Urlaubstage in Uruguay

Hola wieder aus Buenos Aires,

wir sind gut zurück aus Uruguay und haben unsere kleine Reise sehr genossen. Montag früh ging es los mit einem ganz neuen Schnellboot namens Francisco (natürlich nach dem Papst benannt!) über den Rio de la Plata. Auf dem Boot hatte man Aussicht nach hinten und so haben wir zum ersten Mal die Skyline von Buenos Aires gesehen. Nach knapp 3 Stunden Fahrt erreichten wir Montevideo bei strahlendem Sonnenschein und einem “cielo azul”. Unser Erkundungsgang führte uns vom Zentrum in der Neustadt, in der unser Hotel lag, in die Altstadt, in der wir uns sofort wohl gefühlt haben. Wunderschöne alte Häuser, große schattige Plätze und nette Gassen mit Blick hinaus auf den Rio de la Plata wechselten sich ab – und es war im Vergleich zu Buenos Aires sehr, sehr ruhig. Viele der alten Häuser sind noch nicht renoviert und stehen zum Verkauf und so haben wir schon gescherzt, wenn wir hier bleiben wollten, dann wäre das unsere Stadt. Aber wir wissen, dass auch das Leben in Uruguay nicht einfach ist. Noch zu Hause hat uns unsere Spanischlehrerin, die aus Montevideo kommt, erzählt, dass hier alles sehr teuer ist, aber die Leute viel weniger verdienen, eigentlich nicht genug, um davon gut leben zu können. Wir mussten feststellen, dass alles gleich viel kostet, wie bei uns. Deshalb gibt es hier eine große Auswanderungswelle, jährlich verlassen zurzeit 26.000 junge Leute das Land, viele Richtung Spanien.

Wir haben vorher gelesen, dass sich Montevideo die Langsamkeit und Beschaulichkeit erhalten hat, die Buenos Aires schon lange verloren hat. Wir können das nur bestätigen. In Uruguay hatten wir eigentlich das erste Mal das Gefühl in Südamerika zu sein. Es waren die Menschen anders, die Landschaft viel üppiger und sowohl die Hauptstadt als auch die kleinen Orte noch viel ursprünglicher, nicht so amerikanisiert. Es gab nicht so viel Fortschritt, was auf der einen Seite zwar ein ruhigeres, beschaulicheres Leben ermöglicht, auf der anderen Seite aber auch das oben genannte Problem mit sich bringt.

Am nächsten Tag ging es dann mit einem Überlandbus Richtung Colonia. Die Busfahrt war trotz Regenwetter und Gewitterstimmung, in der Nacht hat nämlich das Wetter gewechselt, sehr interessant und schön. Die Landschaft war sehr abwechslungsreich. Es ging vorbei an Eukalyptuswäldern, Palmenhainen, dichter Macchia, kleinen Flüssen und Sümpfen, Kuh-, Schaf- oder Pferdeweiden, Mais-, Getreide- oder Sojaäckern und kleinen Bauernhöfen und Dörfern mit Gebäuden, die wir gerade einmal mit einem “Dach über den Kopf” bezeichnen würden.

Wieder nach knapp 3 Stunden Fahrt erreichten wir durch eine mehrere Kilometer lange Palmenallee unser Ziel. Mittlerweile hatte der Regen aufgehört, sodass wir unser Hotel trocken erreichen konnten, um danach nochmals anzufangen. So hat unser Aufenthalt in Colonia schon sehr gemütlich, nämlich mit einem Schläfchen, begonnen.  In Colonia war es so richtig erholsam. Es ist ein kleiner Ort mit einem alten Teil auf einer Halbinsel in den Rio de la Plata, der noch sehr ursprünglich erhalten ist. Am Abend unseres Ankunftstages hat es doch noch aufgelockert, dass wir den dortigen Leuchtturm besteigen konnten und den Sonnenuntergang über dem Rio de la Plata von hoch oben genießen konnten. Sobald die Sonne weg war, glitzerte das Wasser silbern und so wussten wir, woher der Fluss seinen Namen hat.

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Die weitere Zeit in Colonia haben wir damit verbracht, durch die malerischen Gassen und am Ufer des Flusses zu schlendern, in winzig kleine, sehr nette Lokale einzukehren, in den Pool unseres Hotels zu hüpfen und ein paar Runden zu schwimmen. Wir haben in Uruguay bis auf einmal, wo wir in ein Touristenlokal hineingefallen sind, immer sehr gut gegessen, vor allem sehr köstlichen Käse und auch hier wieder “asado”, gegrillte Würste und Fleisch, aber auch Käse.

Wir haben die Zeit bis zum Schluss ausgekostet und genossen, bevor es mit dem Schnellboot, diesmal nur 1 Stunde, wieder Richtung Buenos Aires ging.  Bei der Ankunft am Donnerstagabend war gerade Büroschluss und so haben uns gleich wieder die Menschenmassen und der Megaverkehr hier empfangen. Aber Gott sei Dank hat es auch hier inzwischen ziemlich abgekühlt und so ist es erträglicher.  Nach ein paar Tagen Pause haben wir uns aber schon wieder sehr auf das Tanzen gefreut und sind gleich wieder eingetaucht in die Welt des Tango.

Viele liebe Grüße an euch alle

Andrea

 

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