Oben im Waldviertel …

Oben im Waldviertel …

… im Norden Österreichs, waren wir rund um unseren Workshop in der GEA-Akademie wieder einmal auf Entdeckungstour. Die kleine Stadt Schrems an der tschechischen Grenze war unser Ziel. Mittlerweile hat dieser Ort durch die Firma GEA und seinen Inhaber Heini Staudinger ja ziemlichen Bekanntheitsgrad. Erst kürzlich lief im ORF der Film Das Leben ist keine Generalprobe, und gab Einblicke in sein Leben, seine Philosophie und seine Firma. Eine eindrucksvolle Dokumentation über Menschen, denn viele stehen ihm zur Seite, die mit Engagement, Mut, Zivilcourage und Hingabe Positives für unsere Gesellschaft bewegen und bewirken. Dieser Geist ist dort jedenfalls spürbar.

Wir suchten bei unserer Ankunft zuerst einmal das GEA Hotel Post am Schremser Hauptplatz, und fanden es gleich beim Springbrunnen, bevor man zur Kirche kommt. Das alteingesessene Hotel, möglichst im ursprünglichen Zustand belassen, einfach, aber originell und stilvoll gestaltet, mit einem großen, wunderschönen Saal war unser Workshop-Stützpunkt. Denn die Schuhwerkstatt samt Verkaufsräumen und GEA-Akademie befand sich ein paar Straßen und Gehminuten vom Hauptplatz entfernt. Ein Gebäude-Ensemble mit Innenhof bildet das Herzstück dieser besonderen Firma, an deren Leben wir ein Wochenende lang teilhaben durften.

Nach einem herzlichen Empfang gab es gleich einmal die erste Überraschung. Wir wurden zu einem Theaterabend ins Wald4tler Hoftheater mit der Aufführung von Faust eingeladen. Ein kleines, privat geführtes Theater in einem alten Bauernhof bietet das ganze Jahr über ein vielfältiges Programm. Wir waren jedenfalls bezaubert als wir zuerst den romantischen Innenhof, dann das Theatercafé und schließlich den Bühnenraum betraten. Als dann die Lichter ausgingen, war ich gleich gefangen in der modernen Inszenierung dieses Theaterklassikers. Ein besonderes Erlebnis gleich zu Beginn unseres Aufenthaltes.

Am nächsten Morgen weckte uns die Sonne, und das war gut, denn wir wollten das Schremser Hochmoor erkunden, einen Naturpark am Stadtrand auf dem Gebiet des größten niederösterreichischen Torfmoores. Wir begannen unsere Wanderung an der Uferpromenade des Moorbades und gelangten bald in eine einzigartige Landschaft – eine Landschaft, die sich seit der letzten Eiszeit kaum verändert hat. Still und schön liegt sie da. Kraft und Mystik dieser Moorlandschaft nehmen uns sofort in ihren Bann. Von der Himmelsleiter aus in 20 Metern Höhe scheint man über dieser geheimnisvoll anmutenden Landschaft zu schweben. Wieder am Boden kann man den seltenen Moorfrosch oder den Waldwasserläufer beobachten. Auch die Pflanzenwelt ist eine ganz besondere und das frische Grün um diese Jahreszeit eine Wohltat für die Augen. So verließen wir erholt und gestärkt nach einigen Stunden dieses Naturparadies. Jetzt fehlte nur noch ein kräftiges Waldviertler Essen, z.B. gebackener Karpfen in Mohnpanier mit Erdäpfelsalat, das wir im Hotel Post zu uns nahmen, und ein Schremser Bier, um rundum glücklich zu sein.

