Adios, Buenos Aires!

Adios, Buenos Aires!

Hola muchachos,

heute melde ich mich zum letzten Mal aus Buenos Aires. Es ist kaum zu glauben, dass die drei Monate um sind. Die vergangene Woche war für uns die Woche der Abschiede – von Orten und von Menschen. Begleitet wurde sie von Gewittern und heftigen Regengüssen. Buenos Aires scheint also sehr traurig zu sein, dass wir es verlassen. Uns jedenfalls fällt jetzt der Abschied auch nicht ganz leicht, obwohl unsere Gefühle dieser Stadt gegenüber nach wie vor gemischte sind. Irgendwie muss man diese Stadt lieben und hassen gleichzeitig. Hassen für ihren Lärm, ihren Gestank und Schmutz, dafür, dass man ständig damit rechnen muss, dass etwas, das man gerade braucht oder benützen will, nicht funktioniert. Lieben für ihre Parks und prächtigen Bäume, für die wunderschönen Jugendstil- und Belle Epoque-Gebäude, für die netten Cafes und Lokale, für den Tango und natürlich für ihre Menschen. Wahrscheinlich machen gerade diese Gegensätze den Reiz dieser Stadt aus. Die Portenos jedenfalls lieben ihre Stadt, auch wenn sie ständig über die Probleme, die es hier gibt, schimpfen. Viele haben uns in den letzten Tagen gefragt, wie uns Buenos Aires gefällt, und man hat gemerkt, dass es für sie wichtig ist, welches Urteil man über ihre Stadt abgibt. Es gibt einen sehr beliebten Tango, “Mi Buenos Aires querida” (mein geliebtes Buenos Aires), in dem der berühmte Tangosänger Carlos Gardel aus der Ferne voll Wehmut seine Stadt besingt. Die Portenos können sich eigentlich nicht vorstellen, woanders zu leben als hier. Wir wiederum könnten hier nicht auf Dauer leben. Die Zeit, die wir hier hatten, war aufregend, interessant und intensiv. Wir sind sehr dankbar für viele Erfahrungen und Begegnungen, und für alles, was wir in der Welt des Tango gelernt haben. Aber jetzt freuen wir uns auch schon sehr wieder auf Zuhause und das ist gut so. Wir werden am Mittwoch also Buenos Aires mit einem weinenden und einem lachenden Auge verlassen.

So schicke ich zum letzten Mal Grüße über den Atlantik,

Andrea

 

Als Touristinnen in Buenos Aires unterwegs

Als Touristinnen in Buenos Aires unterwegs

Hola,

in dieser Woche waren wir noch ein wenig als Touristinnen in Buenos Aires unterwegs und haben vor allem das Microcenter, in dem wir wohnen, durchstreift. Dabei haben wir einige prachtvolle Jugendstil- und Belle Epoque-Gebäude entdeckt.

DSCF4360 (2)Da ist als erstes einmal das Teatro Colon, das Opernhaus von Buenos Aires. Es wurde vor 100 Jahren gebaut, um die Stadt als Paris des Südens, als große Metropole der Welt zu etablieren. Es ist ein Prunkbau mit verschiedenfarbigem Marmor, wunderschönen Mosaikböden, bunten Glasfenstern, viel Gold und Samt. Der junge Mann, der die Führung gemacht hat, hat es treffend formuliert: Auch wenn es für Sie und für mich schwer zu glauben ist, vor 100 Jahren war dieses Land reich! Und mit dem Teatro Colon wollten die ArgentinierInnen dies der ganzen Welt vor Augen führen.

