Berlin im Winter

Berlin im Winter

Eine Stadt zu unterschiedlichen Jahreszeiten zu erleben, finde ich äußerst spannend. Nachdem wir im letzten Mai ausgiebig den Frühsommer genossen hatten, sind wir jetzt im winterlichen Berlin auf Entdeckungsreise gegangen – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt und einer recht hohen Luftfeuchtigkeit, mit der die Kälte schnell in die Kleider kriecht, sind wir auch diesmal viel zu Fuß unterwegs gewesen. Für uns ist dies einfach die beste Möglichkeit, um die Atmosphäre einer Stadt aufzuspüren! Und schon nach wenigen Schritten im Bezirk Schöneberg haben wir wahrgenommen, was Berlin im Winter so anders macht: Die meisten Straßen Berlins sind Alleen, gesäumt von Laubbäumen, die im Sommer Schatten spenden und die Stadt grün machen. Nun sind diese Bäume kahl und erst jetzt realisiert man, wie breit die Straßen eigentlich sind. Dieses Gefühl der Weite mitten in einer Stadt hatten wir im Sommer schon in den Parkanlagen genossen, nun zeigt es ich in beinah jeder Straße! Die kahlen Bäume geben jetzt auch den Blick frei, sodass die prachtvollen Hausfassaden der Altbauten sichtbar werden. In Schöneberg, wo wir ja selbst in einer wunderschönen Altbauwohnung zu Gast waren, und in Charlottenburg, das wir auch erwandert haben, gibt es sehr viele, wunderschön renovierte alte Häuser. Als dann am Sonntag die Wolkendecke aufriss und diese prachtvollen Bauten im Sonnenlicht erstrahlten, war das Flanieren gleich noch schöner!

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Nun, der Winter setzt uns Stadtwanderinnen aber auch seine Grenzen! Am Wittenbergplatz angekommen, wäre es fein gewesen, bei Witty’s wieder eine köstliche Currywurst und ein Bier, beides hier in Bio, einzunehmen, aber für eine Jause am Würstelstand war es uns doch zu kalt… So landeten wir im KaDeWe – dem Kaufhaus der Superlative! Mit seinen 60.000 m² ist das Kaufhaus des Westens angeblich das größte Kaufhaus auf dem europäischen Kontinent. 80.000 Menschen sollen hier täglich aus- und eingehen, und die angebotenen Waren sind durchwegs edel, fein und teuer. Wir sind aber gar nicht zum Shoppen gekommen, sondern wollten in die Feinschmeckerabteilung im obersten Stockwerk. Hier gibt es alles an Köstlichkeiten, das man sich nur vorstellen kann: unzählige Käse- und Wurstspezialitäten, Champagner- und Weinbars, Restaurants und Gourmetstände in allen denkbaren Varianten: französische oder italienische Küche, bayrisch deftige Bratwürste, Fisch aus der Ostsee, Sushi, Grill oder einfache Hausmannskost. Wir haben uns für letztere entschieden und an einer der Kochinseln, um die herum die Gäste wie an einer Theke sitzen, eine kräftige Kartoffelsuppe gegessen, während unsere SitznachbarInnen riesige Portionen von Bratkartoffeln wahlweise mit Spiegelei oder überbacken mit Käse zu sich nahmen. Ich ließ den Blick schweifen und wollte schätzen, wie viele Personen sich an jenem Freitag Nachmittag auf dieser Etage befanden: mit einem Blick meinte ich mehr als hundert Menschen zu zählen, was hochgerechnet auf die ganze Fläche wohl eine BesucherInnenzahl von weit über tausend ergeben musste. 4087247892_d8bba572bb_bDas Publikum spiegelt eindeutig den Standort des KaDeWe im ehemaligen Westberlin wider – und doch ist die Stimmung nicht förmlich oder gespitzt, sondern bunt und lebendig. Im Mai wären wir nie auf die Idee bekommen, hier für ein Häppchen einzukehren, aber jetzt im Winter war es geradezu perfekt.