Am Abend begann unser Workshop, der ja schon monatelang vorher ausgebucht war. Für uns und GEA war es eine Premiere, der wir alle gespannt, aber mit Vorfreude entgegen sahen. Und auch als die ersten TeilnehmerInnen eintrafen, hörten wir immer wieder: „Ich bin schon so gespannt!“ Wunderbare Begegnungen mit interessanten, neugierigen, achtsamen, … Menschen, der mit Tangomusik erfüllte Hotelsaal, intensives, stundenlanges Tangotanzen und eine herzliche Betreuung sowohl durch das Hotel-Team als auch das GEA-Team machten dieses Workshop-Wochenende zu einem ganz besonderen. Die Atmosphäre des Ortes, geprägt durch die Menschen dort, die offen sind und Raum für Neues bieten, aber gleichzeitig ihren Zielen und ihren Visionen folgen, hat sich auch auf uns und unseren Workshop übertragen. Wir passen einfach gut zusammen und freuen uns über diese Kooperation, die sicher noch länger andauern wird. Im Juli sind wir ja schon wieder dort!!!

Andrea

 

Miramar, ein paradiesischer Ort

Miramar, ein paradiesischer Ort

Ankommen im Miramar – die große, prächtige Empfangshalle betreten, durch die Glasfronten einen Blick auf Garten und Meer erhaschen, von der Hoteldirektorin Martina Riedl persönlich begrüßt werden, mit freundlicher und aufmerksamer Begleitung das Zimmer beziehen, sich sofort wohlfühlen in dem gemütlichen Ambiente, beim Begrüßungscocktail Wissenswertes über das Hotel und seine Angebote erfahren, …

„Nicht zu Hause und doch daheim“ – so beschreiben BesucherInnen zur Kaiserzeit ihr Lebensgefühl in Abbazia. Im heutigen Opatija im Hotel Miramar stellt sich für seine Gäste dieses Gefühl auch ein, und viele kommen immer wieder.

Das Hotel mit seiner wunderbaren Lage an der Kvarner Bucht mit Blick einerseits auf die Inseln Cres und Krk und anderseits auf die Stadt Rijeka gleicht einem kleinen Paradies. „Ich habe sooft und jedes Mal mit solcher Bezauberung von diesem irdischen Paradies gelesen“, schrieb Anton Tschechow als er 34jährig in Opatija weilte. Auch er war davon angetan, „dass von hier aus sowohl Fiume als auch die fernen, von lila Nebeln gefärbten Inseln sichtbar sind.“ Genau dieser Blick bietet sich den Gästen des Miramar von den Balkonen der Zimmer, von den Terrassen am Meer, vom Garten, vom Tanzsaal, …

Jetzt im Mai ist vor allem der Garten so ein „irdisches Paradies“ wie es Tschechow beschreibt. Das frische Grün, eine Blütenpracht an allen Ecken und Enden, das Plätschern des Springbrunnens und lauschige Plätzchen laden zum Verweilen ein. Dazu noch Vogelgezwitscher und eine Meeresbrise, was braucht man mehr, um sich zu erholen?

Der alte „Curort“ Abbazia hat ja auch schon eine mehr als hundertjährige Tradition, wenn es um Erholung oder Regeneration geht. Manche suchten hier auch Zuflucht. So hat ein Landsmann von Anton Tschechow, Vladimir Nabokov, ebenfalls Schriftsteller, einige Monate seiner Kindheit hier verbracht. Die reiche Familie Nabokov weilte zur Zeit des russisch-japanischen Krieges und der Unruhen in Petersburg und Moskau, am Anfang des 20. Jahrhunderts, im Ausland. So mieteten die Eltern mit zwei Söhnen, einem Hauslehrer, einem Zimmermädchen, einem Butler, einem russischen Kindermädchen und einer englischen Gouvernante 1904 für ein paar Monate eine geräumige Villa an der damals modernen Riviera von Opatija, erzählt Lidija Klasic im istrischen Reisebuch Noch 172 Tage bis zum Sommer. Nabokov selbst schrieb später in seiner Autobiografie über diese Villa: Ihr Name war Neptun – ich kann immer noch ihr gelbes, spitzes Türmchen auf alten Bildern von Abbazia erkennen. Wahrscheinlich würde er sie auch heute noch erkennen, denn komplett renoviert bildet sie nun das Herzstück des Hotel Miramar mit dem Speisesaal samt Wintergarten, der Habsburgbar, den Meerterrassen und den Zimmern mit der schönsten Aussicht.