Ein anderes Beispiel ist  die Galeria Güemes, in der Einkaufsstraße Calle Florida. Sie wurde 1915 gebaut und war schon damals das, was man heute als Shoppingcenter bezeichnet: im Erdgeschoss sind Geschäfte und Cafes, im Unterstock gab es damals ein Theater, ein Cabaret und ein Restaurant und heute werden in diesem Theater Tangoshows gezeigt, die 14 Stockwerke waren und sind Büros und ganz oben, wo heute ein Miradora, also ein Aussichtsplatz ist, gab es früher noch ein Restaurant. Diesen Aussichtsplatz haben wir ganz zufällig beim Bummeln entdeckt und so hatten wir zum Abschluss sogar noch den Blick über die Dächer von Buenos Aires. Auch hier wieder hat sich gezeigt, dass die Stadt anders ist: kein spektakulärer Blick auf den Eiffelturm oder Sacre Coeur, keine Reichstagskuppel oder die modernen Gebäude am Potsdamer Platz, kein Riesenrad oder Stephansdom. Eigentlich gab es gar keinen speziellen Blickpunkt, aber dennoch war der Rundblick faszinierend: Auf der einen Seite das endlose Häusermeer, auf der anderen Seite der Rio de la Plata als natürliche Begrenzung. Einige neue oder nicht mehr so ganz neue Wolkenkratzer dazu und ein interessanter Durchblick auf den Naturpark, von dem wir letzte Woche berichtet haben. Viele Kuppeln der Jugendstilgebäude und dazwischen hässliche Bauten aus der zweiten Hälfte des 20. Jhds. Und natürlich war hier wieder zu sehen, wie enorm groß die Stadt ist!

DSCF4304DSCF4321

Von unserem Alltagsleben hier gäbe es noch viel zu berichten, aber ich möchte zum Abschluss nur noch einen Punkt erwähnen, der vor unserer Reise hierher in manchen Gesprächen diskutiert wurde: Kriminalität bzw. Sicherheit. Südamerika und Buenos Aires haben den Ruf nicht ganz ungefährlich zu sein. So haben auch wir uns “gerüstet” mit einem Selbstverteidigungskurs und einem Taschenalarmgerät. Aber wir hatten in diesen 3 Monaten nicht eine einzige Situation, die auch nur annähernd gefährlich oder diesbezüglich unangenehm gewesen wäre. Natürlich waren wir vorsichtig, die üblichen Sicherheitsmaßnahmen als Reisende (Kreditkarte und größere Summen Bargeld direkt am Körper, Handtasche und Rucksack fest unterm Arm und mit der Hand gesichert…) sind mittlerweile ja in jeder Großstadt gefragt. Nachts sind wir anfangs zu Fuß nach Hause gegangen und da waren die Straßen hell erleuchtet und es war überhaupt nicht ungut. Bald haben wir dann festgestellt, dass die Taxis sehr billig sind und dann sind wir von den Milongas immer mit dem Taxi heimgefahren, anstatt 30 Minuten zu Fuß zu gehen.

In den Stadtteilen, in denen wir uns bewegt haben, war Kriminalität also wirklich kein Thema; in die ärmeren Stadtteile, von denen wir immer wieder berichtet haben, darfst du als AusländerIn sowieso nicht gehen. Ein einziges Mal ist unser Taschenalarm losgegangen und diese peinliche und zugleich lustige Situation beschreibe ich als Abschluss: Wenn wir auf eine Milonga gegangen sind, dann hatten wir immer eine Umhängtasche mit, in der unsere Tanzschuhe waren. In dieser Tasche lag auch immer das Alarmgerät. Nach der Ankunft haben wir uns dann die Schuhe umgezogen und bei der letzten Queer-Milonga, also sozusagen “im Freundeskreis”, ist mir dabei das Alarmgerät aus der Tasche gefallen und der Alarm ist losgegangen – natürlich schön laut, wie es sich für ein Alarmgerät gehört!!! Da es in dem Raum recht dunkel ist, habe ich nicht viel gesehen und es hat einige Zeit gedauert, bis ich es zum Schweigen bringen konnte. Natürlich haben längst alle zu uns herüber geschaut. Diese Touristinnen!!!

Sigrid

 

Begegnungen mit Menschen und Natur

Begegnungen mit Menschen und Natur

Hola

aus einem angenehm kühlen Buenos Aires. Nach einem Gewitter gestern und heute Nacht regnet es jetzt und hat stark abgekühlt – wir genießen es richtig!

Erst diese Woche haben wir ein Naturparadies, gar nicht sehr weit von unserer Wohnung entfernt, entdeckt – den Parque Ecologica Costanera Sur. Wir müssen uns aber nicht ärgern, dass wir ihn nicht schon früher entdeckt haben, denn nachdem seine Wege nur sehr wenig beschattet sind, wäre es bei der Hitze, die wir bisher hatten, sowieso nicht möglich gewesen, ihn aufzusuchen.