Gestärkt und aufgewärmt spazierten wir weiter und mittlerweile war es draußen dämmrig geworden. Da wir nicht weit entfernt vom Bahnhof Zoo waren, entschlossen wir uns statt weiter zu Fuß zu gehen, eine Stadtrundfahrt zu machen – und zwar mit einer öffentlichen Buslinie. Vom Bahnhof Zoo aus kann man nämlich mit der Buslinie 100 an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins vorbei quer durch die Stadt fahren – und das zum Preis einer einfachen Fahrt! Da die meisten Busse dieser Linie Stockbusse sind, braucht es nur ein bisschen Glück, um den Logenplatz im ersten Stock zu erwischen – und wir hatten dieses Glück! So ging es im Abendlicht erst vorbei an der Gedächtniskirche und den Nordischen Botschaften mit ihrer interessanten modernen Architektur, weiter zum Großen Stern mit der Siegessäule mitten im Tiergarten, vorbei am Schloss Bellevue, dann beinahe im Schritttempo durch eine kleine Straße des Parks, die direkt am Haus der Kulturen der Welt und am Reichstagsgebäude mit seiner erleuchteten Glaskuppel vorbeiführt. Nach einem kurzen Weg durch das Regierungsviertel ging es auf den Prachtboulevard Unter den Linden mit Blick auf das Brandenburger Tor. Dann ist es kurzzeitig vorbei mit der schönen Pracht, denn Unter den Linden ist nach wie vor eine riesige Baustelle. Erst am Ende der Route, vorbei an der Museumsinsel und dem Berliner Dom bis hin zum Fernsehturm ist die Fahrt wieder Sightseeing pur. Am Alexanderplatz ist die Endstation der Linie 100. Für den Rückweg bieten sich die Buslinie 200 an, die unter anderem am Potsdamer Platz mit seinen modernen Gebäuden vorbeiführt, oder man nimmt die S-Bahn mit ihren prächtigen, alten Bahnhofshallen aus Glas und der schönen Aussicht auf die Spree. Das alles geht sich mit einem Stundenticket locker aus, wenn man ein Tagesticket hat, kann man natürlich wo immer man möchte, aussteigen und die Fahrt unterbrechen. So, jetzt habe ich doch glatt die Reiseleiterin gespielt und den Touristentipp weitergegeben, der ohnehin schon lange kein Geheimtipp mehr ist …

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Wer in diesem Winter in Berlin und vor allem im Bezirk Charlottenburg unterwegs ist, der kommt jedoch nicht umhin, am Breitscheidplatz vorbeizuschauen – jenem Platz vor der Gedächtniskirche, auf dem vor etwas mehr als einem Monat ein Terroranschlag stattgefunden hat. Zahlreiche Blumen und Kerzen markieren den Platz und wir sind betroffen dagestanden, weil diese unfassbaren Geschehnisse, die wir täglich in den Nachrichten hören, plötzlich so greifbar nahe sind. Ich ließ meinen Blick schweifen, vom Blumenmeer und den abgelegten Briefen hinauf zum markanten Anblick der Gedächtniskirche und dachte: Nun gibt es einen Grund mehr, warum sie diesen Namen trägt, denn dieses Ereignis hat sich wohl jetzt schon tief in das Gedächtnis der Stadt eingeprägt. Dann blickte ich mich um, der Verkehr rollte direkt vorbei, Menschen spazierten über den Kurfürstendamm, der hier beginnt. Keine zehn Meter entfernt stand ein Würstelstand, der mit einer kleinen Tafel KundInnen anlocken wollte: HAPPY HOUR 17.00 – 18.00 Uhr. Ob hier jemandem nach Happy Hour zumute ist, bezweifle ich! Aber mein Rundblick hat mir auch klar gemacht: Der Alltag, das Leben geht weiter seinen Lauf, trotz allem, was in unmittelbarer Nähe passiert ist. Und das nächste Frühjahr wird kommen, die Alleebäume werden ihr frisches Grün sprießen lassen und Berlin wird sich wieder verändern …

Sigrid

 

Buon appetito!

Buon appetito!

Essen und Trinken, Schlemmen und Genießen war für uns schon immer wichtig, wenn es ums Reisen ging. Sind wir damals im Urlaub meist abends zum Essen ausgegangen, so kochen wir jetzt, auf unseren langen Reisen, selbst für uns. Die Vorstellungen von einer Reise ins Schlaraffenland sind ja wohl recht unterschiedlich, aber mit Italien im Allgemeinen und der Toskana im Besonderen erfüllt sich für uns dieser Traum!

Die Küche der Toskana ist im Grunde genommen sehr einfach und bodenständig. Die Gerichte bestehen aus relativ wenigen verschiedenen Zutaten, diese aber sind von hervorragender Qualität. Durch die eher einfache Zubereitung kommt der Geschmack voll zur Geltung. Und an Stelle von Milch und Honig fließen hier ja bekanntlich Olivenöl und Wein …