Gleich neben der Villa Neptun, integriert in die Gartenanlage, befindet sich das SPA des Hotels. Denn sollte das Wetter einmal nicht so schön sein, um sich im Garten oder auf einer der Sonnenliegen direkt am Meer zu entspannen, kann man das im SPA, besser gesagt in einem der zwei SPAs tun. Das eine ausgestattet mit finnischer Saune, Kräutersauna, Dampfbad und einem Meerwasserpool, das andere mit finnischer Sauna und Infrarotkabine, einem Süßwasserpool, und von den Ruheliegen aus liegt einer der Garten und das Meer zu Füßen. Ein Ausblick, an dem ich mich nicht sattsehen kann! Während ich das schreibe, liege ich nämlich hier und lasse meinen Blick immer wieder schweifen über Zypressen, Pinien und Palmen, über das Meer bis hinüber zum fernen Velebitgebirge. Inzwischen scheint auch wieder die Sonne, nachdem es zuvor Regen gab, und lockt hinaus, um vielleicht am Lungomare einen Spaziergang zu unternehmen. Bewegung und die Meeresluft wecken dann den Appetit fürs Abendessen, der eigentlich nicht geweckt werden muss. Denn das, was hier serviert wird, ist so außergewöhnlich gut, dass man sich ohnehin schon den ganzen Tag aufs Abendessen freut. Und wenn man sich verständlicherweise nicht zurückhalten kann, dann gibt es diese Woche die Möglichkeit durch Tanzen zu verhindern, dass sich das gute Essen gleich in Kilos niederschlägt. Wir bieten nun schon zum Mal hier unseren Workshop Solo Tango an und tanzen jeden Tag zwei Stunden mit den Gästen – Tangomusik im Ohr, das Meer vor Augen, umgeben von netten und interessanten Menschen, … es ist paradiesisch!

Andrea

Verwendete Literatur: Lidija Klasic, Noch 172 Tage bis zum Sommer, eine istrische Reise, Folio Verlag

 

Hotel Miramar – ein Juwel an der Adria

Hotel Miramar – ein Juwel an der Adria

Ein wunderschönes Hotel in einem Sehnsuchtsort am Meer. So weit ist alles klar. Mit der genaueren Definition des Ortes wird es aber schon schwierig. Liegt dieses Juwel in Opatija oder in Abbazia, in Kroatien oder im Küstenland? dscf6007-2Die Wortwahl ist nicht unwesentlich, denn an diesem Ort ist man hautnah mit der Geschichte Österreichs verbunden und die Wortwahl beinhaltet wohl auch ein Statement im Umgang mit dieser Geschichte. Es geht um die Zeit der Monarchie, die Zeit vor dem ersten Weltkrieg, als dieser Landstrich im heutigen Kroatien ein Teil von Österreich war und in den Wiener Salons von der „österreichischen Riviera“ erzählt wurde. Mit der Bahnlinie von Wien über Triest nach Rijeka war die Basis gelegt, um aus einem kleinen Fischerdorf einen Nobel“curort“, ein Seebad für die bürgerliche Gesellschaft Wiens und bald auch für den europäischen Hochadel entstehen zu lassen. Namhafte Ärzte, wie Dr. Theodor Billroth, priesen die Heilwirkung des milden Klimas an der Adria und bald wurde Abbazia der Winter“curort“ der Wiener Gesellschaft, die, sofern sie es sich leisten konnte, von November bis März hier weilte. Die ersten großen Hotels, etwa das luxuriöse Quarnero im Jahr 1883, entstanden neben den zahlreichen kleinen Villen, die zu Adria-Pensionen umgebaut wurden. Diese Villen prägen bis heute das Bild des kleinen Städtchens am Meer. Und eine dieser Villen, nämlich die Villa Neptun direkt am Meer, ist Teil des heutigen Hotels Miramar.

