung auf einer steinigen, kahlen Landzunge. Von dort hatten wir eine großartige Aussicht über den Velebit-Kanal bis hin zum Velebit-Gebirge.

Unweit von diesem Aussichtspunkt gab es auch eine winzige, malerische Bucht und wir wagten den Abstieg, um unsere Beine im kühlen Wasser ein wenig zu erfrischen. Die Felsen in dieser Bucht beflügelten unsere Phantasie, der Blick auf das Gebirge am Festland war herrlich und wir nahmen uns reichlich Zeit für eine erste Rast.

Zurück am Wanderweg folgten wir erneut der Markierung, bis uns ein am Boden liegender, beschrifteter Stein den schmalen Weg zum Strand Murvenica anzeigte. Nur zwei Menschen waren außer uns in dieser schönen Bucht, wir lagerten uns auf den Felsen und während ich erneut die Beine ins kühle Nass tauchte, wagte Andrea sogar einen kurzen, sehr erfrischenden Sprung ins Meer.

Am frühen Nachmittag warteten wir im Hafen nicht lange auf das kleine Boot, um zurück aufs Festland zu fahren. Dichte Wolken über den Bergen im Hinterland zauberten ein tolles Farbenspiel und eine sanfte Brise sorgte nun doch dafür, dass wir auf kleinen Wellen dahinschaukelten. Als ich am Abend von der Hotelterrasse auf das kleine Fischerdorf blickte, spürte ich, wie meine Wahrnehmung sich verändert hatte: anstatt der Neugierde empfand ich Freude über das Erlebte, anstatt der Entdeckerinnenlust eine Spur von Vertrautheit. Und wieder einmal wusste ich, wie schön es ist, Neuland zu erkunden – nicht nur im großen Maßstab, sondern auch im Kleinen!

Sigrid

4 Kommentare zu „Mit dem Öffi-Boot zur Insel Krk“

  1. Es sind solche kleinen, ruhigen, Entdeckungen und Erfahrungen, die sich einprägen, nicht wahr! Eure Tage in Kroatien klingen herrlich. Ich kenne die Gegend gut – meist vom Segelboot aus. Ich spüre die Sonnenwärme und rieche die Kräuter mit Euch auf Eurem Weg. Danke fürs Mitnehmen! Gabi

    1. Oh, vom Segelboot aus ist das sicher auch sehr schön! Fein, wenn wir dich ein wenig ans Meer und zu schönen Erinnerungen entführen konnten.
      Liebe Grüße, Andrea und Sigrid

  2. Anneliese Heilinger

    Danke. Es ist als wäre ich dabei gewesen.
    UND dein Satz „… wie schön es ist, Neuland zu erkunden – nicht nur im großen Maßstab, sondern auch im Kleinen!“, gibt mir Schwung für den heutigen Tag. Es könnte doch ein wunderbares Motto für das Leben sein, das noch vor mir liegt.
    Alles Liebe, Anneliese

    1. Liebe Anneliese,
      wir meinen, dieser Satz IST bereits dein Lebensmotto – so, wie wir dich erleben mit deinem offenen und kritischen Geist und so, wie du dir die Welt des Tangos erobert hast!
      Herzliche Grüße, Andrea und Sigrid

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