Nun, was kommt also derzeit bei uns auf den Tisch? Pasta, und zwar beinahe täglich! Dass dies keineswegs langweilig wird, liegt einerseits an den unzähligen vielen Formen, in denen es die Teigwaren hier gibt und den ebenfalls vielfältigen Möglichkeiten an Nudelgerichten, jeweils abgestimmt auf die Pasta, die daraus entstehen. Zuerst also einmal die klassische Pasta pomodori, mit voll reifen, geschmackvollen Fleischtomaten, klein geschnitten, lange in Olivenöl geschmort, gewürzt mit selbst gesammelten Kräutern und am Tisch noch mit frischem Parmigiano vollendet. Einfach, köstlich, einfach köstlich! Das Schälen der Tomaten, das hierfür notwendig ist, geht viel leichter als in sämtlichen Kochbüchern beschrieben: Man braucht kein Wasser aufzukochen und die Tomaten darin ziehen lassen, um die Haut anschließend abziehen zu können. Von Elena, einer Frau, die in Cortona hier in der Toskana gelebt hat und letzten Winter mit 90 Jahren gestorben ist, haben wir vor Jahren gelernt, wie sie Tomaten schält: Mit dem Messerrücken fest über die Tomatenhaut streifen und danach einfach die Haut abziehen. Einzige Voraussetzung, damit es bestens funktioniert: die Tomaten müssen gut reif sein und es müssen natürlich Fleischtomaten sein – denn wie bei der Pasta gilt auch hier – Tomaten sind nicht gleich Tomaten! Beim Würfeln dann die Kerne und die Flüssigkeit weggeben und nur das Tomatenfleisch zerkleinern. Fertig!

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Da wir hier nahe der Grenze zu Ligurien sind, gibt es in den Geschäften Pesto Genovese, das Sugo aus Basilikum, Pinien und Olivenöl, offen zu kaufen. Wir machen daraus ein typisches Gericht aus Ligurien: Trenete. Wie der Name schon verrät sind hierfür drei Zutaten nötig: kleine und möglichst junge grüne Bohnen in Stücke geschnitten, gewürfelte Kartoffeln und Pasta. Diese drei werden gemeinsam gekocht und direkt am Teller kommt das Pesto darüber. Wir reiben den Parmigiano auch hier frisch über die Pasta, man kann ihn aber auch ins Pesto einrühren.

Nun, in Italien gibt es ja üblicherweise auch ein Antipasto, also eine Vorspeise. Auch die lassen wir uns hier nicht entgehen. Da wäre einmal eine Insalata di finocchio, äußerst simpel und köstlich: Den Fenchel in möglichst dünne Streifen schneiden, am Teller auflegen, bestes Olivenöl, frisch gemahlenen Pfeffer und Salz darüber – fertig ist der Antipasto! Oder, wenn es einmal etwas deftiger sein soll, dann machen wir uns Radicchio con Lardo: Lardo ist der weiße Speck, den es in diesem Teil der Toskana gibt (ansonsten ist er eher in den Alpenregionen Italiens zu finden). Radicchio vierteln, der Strunk bleibt dabei, damit er nicht auseinanderfällt, und in eine Form geben. Wieder kommt Olivenöl, Salz und Pfeffer darüber und dann wird der Lardo darauf verteilt. Das ganze kommt für ca. 15 Minuten ins Rohr. Eine perfekte Vorspeise, weil die Bitterstoffe des Radicchio die Magensäfte so richtig in Gang bringen ….

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Dass die toskanische Küche gerne mal deftig ist, merkt man, wenn man in einem Rifugio, einer Berghütte, zum Mittagessen Rast macht, wie wir es bei unseren zwei Wanderungen getan haben. Einmal gab es Zuppa fagioli, also eine kräftige Bohnensuppe, wie es sich gehört mit einem kräftigen Strahl Olivenöl. Anschließend aßen wir eine Frittata di zucchini, ein Fladen aus Eiern und ganz kleinen Zucchini mitsamt deren Blüten. Im zweiten Rifugio kosteten wir, ebenfalls nach einer kräftigen Zuppa toscana, ein Gericht aus Polenta. Als es serviert wurde, waren wir überrascht über die Farbe dieses Gerichts, denn es war nicht gelb, sondern beinahe schwarz. Wie sich herausstellte, wurde das Maismehl hier mit Mohn vermengt und das ganze wurde danach mit Käse überbacken. Sehr interessant und köstlich und vor allem auch perfekt, um sich für den Rest der Wanderung zu stärken. Ganz selbstverständlich war es übrigens auf diesen Berghütten, zum Mittagessen Rotwein zu trinken – wir sind ja in der Toskana!

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Und somit bin ich beim Wein angelangt. Der übliche Rotwein hier wird aus „der Toskanatraube“, Sangiovese, gekeltert und ist daher auch sofort als „echter Toskaner“ zu erkennen: Beim ersten Schluck eher kantig, gar nicht rund und geschmeidig, entfaltet er sich erst so richtig, wenn man etwas dazu isst. Und genau das ist hier üblich: man trinkt Wein eigentlich nicht einfach so, sondern es wird immer etwas dazu gegessen. Wenn man also in einer Bar ein Glas Wein bestellt, dann gibt es dazu auf jeden Fall etwas zum Knabbern. Wirklich überrascht waren wir aber, als wir gleich eine ganze Jause serviert bekommen haben – wir hatten zwei Glas Rotwein bestellt und auch nur diese bezahlt! Der Weißwein dieser Gegend wird aus jener Traube gemacht, die in den Colli di Luni, gleich über die Grenze in Liguren, und an der ganzen toskanischen Küste zu Hause ist. Vermentino heißt sie, die Menschen hier sagen aber einfach „Vermo“ zu „ihrem“ Weißwein: ein trockener, vollmundiger Wein, der sich wunderbar als Essensbegleiter eignet. Außerdem wird hier auch gerne ein Frizzante getrunken, leicht und frisch, mit wenig Kohlensäure der perfekte Aperitivo.