dscf5957Wie viele der alten Gebäude war die Villa Neptun baulich in einem sehr schlechten Zustand, als die Salzburger Hoteliersfamilie Holleis sie kaufte, um den Grundstein für ihr Hotel am Meer zu legen. Das heutige Miramar ist ein Neubau, wobei die Villa Neptun nach alten Vorlagen rekonstruiert wurde. Die Hotelanlage besteht nicht aus einem großen Gebäude, sondern aus fünf Villen, sodass die Villentradition des Ortes beibehalten wurde und dennoch ein gepflegtes Ambiente mit allen Annehmlichkeiten eines ****S Hotels verbunden wurde. Das Miramar ist zu recht bekannt für seine Küche. Wie „zu Kaisers Zeiten“ wird hier die österreichische Küche auf höchstem Niveau mit der kroatischen Küche und allem, was die Adria an Köstlichkeiten bietet, verbunden. Ein köstliches Abendmenü ist ja in solch einem Hotel beinah selbstverständlich, aber wirklich umwerfend ist für mich das Frühstücksbuffet! Die Auswahl ist unvorstellbar, da kann wirklich kein Wunsch offen bleiben! Auch das, was das Hotel sonst noch bietet, geht vielfach über das übliche Niveau hinaus: Die zwei Wellnessbereiche, der prächtige Garten und die Liegeterrassen am Meer laden ein, sich zu entspannen. In der Tradition der Kurorte gibt es ein umfangreiches Wochenprogramm, bei dem ebenfalls für jede und jeden etwas Passendes dabei sein müsste. Einmal gibt es ein klassisches Konzert, dann wieder einen kroatischen Liederabend oder Tanzmusik. Ein andermal kann man einer Lesung oder einem Vortrag, häufig zur Geschichte des Ortes passend, lauschen. Und tagsüber gibt es nicht nur Fitness am Morgen, sondern im Laufe des Jahres zahlreiche Workshopangebote wie Yoga, Tanzkurse oder – erstmals und neu in dieser Woche! – Solo Tango! Wir sind also hier, um zu arbeiten, aber in diesem Haus ist das der allerhöchste Genuss!

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Als Freizeit für uns und als wunderbare Urlaubsbeschäftigung wartet direkt vor dem Hotel die Franz-Josefs-Promenade darauf, entdeckt zu werden. Dieser Lungomare ist 12 km lang und führt von Volosko über Opatija bis Lovran. Egal ob zum gemütlichen Flanieren, zum Walken oder Joggen, dieser malerische Weg direkt am Meer ist zu jeder Jahreszeit wunderschön. In den letzten Jahren hatten wir ihn im April mit frischem Grün und zahlreichen Blüten und im Juli unter schattenspendenden Bäumen erwandert. Jetzt sind wir erstmals in einer regnerischen Woche im Spätherbst hier – und der Lungomare ist wieder faszinierend anders! Viele Bäume haben die Blätter schon verloren und so ist der Blick frei auf die felsige Küste. Dann wieder finden sich leuchtend gelbe oder rote Blätter auf den beinah schwarzen Ästen. Die Luft ist klar und herrlich frisch und bei einer Temperatur von 15° ist der Spaziergang eine Wohltat für Körper und Seele. So sind wir also wieder bei der wohltuenden Wirkung dieses „Curortes an der Adria“ angelangt und ich kann mir gut vorstellen, wie es wäre hier zu überwintern. Aber die Zeiten haben sich geändert, auch wenn in Opatija noch vieles so ist, wie im alten Abbazia. Ein Aufenthalt im Hotel Miramar jedenfalls ist zu jeder Jahreszeit purer Genuss. Und wir freuen uns, dass uns „Solo Tango“ auch im nächsten Jahr hierher führen wird! Haben Sie Lust mitzukommen?

Sigrid

Verwendete Literatur: Opatija-Riviera, Eine Genussreise mit Küchenchef Arthur Berger, 2008 Hotel Miramar/Holleis

 

Castello di Monticelli

Castello di Monticelli

Wie schon im letzten Blogartikel berichtet, führte unsere Heimreise aus Italien über einen sehr angenehmen Umweg nach Umbrien. Der Grund war, dass wir Castello di Monticelli kennenlernen wollten, weil wir dorthin eine Tangoreise geplant haben.