Nun, dieser Park ist ein riesengroßes Naturreservat direkt am Rio de la Plata. Wir haben ihn per Rad erkundet. Die Wege führen durch einen Urwald, der teilweise vom Fluss her unter Wasser steht. Es gibt auch riesige Wasserbecken, die mit Schilf bedeckt sind. Gesäumt sind die Wege von exotischen Pflanzen, die es bei uns nur als Zimmerpflanzen gibt, teilweise in voller Blütenpracht. Dattelpalmen mit Unmengen von Dattelrispen, Bananenstauden mit Blüten und schon angesetzten Früchten und andere riesige Bäume ragen aus der Wildnis.

DSCF4265Wir sind überhaupt von den Bäumen hier, auch in der Stadt, in den Parks oder Alleen sehr angetan. Sie sind so groß und mächtig. Zu jeder Zeit blüht irgendeine Art auf das Prächtigste. Und die Gummibäume sind überhaupt der Wahnsinn. Sie werden so groß, dass ihre Äste, so groß wie ein Baum, teilweise am Boden aufliegen oder abgestützt werden müssen. Der größte und älteste Gummibaum, den es in Buenos Aires gibt, füllt einen ganzen Platz aus, und die Plätze sind hier wahrlich nicht klein.

Nun aber noch einmal zurück in den Naturpark.  Hier finden auch viele Tiere einen Zufluchtsort und es ist vor allem ein Vogelparadies. Wir konnten Vögel in den unterschiedlichsten Größen und Farben beobachten. Ein ganz besonderes Erlebnis war es, als wir uns einer Baumgruppe näherten, aus der lautes Gekrächze kam. Dort angelangt, entdeckten wir in den Baumkronen einen riesigen Papageienschwarm.  Ich habe noch nie Papageien in freier Natur gesehen – es war  einfach toll!

Ein anderes faszinierendes Tier hat nur Sigrid zu Gesicht bekommen. Eine große Echse ist, nachdem sie uns wahrgenommen hat, in den Büschen verschwunden. Sigrid meint, sie war knapp einen halben Meter lang, schwarz, und hatte gelbe Streifen. Außerdem soll es dort auch viele Schlangen geben, von denen sich uns aber keine gezeigt hat.

Das war wirklich ein ganz besonderer Nachmittag mitten aus dem Großstadtdschungel in so ein Naturerlebnis einzutauchen. Irgendwie wäre es ja schön, noch einmal dorthin zu kommen, aber mittlerweile sind unsere Tage hier gezählt und es gibt noch einiges, das wir gerne machen möchten. Wir werden sehen.

dsc_5800s[1]Morgen haben wir unsere letzte Unterrichtsstunde in der Escuela – der nächste Abschied. Aber die beiden Lehrenden, bei denen wir hauptsächlich unseren Unterricht genommen haben, sehen wir noch im Lauf der Woche. Von Augusto (dritter von rechts in der ersten Reihe) haben wir ja schon in unserem Bericht über das Queertangofestival erzählt. Er ist ein großartiger Tänzer und Lehrer. Von ihm werden wir uns am Freitag bei der Milonga, die er veranstaltet, verabschieden.

Noch nicht erzählt haben wir, glaube ich, von Aurora, am Foto links neben Augusto. Sie war auch eine Lehrerin am Festival und von ihr konnten wir auch das Studio für unser Training mieten. Sie ist eine unglaubliche Persönlichkeit. Ziemlich bald, nachdem wir sie kennen gelernt haben, erfuhren wir, dass sie an Krebs erkrankt ist. In einer der ersten Wochen, die wir hier waren, hatte sie ihre letzte Chemotherapie. Vorher schon hatte sie alle ihre Haare verloren. Ich werde es nicht vergessen, wie sie beim Festival zum ersten Mal erschien – eine sehr kleine, glatzköpfige Frau, aber mit einer faszinierenden Ausstrahlung. Sie war inmitten der vielen Menschen nicht zu übersehen und hat mit viel Elan und Humor den Workshop geleitet. Mittlerweile beginnen ihre Haare gerade wieder zu wachsen. Sie ist uns hier sehr vertraut geworden, weil wir sie fast jeden zweiten Tag gesehen haben. Wir haben bei ihr auch Privatstunden genommen, von denen wir sehr profitiert haben. Sie ist eine Profi-Tänzerin und beherrscht beide Rollen im Tango perfekt. In den Privatstunden tanzt sie abwechselnd mit Sigrid und mit mir. Und sie hat so viel Humor. In ihren Stunden wird mindestens drei Mal herzlich gelacht. Wie so viele Menschen hier, ist auch sie uns so herzlich und offen begegnet, ein Geschenk. Ich glaube, sie wird diese Krankheit überwinden, denn sie hat noch so viel Lebensenergie und noch so viel zu geben. Sie ist gerade am Planen im September für Tangounterricht nach Wien zu kommen. Also wird der Abschied von ihr nicht ganz so schwer, denn da wollen wir sie unbedingt wiedersehen.