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Da fehlt für mich nur noch eines, um im Schlemmerparadies zu sein: Brot! Ich liebe Weißbrot und hier wird es in unzähligen Varianten gebacken: Focaccia, ein Fladenbrot mit viel Olivenöl, senza sale, also ohne Salz, wie es für das toskanische Bauernbrot üblich ist, Integrale, zur Hälfte gemischt mit Dinkelvollkornmehl, Ciabatta, leicht und luftig, … Spätestens jeden dritten Tag sind wir in der Bäckerei, um uns erneut mit diesen Köstlichkeiten zu versorgen. Und dann geht es wieder weiter mit dem Genießen!

Buon appetito!
Sigrid

Graz – Vertrautes neu entdecken

Graz – Vertrautes neu entdecken

Anfand dieses Monats waren wir ja, wie Andrea berichtet hat, für eine Woche in Graz. Auch diesmal war die Straßenkunst der Anlass für unsere Reise und auch diesmal wurde es zu einer Mischung aus Arbeit und Genuss. Denn das Durchstreifen der Stadt auf der Suche nach Auftrittsorten macht ähnlich viel Spaß wie ein Stadtbummel. Die Aufführungen von La Strada haben wir angeschaut, um Erfahrungen und Eindrücke für unsere Straßenkunst zu sammeln, während wir wie alle anderen einfach begeisterte Zuschauerinnen waren. Und wie auch in Berlin haben wir das Leben – diesmal in einer kleinen, überschaubaren – Stadt genossen.

DSCF5315Wir sind beide in Graz geboren, ich habe bis zum Studienabschluss und später nochmals für zwei Jahre in Graz gelebt. In den letzten Jahren sind wir oft für einen Tag nach Graz gefahren, um Besorgungen zu erledigen, FreundInnen zu besuchen oder bei Veranstaltungen dabei zu sein. Aber eine Woche lang in Graz zu sein, fühlt sich ganz anders an. Graz ist wirklich eine lebenswerte Stadt! Nicht umsonst wird ihr Charme gerühmt und das südliche Flair hervorgehoben. Die Innenstadt ist klein und überschaubar und uns Grazerinnen ist oft gar nicht bewusst, welche architektonischen und kulturellen Schätze sich da verbergen. Eine ganz besondere Atmosphäre schaffen die unzähligen Schanigärten, die an den lauen Sommerabenden jener Woche bis auf die letzten Plätze gefüllt waren. Sie tragen viel bei zu der entspannten, lockeren Stimmung in der Stadt, die gleich so etwas wie Urlaubsfeeling aufkommen lässt.

DSCF5316Und es gibt ja viele, die Graz als Urlaubsziel auswählen! Ob sie wie diesmal wegen La Strada oder wegen einem der anderen kulturellen Festivals kommen, ob sie vom „Weltkulturerbe Graz“ angezogen werden oder ob es die Weihnachtsmärkte im Winter sind: in den letzten Jahren sind spürbar mehr TouristInnen in Graz unterwegs. Und das belebt eine Stadt natürlich sehr. Angesichts der Reisenden in meiner Heimatstadt erinnerte ich mich daran, dass ich selbst schon einmal meinen Urlaub in Graz verbracht habe. Ich glaube es muss im Sommer 1994 gewesen sein. Unsere Reisekasse war damals nicht gerade üppig gefüllt und so entschlossen wir uns zu einem Urlaub in Graz! Wir kauften einen Reiseführer (was ich mittlerweile schon lange nicht mehr mache, ich entdecke heute eine Stadt lieber ohne Jahreszahlen, Daten und Fakten), spazierten von unserer zentralen Stadtwohnung manchmal schon zum Frühstück los und waren einfach Touristinnen. Die doppelte Wendeltreppe in der Grazer Burg zum Beispiel, habe ich damals zum ersten Mal gesehen. Nach den Besichtigungen suchten wir uns ein nettes Lokal fürs Mittagessen, schlenderten auf den Schloßberg zur Siesta und ließen uns einfach treiben. Herrliche Urlaubstage, bei denen wir uns die Anreise und die Hotelkosten ersparten und direkt mit dem Genießen beginnen konnten. Es war damals eine spontane Idee, die sich heute in dem Buch Slow Travel von Dan Kieran als Variante der „Kunst des Reisens“ findet. Es gibt darin Kapitel mit der Überschrift Bleib zu Hause – als ich es gelesen habe, wusste ich schon, wovon er spricht und welch schöne Art zu reisen das sein kann!