Bei unserer Ankunft wurden wir von der Gastgeberin Ellen herzlich empfangen. Ein erster Rundgang mit ihr durch die Anlage beeindruckte uns gleich sehr. Das Castello liegt auf einem kleinen Hügel inmitten eines breiten Tales, sodass man von dort eine wunderbare Aussicht in alle Richtungen hat. Man kann den Blick schweifen lassen über die umbrische Landschaft mit ihren sanften Hügeln und den darin verstreuten mittelalterlichen Dörfern. Von der Terrasse aus, unter Pinien, öffnet sich der Ausblick besonders weit und Perugia ist in Sichtweite. Die historischen, denkmalgeschützten Gebäude, die zum jetzigen Urlaubsdomizil gehören, liegen inmitten eines großen Parks. Pinien, Oliven, Lavendel, Rosmarin und viele andere mediterrane Pflanzen bilden den Rahmen für die unterschiedlichen Gebäude mit ihrer langen Geschichte.

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Ursprünglich war das Castello, wie der Name schon verrät, eine Festung. Bereits die Römer erbauten an dieser Stelle zwei Türme zur Verteidigung gegen die Longobarden. Steine aus dieser Zeit sind auch heute noch in den Türmen zu finden. Eine wechselvolle Geschichte folgte, in der sich die Funktion des Castellos immer wieder änderte. Von einer Verteidigungseinrichtung wandelte sich Monticelli im 11. Jhd. für 500 Jahre lang in ein Benediktinerkloster, bis es im 15. Jhd. von einer aristokratischen Familie gekauft wurde. Diese erweiterte die Anlage um einen Palazzo. Von da an diente es verschiedenen adeligen Familien als Sommer- und Jagdresidenz. In den beiden Weltkriegen hingegen mutierte es zu einem Gefängnis, unter anderem auch für österreichische Soldaten. Durch die beiden Kriege wurde vieles an den Gebäuden zerstört und so nahmen es ab 1945 Bauern der Umgebung in Besitz. Sie betrieben vor allem Wein- und Tabakanbau. Mit ihren Familien und ihren Tieren, Schweinen und Kühen, belebten sie bis in die 80er Jahre das kleine Borgo. Danach verfiel es zu einer Ruine. 1999 kauften es die jetzigen BesitzerInnen, Ellen aus Deutschland mit ihrem italienischen Mann. Wir waren sehr bewegt, als wir das erfuhren, denn es ist die gleiche Zeit, in der wir ein Jahr in Umbrien auf der Suche nach einem Haus gelebt haben. Wir wollten ebenfalls ein Gästehaus daraus machen, konnten diesen Traum aber nicht verwirklichen und gingen andere Wege. Nun, Ellen und ihr Mann haben sich der großen Herausforderung gestellt, das verfallene Borgo zu renovieren, Gebäude um Gebäude, und so ist die derzeit letzte Funktion der historischen Anlage, die eines luxuriösen Ferienresorts.

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Wir konnten diesmal für kurze Zeit hinein schnuppern, wie es ist, dort Urlaub zu machen: untergebracht in einer Suite, schlicht und elegant eingerichtet, einladend und gemütlich die Sitzgruppe vor einem offenen Kamin, eine kleine Kochnische bietet die Möglichkeit sich selbst mit Köstlichkeiten aus der Umgebung zu versorgen, ein großzügiges Bad und Schlafzimmer sorgen für die nötige Erholung und aus den Fenstern genossen wir die Ausblicke auf die umbrische Landschaft.

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Im Park flanieren, es sich auf der Terrasse gemütlich machen, ein Sprung in eines der beiden Pools, die sehr versteckt in die Parkanlage integriert sind (im Winter gibt es stattdessen die Möglichkeit im kleinen Spa zu entspannen), eine Plauderei mit Ellen, ein köstliches Frühstück im ehemaligen Speisesaal der Mönche, eine Führung durchs Schloss, an einem Kochabend teilnehmen, Ausflüge in die Umgebung (Perugia, Assisi, ein Naturpark, … sind nicht weit) unternehmen, … unzählige Möglichkeiten bieten sich an. Und dann noch der Tango – wir sehen uns schon dort, in einem der alten Säle, die Geschichte atmen, Tango tanzen. Wenn du jetzt nicht widerstehen kannst, es gibt noch freie Plätze für die Tangoreise über Silvester. In einem umbrischen Schloss ins neue Jahr zu tanzen wäre doch eine Option, oder?