Heute wollen wir noch auf die Sonntagnachmittags-Milonga in der Confiteria Ideal, ganz bei uns in der Nähe, gehen. Also verabschiede ich mich jetzt mit vielen Grüßen an euch alle,

Andrea

 

Begegnungen

Begegnungen

Hola mis queridas!

In den letzten Berichten haben wir ja schon einige Male erwähnt, wie sehr wir von den Menschen hier angetan sind. An einem Tag dieser Woche, am Mittwoch, hatten wir besonders viele überraschende Begegnungen, sodass ich davon berichten möchte.

Begonnen hat der Tag mit einer nervigen Begegnung. Wir wollten uns ein Fahrrad ausleihen um in einen weiter entfernten Stadtteil zu fahren, um dort CDs zu kaufen. Als wir im Fahrradcontainer wie üblich die Reisepassnummer und unseren Code nennen, um uns registrieren zu lassen, meint die junge Frau, dass mein Zugang abgelaufen sei und ich kein Rad bekommen könnte. Die Registrierung im November hat sehr einfach funktioniert: Als TouristIn brauchst du nur deinen Reisepass vorzulegen, vom Einreisedatum an hast du 3 Monate Aufenthaltsgenehmigung und in diesen 3 Monaten kannst du ein Fahrrad leihen. Warum also soll meine Zeit schon abgelaufen sein? Während wir mit unserem bisschen Spanisch versuchen, mit der jungen Frau zu kommunizieren, spricht uns eine Frau, die gerade auch in den Radcontainer gekommen ist, auf Englisch an und fragt, ob sie helfen kann. Sie dolmetscht dann für uns und es stellt sich heraus, dass ich meinen Reisepass brauche, um das Datum zu checken. Die Frau entschuldigt sich dann fast dafür, dass wir Komplikationen haben und meint, in diesem Land braucht man viel Geduld. Wir gehen also zurück in unsere Wohnung und holen meinen Reisepass. (Übrigens ein Tipp fürs Reisen: Wir haben immer nur die Kopie des Reisepasses eingesteckt und der Pass selbst liegt sicher in der Wohnung!) Zurück im Radcontainer bestätigt sich, dass ich am 13. November in Argentinien eingereist bin. Die junge Frau meint aber: Klar, also ist mein Zugang am 13. Jänner abgelaufen! Für sie sind das 3 Monate – Nov / Dez/ Jän – und sie lässt sich das, noch dazu mit unseren Spanischkenntnissen, nicht ausreden. Da kommt ein Paar in den Radcontainer und der Mann schaltet sich gleich in die Diskussion ein. In aller Ruhe redet er auf die junge Frau und ihre Kollegin ein. Ich zeige dann, als Ausweg, in meinem Reisepass den Stempel, der bestätigt, dass ich am 9. Jänner aus Uruguay kommend erneut in Argentinien eingereist bin. Sie solle also die 3 Monate einfach erneut eingeben. Das gehe vom System her nicht, meint die junge Frau. Der Mann, ein Argentinier aus einer Provinz, der hier scheinbar auf Urlaub ist, erklärt ihr dann in aller Ruhe, dass das System niemals so wichtig sein kann wie die Menschen. Man müsse versuchen mit Systemen so umzugehen, dass sie für und nicht gegen die Menschen arbeiten. Nach der Art, wie er mit den beiden jungen Frauen gesprochen hat und ihnen gleich eine Lektion in Zivilcourage geben wollte, vermute ich, dass er Mittelschulprofessor gewesen sein könnte. Er hat die junge Frau jedenfalls so weit gebracht, dass sie telefonisch nachgefragt hat, ob ich mich neu registrieren lassen kann. Dann haben er und seine Partnerin sich verabschiedet und noch gemeint: paciencia! Wir haben also geduldig gewartet bis der Rückruf gekommen ist. Die Lösung war ganz einfach: vom 9. Jänner weg kann ich wieder für 3 Monate registriert werden und die junge Frau hat mit voller Überzeugung den 9. März (!) als Ablaufdatum eingegeben. Aber was soll’s, da bin ich schon lange wieder in Österreich. Wir haben also nach einer 3/4 Stunde unsere Fahrräder bekommen. (Kleines Detail am Rande: Andrea hat sich natürlich am gleichen Tag wie ich, am 26. 11., registrieren lassen und der junge Mann, der damals ihre Eingabe gemacht hat, hat gleich von diesem Datum weg die 3 Monate gerechnet – sie darf bis 26. Februar in Buenos Aires radfahren! So viel zum Thema  “Systeme”.)