DSCF5308Gerade das köstliche Essen und Trinken ist für uns ein wesentlicher Teil des Reisens. Das haben wir in dieser „Grazwoche“ ebenfalls genossen. Im La Meskla in der Kaiserfeldgasse waren wir jeden Tag zum Mittagessen. Zwei junge Frauen führen dieses Lokal und schaffen eine gemütliche, weltoffene Atmosphäre. Die Menüs dieser Woche führten uns kulinarisch um die halbe Welt. Eine der beiden kommt nämlich aus Peru und kocht köstliche Gerichte aus Südamerika mit ganz neuen Aromen und Geschmäckern. Aber auch Asiatisches oder Mediteranes kommt auf den Teller. Dazu ein schönes Glas Wein, ein gemütlicher Schanigarten und äußerst moderate Preise. Kein Wunder, dass es eines unserer Lieblingslokale ist! Eine andere köstliche Entdeckung ist die kleine Eisdiele Gianola an der Ecke Stempfergasse/Bischofsplatz. Die Besitzerin aus Italien bereitet das Eis direkt im Geschäft zu. Es gibt nicht die Unmenge an Sorten, aber du hast dennoch die Qual der Wahl, denn alle sind außergewöhnlich. Purer Geschmack! Nachmittags, für eine Erfrischung und ein wenig Büroarbeit mit dem dortigen WLAN, waren wir gerne im Kunsthauscafe. Sehr hipp und trendig, fast meinten wir wieder zurück in Berlin zu sein, und immer gut besucht. Es gibt eine große Auswahl an Getränken abseits der üblichen „Getränkeliste“, die du gleich in der Kühlvitrine aussuchen kannst. An der water bar stehen Karaffen und Gläser für Leitungswasser bereit und können gleich selbst befüllt werden. Sehr praktisch und passend zur lockeren Atmosphäre. Und der Burger, den wir gegessen haben, war köstlich!

Das klingt ja wirklich wie Urlaub in Graz, oder? Dass wir in jener Woche fast täglich gearbeitet haben, mit mehreren Auftritten und einer Tango-Privatstunde, scheint so ganz nebenbei gelaufen zu sein. Und genau das ist das Schöne an unserem Leben als Straßenkünstlerinnen: die Arbeit ist Genuss und das Reisen ein Teil davon. Ich weiß, wir sind Glückspilze, und begeisterte Grazerinnen!

Sigrid

Zurückkehren ins Südburgenland

Zurückkehren ins Südburgenland

Nach einem Wochenende in Wien, wir hatten dort einen Workshop gehalten, sind wir wieder zurückgekehrt hierher, in den letzten Winkel Österreichs. Und auch wenn wir jedes Mal das Stadtleben sehr genießen, ist es immer schön, hierher nach Hause zu kommen. Wir leben jetzt seit vierzehn Jahren im Südburgenland und waren sehr lange auf der Suche nach unserem Haus am Land. Hier sind wir fündig geworden und hatten gleich das Gefühl, angekommen zu sein. Und so ist es immer noch, hier finden wir Ruhe und Erholung und den Raum, um Ideen zu gebären und dann mit neuer Tatkraft ans Werk zu gehen. Es gibt einen Tango von Carlos Gardel namens Volver (Zurückkehren), in dem es um das Zurückkehren zu einer alten Liebe geht. In unserem Fall ist es die Liebe zu diesem Flecken Land, das Zurückkehren hierher nach unseren Reisen.

503102946_89486e8872_oWie ist er nun also, dieser Flecken Land, der für uns zur Heimat geworden ist? Gerade noch in Österreich, im Dreiländereck Österreich, Ungarn, Slowenien gelegen, einem Grenzgebiet mit wechselvoller Geschichte. Einst getrennt durch den „Eisernen Vorhang“ ist dieses Gebiet heute ein länderübergreifender Naturpark, der für eine beeindruckende Vielfalt hinsichtlich Sprache, Kultur und Landschaft sorgt. Benannt nach der Raab, dem Fluss, der die Landschaft mit ihren sanften Hügeln durchfließt. Die Raabauen sind Erholungsgebiet für die Menschen, die hier leben, aber auch für die vielen UrlauberInnen, die es hierher zieht. In ausgedehnten Spaziergängen kann man die Landschaft erkunden oder sich auf den vielen Wegen sportlich betätigen mit Walken, Rad fahren oder Reiten. Auf dem Fluss selbst werden Kanutouren angeboten, die ein besonderes Naturerlebnis darstellen. Vor allem die Tierwelt, besondere Vogelarten, Fischotter und Biber lassen sich dabei beobachten. Es ist eine Landschaft, die eine besondere Stille ausstrahlt und eine/n zur Ruhe kommen lässt.