Andrea

 

Zurückkehren ins Südburgenland

Zurückkehren ins Südburgenland

Nach einem Wochenende in Wien, wir hatten dort einen Workshop gehalten, sind wir wieder zurückgekehrt hierher, in den letzten Winkel Österreichs. Und auch wenn wir jedes Mal das Stadtleben sehr genießen, ist es immer schön, hierher nach Hause zu kommen. Wir leben jetzt seit vierzehn Jahren im Südburgenland und waren sehr lange auf der Suche nach unserem Haus am Land. Hier sind wir fündig geworden und hatten gleich das Gefühl, angekommen zu sein. Und so ist es immer noch, hier finden wir Ruhe und Erholung und den Raum, um Ideen zu gebären und dann mit neuer Tatkraft ans Werk zu gehen. Es gibt einen Tango von Carlos Gardel namens Volver (Zurückkehren), in dem es um das Zurückkehren zu einer alten Liebe geht. In unserem Fall ist es die Liebe zu diesem Flecken Land, das Zurückkehren hierher nach unseren Reisen.

503102946_89486e8872_oWie ist er nun also, dieser Flecken Land, der für uns zur Heimat geworden ist? Gerade noch in Österreich, im Dreiländereck Österreich, Ungarn, Slowenien gelegen, einem Grenzgebiet mit wechselvoller Geschichte. Einst getrennt durch den „Eisernen Vorhang“ ist dieses Gebiet heute ein länderübergreifender Naturpark, der für eine beeindruckende Vielfalt hinsichtlich Sprache, Kultur und Landschaft sorgt. Benannt nach der Raab, dem Fluss, der die Landschaft mit ihren sanften Hügeln durchfließt. Die Raabauen sind Erholungsgebiet für die Menschen, die hier leben, aber auch für die vielen UrlauberInnen, die es hierher zieht. In ausgedehnten Spaziergängen kann man die Landschaft erkunden oder sich auf den vielen Wegen sportlich betätigen mit Walken, Rad fahren oder Reiten. Auf dem Fluss selbst werden Kanutouren angeboten, die ein besonderes Naturerlebnis darstellen. Vor allem die Tierwelt, besondere Vogelarten, Fischotter und Biber lassen sich dabei beobachten. Es ist eine Landschaft, die eine besondere Stille ausstrahlt und eine/n zur Ruhe kommen lässt.

DSCF5103Auch die Hügel ringsum laden zu Erkundigungen ein und viele sind erstaunt darüber, welche Aus- und Weitblicke man vom Südburgenland aus hat. Wir sehen von unserem Haus aus, wenn klare Sicht ist, von der Koralm, über die Gleinalm bis zum Schöckl und dem Wechselgebiet, mit der Riegersburg im Vordergrund. Vor allem die Abendstimmungen mit dieser Kulisse sind ein besonderes Schauspiel und zu allen Jahreszeiten anders. „Den Sonnenuntergang am eigenen Hof erleben“ war der Werbeslogan für dieses Haus, das jetzt unseres ist, und er ist wirklich zutreffend – es ist ein Erlebnis.

24223315060_84d5cd2a1c_oAber auch kulinarische Erlebnisse, nach Betätigungen an der frischen Luft, kommen hier nicht zu kurz. Es gibt einige einfache Landgasthäuser mit ausgezeichneter Küche, die vor allem Produkte aus der Region zu Köstlichkeiten verarbeiten. Das Gasthaus Sampl in Neuhaus am Klausenbach und der Kollerwirt in Neustift sind zwei davon, deren Küche ich besonders schätze. Sie erinnern mich an so manche Osteria in Italien – das Entscheidende ist nicht das Ambiente, sondern das, was auf den Teller kommt. Und da das Südburgenland auch Weinanbaugebiet ist, bleiben vom Aperitif, über eine Begleitung zum Essen, bis zum Degistif keine Wünsche offen.