Wir sind also ziemlich verspätet und auch einigermaßen verärgert losgefahren. Andererseits haben wir es toll gefunden, wie diese völlig fremden Personen uns geholfen haben. Nach zwei Häuserblöcken hören wir Rufe und sehen zwei Leute aufgeregt winken: Das Paar von vorhin kommt auf uns zugelaufen und will wissen, wie es nun doch geklappt  hat. Wir bleiben stehen und erzählen kurz. “Felicitacion” – Gratulation! rufen sie uns zu und gehen weiter.

Später sind wir im CD-Geschäft und suchen nach Tango-CDs (eh klar, was sonst, denkt ihr euch wahrscheinlich). Nach einiger Zeit kommt eine junge Frau mit einer CD in der Hand auf uns zu und fragt, ob wir nach Tango Ausschau halten. Diese CD könnte sie uns sehr empfehlen, wir sollen sie uns anhören, sie sei sehr gespannt, ob sie uns gefällt. Wir hören sie gleich an und sie ist großartig. Lidia Borda heißt die Sängerin, die Tangos aus den 30er und 40erJahren, also der “Goldenen Zeit” des Tango singt. Und sie singt wirklich toll. Wir suchen die junge Frau und bedanken uns für den Tipp. Sie freut sich sichtlich und meint, die Sängerin sei eine der besten, die es momentan in Buenos Aires gibt. Würde bei uns wohl kaum vorkommen, dass du von einer völlig fremden Person einen Musiktipp bekommst.

Am frühen Abend nach Buenos Aires Zeit, also um 22.00 Uhr, sind wir unterwegs zur Milonga und stoppen ein Taxi. Ich grüße und sage, wohin wir möchten. Der Taxler antwortet: Your spanish is as bad as my englisch! Und er lacht herzlich. Während der Fahrt unterhalten wir uns über die TangotouristInnen aus aller Welt.

Die Milonga, zu der wir gefahren sind, war keine Queermilonga, aber es gab an diesem Abend Livemusik und außerdem wollten wir mal sehen, wie es auf einer traditionellen Milonga ist. Wir waren das einzige Frauenpaar und wurden während des Tanzens entsprechend stark beobachtet. In einer Tanzpause kam dann ein Mann, wie sich später herausstellte, ein Porteno, auf mich zu und meinte: Congratulation to yor leading! Ich war ziemlich überrascht von einer mir fremden Person einfach so ein Kompliment zu bekommen. Wir haben dann eine Weile übers Tanzen und über das Führen im Tanz geplaudert und dann ist er wieder gegangen.

An diesem einen Tag waren die Begegnungen besonders dicht komprimiert und sie zeigen die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen hier. Diese Begegnungen nehmen wir als starke Erinnerung an Buenos Aires mit und sie werden uns wohl ein bisschen abgehen.  Aber auch wenn in Österreich die Begegnungen mit Fremden nicht so ablaufen, wir freuen uns schon sehr, euch wiederzusehen.

Also, bis bald

Sigrid