DSCF5103Auch die Hügel ringsum laden zu Erkundigungen ein und viele sind erstaunt darüber, welche Aus- und Weitblicke man vom Südburgenland aus hat. Wir sehen von unserem Haus aus, wenn klare Sicht ist, von der Koralm, über die Gleinalm bis zum Schöckl und dem Wechselgebiet, mit der Riegersburg im Vordergrund. Vor allem die Abendstimmungen mit dieser Kulisse sind ein besonderes Schauspiel und zu allen Jahreszeiten anders. „Den Sonnenuntergang am eigenen Hof erleben“ war der Werbeslogan für dieses Haus, das jetzt unseres ist, und er ist wirklich zutreffend – es ist ein Erlebnis.

24223315060_84d5cd2a1c_oAber auch kulinarische Erlebnisse, nach Betätigungen an der frischen Luft, kommen hier nicht zu kurz. Es gibt einige einfache Landgasthäuser mit ausgezeichneter Küche, die vor allem Produkte aus der Region zu Köstlichkeiten verarbeiten. Das Gasthaus Sampl in Neuhaus am Klausenbach und der Kollerwirt in Neustift sind zwei davon, deren Küche ich besonders schätze. Sie erinnern mich an so manche Osteria in Italien – das Entscheidende ist nicht das Ambiente, sondern das, was auf den Teller kommt. Und da das Südburgenland auch Weinanbaugebiet ist, bleiben vom Aperitif, über eine Begleitung zum Essen, bis zum Degistif keine Wünsche offen.

Nun, wenn man nicht das Glück hat, hier zu leben, kann man wenigstens hier Urlaub machen und sich zum Beispiel in einer alten Mühle einquartieren. Liebevoll restauriert, mit Dorfweiher, Bauerngarten und einer alten Kastanie im Innenhof, ist es ein besonders idyllischer Ort. Das Naturidyll Hotel Landhofmühle ist ein kleines Hotel mit nur zwölf Zimmern, in dem man sich gleich geborgen fühlt und von der Hausherrin Claudia mit einem fabelhaften Frühstück verwöhnt wird. Wer Naturerlebnisse, kulinarische Genüsse und Wohlfühlambiente mit Tango Argentino verbinden möchte, kann in eben diesem Hotel ein Tango-Package buchen, in dem wir Tango Argentino Privatstunden anbieten.

Volver, Zurückkehren, ist dann vielleicht für die eine oder den anderen ebenso unumgänglich wie für uns.

Andrea

Ankommen in Berlin

Ankommen in Berlin

Hallo!

Nun sind wir wieder einmal in einer Großstadt gelandet. Nach Berlin mussten wir ja kommen, denn hier wurde unser Traum geboren, Straßentänzerinnen zu werden. Nämlich als wir das letzte Mal hier waren, vor fünf Jahren beim Queer-Tango Festival. Wir waren damals im Berliner Frauenhotel abgestiegen und in der Bibliothek des Hotels fiel uns ein Buch in die Hände: Die Straßensängerin von Traude Bührmann. Dieses Buch und die Idee, immer wieder für längere Zeit an einem anderen Ort zu leben, waren also der Ausgangspunkt für den Weg, den wir nun eingeschlagen haben.

DSCF4721 (2)Diesmal sind wir einen Monat hier und haben uns über das Netzwerk der Frauenbude eine Wohnung gemietet. Mitten in Kreuzberg, in der ruhigen Alten Jakob Straße gelegen, ist sie uns ein idealer Rückzugsort in dieser quirligen Stadt. Wir fühlen uns hier sehr wohl und schon nach wenigen Tagen heimelig. Es ist eine Altbauwohnung ganz nach unserem Geschmack gestaltet und eingerichtet. Eine Mischung aus Antiquitäten und modernen Möbeln, viele nette Dinge, die das Auge erfreuen, interessante Bilder und Bücher und eine Küche, in der wir alles vorfinden, um uns zu versorgen. So haben wir schon einige Male köstlich aufgekocht und ich habe mich bereits verliebt – in die Gusseisenpfanne, die es hier gibt. Wir haben uns ja schon darauf gefreut, wieder einmal auf Gas zu kochen. Es lässt sich zwar nicht logisch erklären, aber auf Gas gekocht, schmeckt das Essen besser. Die Steigerung ist jetzt noch: auf Gas in der Gusseisenpfanne gekocht. In ebendieser Pfanne gebratene Pilze oder Gemüse über Nudeln mit frischem Olivenöl, einem guten Parmesan, ein paar Kräutern oder frisch gemahlenem Pfeffer – und ein einfaches, aber köstliches Essen ist fertig.