Nun, wenn man nicht das Glück hat, hier zu leben, kann man wenigstens hier Urlaub machen und sich zum Beispiel in einer alten Mühle einquartieren. Liebevoll restauriert, mit Dorfweiher, Bauerngarten und einer alten Kastanie im Innenhof, ist es ein besonders idyllischer Ort. Das Naturidyll Hotel Landhofmühle ist ein kleines Hotel mit nur zwölf Zimmern, in dem man sich gleich geborgen fühlt und von der Hausherrin Claudia mit einem fabelhaften Frühstück verwöhnt wird. Wer Naturerlebnisse, kulinarische Genüsse und Wohlfühlambiente mit Tango Argentino verbinden möchte, kann in eben diesem Hotel ein Tango-Package buchen, in dem wir Tango Argentino Privatstunden anbieten.

Volver, Zurückkehren, ist dann vielleicht für die eine oder den anderen ebenso unumgänglich wie für uns.

Andrea

Von hier aus …

Von hier aus …

„Von hier aus“ ist der Titel einer Ausstellung, die im Oktober hier im Südburgenland eröffnet wird. Bildende KünstlerInnen, die mit der Region „Dreiländereck“ verbunden sind, präsentieren ihre Arbeiten und die Schau geht auch gesellschaftspolitischen Fragen nach, die sich „in einer Zeit, in der alte Grenzen wieder neu errichtet werden“, aufdrängen.

Wir leben seit mehr als zehn Jahren in diesem Dreiländereck von Österreich, Ungarn und Slowenien und brechen „von hier aus“ mit unserer Straßenkunst und unseren Workshops immer wieder auf. Das Leben hier am äußersten Rand von Österreich, in einer wirtschaftlich und derzeit zumindest noch politisch unbedeutenden Gegend, läuft viel ruhiger  als anderswo. Wir genießen die Ruhe und die Entschleunigung, die der Alltag hier bietet. Hier können wir vor und nach einer Reise auftanken, die Arbeiten im Haus und im Garten helfen, den Kopf frei zu bekommen und hier ist auch ein guter Platz, um neue Konzepte oder neue acts zu entwickeln. So machen wir als darstellende Künstlerinnen wohl ähnliche Erfahrungen wie die oben genannten bildenden KünstlerInnen.  Es ist also kein Zufall, dass zahlreiche KünstlerInnen sich in dieser Gegend niedergelassen haben, viele davon – so wie auch wir – ein altes Bauernhaus revitalisiert haben und nun ständig oder zeitweise hier leben. Dieses Nebeneinander und Miteinander von „Einheimischen“ und sogenannten „Zua’groasten“ ist hier alltäglich und wir selbst haben es vom ersten Tag an sehr geschätzt, wie offen die Menschen hier waren und wie freundlich wir als neue Nachbarinnen aufgenommen wurden.

All diese Qualitäten – die Ruhe und Entschleunigung, die Offenheit und die bunte Mischung der BewohnerInnen – machen das Südburgenland aber auch zu einem beliebten Urlaubsziel. Dazu trägt natürlich auch die Landschaft mit ihren sanften Hügeln, mit Streuobstgärten, kleinen Wäldern und Wiesen, bei. Auf einem dieser Hügel befindet sich Das Eisenberg, ein Hotel mit eben dieser freundlichen Atmosphäre. Der Slogan des Hotels beschreibt das, was das Südburgenland auszeichnet, äußerst treffend: spektakulär unspektakulär! Wer hierher kommt, sucht nicht „Action“ sondern Zeit, um in der Natur, bei sich selbst und den eigenen Lieblingsbeschäftigungen oder bei anderen Menschen anzukommen. Klingt das nicht verlockend?

Ich weiß es auf jeden Fall zu schätzen, dass wir nicht nur auf unseren Reisen als Straßenkünstlerinnen – wie letztes Jahr am Gardasee – an schöne Orte kommen, um dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen, sondern dass wir auch an einem solchen Ort leben! Nun aber ist es wieder an der Zeit „von hier aus“ aufzubrechen. Diesmal freuen wir uns darauf, das ruhige Landleben gegen die bunte, spannende und coole Stadt Berlin auszutauschen!

Bis bald – aus Berlin …

Sigrid