Zu Fuß nach Irland

Diese verrückte Idee wird gerade in die Tat umgesetzt. Mein Bruder Sepp und sein irischer Freund Eamonn Donnelly, mit dem er unter anderem in der irischen Band BOXTY musiziert, sind seit vorgestern unterwegs. Eamonn, der seit 27 Jahren in Österreich lebt, kommt aus Keady, das liegt in der Grafschaft Armagh in Nordirland. Dieser Ort ist das Ziel der knapp dreimonatigen Tour der beiden, die für Eamonn THE LONG WALK HOME bedeutet. Über die österreichischen Alpen, Süddeutschland, Nordfrankreich, Südengland und Irland werden sie an die 2.200 km zu Fuß zurücklegen.

Die Idee zu dieser Tour wurde vor drei Jahren geboren und der anfängliche Traum entwickelte sich mit Überlegungen für eine Umsetzung in ein konkretes Projekt. Vor ca. 2 Jahren begannen schon die Vorbereitungen dafür: mehrtägige Wanderungen, Ausrüstung erproben, campieren in freier Natur, Etappenplanung, …. Vor ungefähr einem Jahr haben die beiden uns hier im Südburgenland besucht, sie marschierten von Graz hierher ins Dreiländereck und wieder retour, hatten Hitze und Gewitter zu überstehen – eine erste Probe. Mein Bruder hat uns bei dieser und bei anderen Gelegenheiten in letzter Zeit immer wieder stolz seine neuesten Errungenschaften bezüglich Ausrüstung präsentiert: einen zusammenklappbaren, kleinen Ofen; eine Hängematte, die man so klein zusammenrollen kann, dass sie nicht mehr Platz braucht als ein Jausenbrot; eine Solarpaneel, das man hinten am Rucksack befestigen kann, um damit das Tablet aufzuladen; … und alles natürlich extraextraleicht. Ihr Rucksack sollte nicht viel mehr als 10 kg wiegen. Ich glaube, sie haben diese Grenze letztendlich nicht überschritten und bald wird sich herausgestellt haben, ob das, was sie im Gepäck haben, das Richtige ist. Trotz dieser Beschränkungen hat Sepp seine Mundharmonika und Eamonn ein paar Flöten dabei, denn drei Monate nicht zu musizieren, ist für die beiden wohl nicht vorstellbar. Und es werden ja einige Pubs auf ihrem Weg liegen.

Nun sind sie den dritten Tag unterwegs, Sepp eigentlich schon den vierten Tag, denn er ließ es sich nicht nehmen, auch von seiner Haustür loszugehen. So marschierte er schon am Samstag vom Rastbühel bei Graz nach Hitzendorf, wo Eamonn zuhause ist. Sein Weg führte durch Graz, wir hatten genau zu dieser Zeit Auftritte in der Grazer Innenstadt, und so konnten wir ihn am Grazer Hauptplatz verabschieden. Es war irgendwie eine skurrile Szene, wir in unseren Auftrittskostümen, er mit Wanderstab und Hut, als wir ihm nachwinkten, als er durch die Murgasse weitermarschierte auf dem Weg nach Irland. Wir schickten ihm jedenfalls die besten Wünsche hinterher.

Wie es ihnen so ergeht auf ihrer langen Wanderung können wir ja mit verfolgen, da sie in einem Blog von ihren Erlebnissen berichten. So haben wir erfahren, dass Eamonn gleich am ersten Tag in ein Wespennest geraten und mit hunderten von Wespen zu kämpfen hatte, und dass der anstrengende und schweißtreibende Anstieg zum Alten Almhaus am Gaberl mit einer geschlossenen Hütte belohnt wurde. Aber bereits am zweiten Tag wurde ihnen von einem älteren Ehepaar in deren Gartenhütte ein Nachtquartier angeboten, und nicht nur das, sondern auch Bier, Dusche und Frühstück. Es lebe die Gastfreundschaft! Wir dürfen also gespannt sein auf ihr „Reisetagebuch“!

Außerdem machen sie aus diesem Weitwandern auch gleich eine Benefiz-Veranstaltung, indem sie Geld für Demenzforschung sammeln, da Eammons Mutter vor ein paar Jahren an einer aggressiven Form dieser Krankheit starb. Mehr über diese Hintergrundmotive und wie gesagt ihre Erlebnisberichte gibt es unter folgendem link zu lesen, und spenden kann man hier natürlich auch:

THE LONG WALK HOME

Mögen sich die Wege vor euren Füßen ebnen,
möget ihr den Wind im Rücken haben,
möge die Sonne warm eure Gesichter bescheinen,
möget ihr in euren Herzen dankbar bewahren
die kostbaren Erinnerungen …
Das wünsche ich euch.
                                            (altirischer Segenswunsch)

Andrea

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