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Auch fürs Einkaufen haben wir unseren Ort gefunden. Ein paar Stationen mit dem Bus und wir befinden uns bei der Marheineke Markthalle in der Bergmannstraße. In der Markthalle gibt es köstliche französische, italienische und griechische Spezialitäten, durch die wir uns alle durchkosten möchten. Im französischen Bistrot gibt es außerdem Croissants, die schmecken wie in Frankreich und sogar ausgezeichneten Espresso. Wir haben nämlich eigens unsere Espressomaschine mitgenommen, weil wir die letzten Male in Berlin nirgends guten Kaffee bekommen haben. Im Umkreis der Markthalle gibt es einen Bio-Supermarkt und auch sonst alles, was man so braucht. Wir haben uns also schon ganz gut eingelebt.

Es ist auch sehr spannend, in ein anderes Leben hier einzutauchen. Die Vermieterin der Wohnung, sie heißt auch Sigrid, hat uns bei der Ankunft empfangen und uns dann bereitwillig ihre Wohnung überlassen. Durch dieses entgegengebrachte Vertrauen und die netten Empfangsgesten, wie z.B. Blumen am Tisch, haben wir uns gleich willkommen gefühlt. Sie selbst hat einen Garten außerhalb von Berlin mit einem Häuschen, wo sie lebt, während wir in ihrer Wohnung sind. Jetzt beleben, bekochen, betanzen, … wir sie – und trotzdem ist auch die Besitzerin hier, und ich stelle mir Fragen über sie, was für ein Mensch sie ist, was ihr wichtig ist, welche Art Leben sie führt, … Durch ihre Wohnung und die Dinge, die wir hier vorfinden oder auch nicht vorfinden, es gibt z.B. keine Behältnisse aus Plastik (finde ich super), mache ich mir ein Bild von ihr, aber ob es stimmt?

Jedenfalls bin ich dankbar, hier sein zu können und wieder einmal Großstadtleben zu genießen.

Tschüss aus Berlin!

Andrea

La Dolce Vita am Gardasee

La Dolce Vita am Gardasee

Salve!

Gerade hat es zu regnen aufgehört und ich schreibe meinen Bericht in „unserer“ Bar auf der Piazza. Andrea liest ein Buch, wir erwarten unseren Cafe und ich erzähle eine kleine Begebenheit, die zeigt, woran wir merken, dass wir in das Leben hier eingetaucht sind: Beim dritten Mal an der kleinen Tankstelle hier im Ort gibt mir Constantin, der Tankwart, Lose für die wöchentliche Verlosung einer Traumreise. Ich brauche sie nur auszufüllen und in die Box werfen; schade, dieses Wochenende kehren wir zurück nach Österreich … aber eigentlich sind wir ja mitten in unserer Traumreise!

Gestern zum Beispiel, das Wetter war unbeständig und wir waren unsicher, ob wir beim Auftritt nicht von einem Regen überrascht werden würden, haben wir uns frei gegeben und erstmals hier einen Abend für uns am See verbracht. Wir sind nach Desenzano gefahren und sind dort in der kleinen Altstadt und am Hafen herumgebummelt. Der Ort ist wirklich sehr schön und angenehm ruhig. Es ist ja ein wenig grotesk, dass wir für unsere Auftritte die übervollen Touristenorte auf der Ostküste brauchen, weil dort genügend Menschen unterwegs sind, dass uns selbst aber diese Orte mit ihren Kitschläden und dem Massenauflauf gar nicht gefallen. In Desenzano sind nur wenige TouristInnen unterwegs, an der Seepromenade stehen einige schöne alte Hotels im Jugendstil und die Geschäfte sind klein und stilvoll. Es gibt hier, wie auch schon in Brescia, wunderschöne Boutiquen, die für sich schon sehenswert sind. Und wie überall in Italien ist die Mode, die sie darin verkaufen, einfach großartig! Diesmal interessieren wir uns ja auch für Männermode – so tolle Hemden und Krawatten für unsere Aufritte werden wir in Österreich nur schwer finden. Zum Abschluss dieses freien Abends beschließen wir, in die kleine Bar zu gehen, neben der wir schon zweimal getanzt haben, und deren BesitzerInnen uns beim ersten Mal so nett bewirtet haben, um diesmal etwas zu konsumieren. Wir trinken köstlichen Rotwein und lassen den Blick über die Piazza schweifen. Wie so oft in den Tagen hier kommt mir unser Leben beinah unwirklich vor. Eigentlich ist es schon frech, wie gut wir es uns gehen lassen. Nach einiger Zeit kommt die Besitzerin und bringt uns zwei Stückchen einer selbstgemachten Tarte (köstlich, mit Tomaten und Melanzani, der passende Begleiter für unseren Wein!). Und als ich dann zahlen möchte, lehnt sie vehement ab: nein, wir sind eingeladen! Ich erwidere, dass wir doch den Wein bezahlen wollen, aber ich habe keine Chance. Wir sind wirklich gerührt von dieser Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Und wir wissen: wir sind reichlich beschenkt!!!

So werden wir viele Eindrücke und Erfahrungen mitnehmen, wenn wir uns am Sonntag auf den Heimweg machen. Neben der genussvollen Zeit in Italien (vom köstlichen Essen hier haben wir gar nie geschrieben, aber es ist ohnehin klar, dass wir diesbezüglich im Paradies gelandet sind) haben wir hier viel ausprobiert und gelernt für unsere Arbeit. Und wir sind schon gespannt darauf, wie es sein wird, wenn wir versuchen, manches davon im Juli in Wien umzusetzen. Davor aber freuen wir uns auf die letzten Auftritte hier – bis Freitag möchten wir noch einmal in den Orten auftreten, an denen es uns am besten gefallen hat.

Cari saluti,

Sigrid

 

Orte der Erholung: Im Cafe und im Park

Orte der Erholung: Im Cafe und im Park

Hola mis queridas!

Heute haben wir einmal einen faulen Sonntag verbracht. Seit Mitte der Woche gibt es hier die “ola de calor: parte II”, also die zweite Hitzewelle und gestern hatten wir die 40° erreicht. Auch für heute war ein heißer Tag angesagt, aber in der Nacht gab es einen heftigen Sturm, der für eine ordentliche Abkühlung gesorgt hat. So ist es heute erfreulicherweise wieder recht angenehm, ein schöner Sommertag mit einem kühlen Lüfterl.

Vorhin haben wir einen kleinen Spaziergang in unser Stammkaffeehaus und in unseren Lieblingspark gemacht. Einen guten, starken Kaffee zu finden, wie wir ihn lieben, war nicht so einfach. Die ersten eineinhalb Monate haben wir viele Kaffeehäuser ausprobiert. Es waren zum Teil sehr schöne und alte Cafes, aber der Cafecito, also der kleine Espresso war viel zu lang und zu dünn. Dann haben wir in einem Reiseführer, der hier in der Wohnung lag, den Tipp für “den besten Kaffee der Stadt” gefunden. Das Florida Garden, also der “blühende Garten” ist hier ganz in der Nähe, mit einem kleinen Umweg zu unseren Tanzstunden sind wir nun beinahe täglich dort. Mittlerweile brauchen wir gar nicht mehr zu bestellen, wenn wir an die Theke kommen, wir bekommen unseren Ristretto schon hingestellt und er ist wirklich köstlich – für unseren Geschmack tatsächlich der beste Kaffee der Stadt. Beim Verabschieden sagt der Kellner oder die Frau an der Kassa schon “hasta manana”, also bis morgen. Wir haben da also nicht nur einen sehr guten Kaffee gefunden, sondern auch ein Plätzchen, an dem wir ein wenig daheim sind. Dass der Kaffee dort noch dazu am billigsten ist und auch noch ein Kuchenhäppchen serviert wird, macht die Sache perfekt.

In den Park San Martin spazieren wir immer wieder gerne. Die ersten Fotos nach unserer Ankunft mit den blühenden Jacarandabäumen sind auch von diesem Park. Die Hauptblütezeit dieser Bäume ist natürlich längst vorbei, aber überraschenderweise blühen sie vereinzelt immer wieder neu, obwohl die Bäume von den ersten Blüten schon die Samenkapseln tragen. Außerdem gibt es dort einen riesigen Gummibaum und prächtige Palmen. Ein anderer Baum, dessen Namen wir nicht wissen, ist jetzt übervoll mit gelben Blüten. Es ist richtig erholsam in diesem Park ein paar Runden zu drehen. Der Verkehr rundum ist nicht extrem stark und die umliegenden Gebäude sind prächtige, alte Häuser aus der Zeit der Jahrhundertwende.

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Einen anderen Park haben wir gestern mit Patricia und Nestor besucht. Sie haben vorgeschlagen,  den missglückten Spaziergang vom Neujahrstag nachzuholen, wir waren also nochmals im Palermo-Park. Der Rosengarten, ein Teil dieses Parks, ist wunderschön. Es ist ein alter Park aus dem 19. Jhd., angelegt von einem französischen Gartenarchitekten, und auch die Rosenstöcke sind schon sehr alt. Wenn nicht die Hochhäuser hinter den Bäumen hervorschauen würden, könnte man vergessen, dass man sich mitten in einer riesengroßen Stadt befindet. Das einzige Problem war die extreme Hitze in der vollen Sonne.

Weil wir heute faul sind, fällt auch dieser Bericht kürzer aus als die letzten Male. Ich schicke liebe Grüße aus dem Sommer über den Atlantik.

Adios, Sigrid